Deutsche Spender haben es UNICEF 2005 ermöglicht, eine breite Bildungsbewegung in sechs afrikanischen Ländern in Gang zu setzen: in Angola, Malawi, Ruanda, Mosambik, Simbabwe und Südafrika. Millionen Kinder profitieren bereits davon. Die Aktion „Schulen für Afrika“ wurde von UNICEF, der Nelson-Mandela-Stiftung und der Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts gemeinsam ins Leben gerufen. In den letzten Jahren haben großzügige Spenden wichtige Erfolge ermöglicht:
UNICEF hat zudem in den Dörfern Initiativen ins Leben gerufen, die sich für den Schulbesuch von Waisen und Mädchen stark machen. So haben die Kinder gute Voraussetzungen, über den Tag der Einschulung hinaus Unterstützung zu erhalten und die Schule erfolgreich abzuschließen. Hier die Fortschritte nach Ländern:
Hier einige Zitate von neun- bis 13jährigen Schülern der Tholakele Grundschule in KwaZulu Natal. UNICEF unterstützt sie im Rahmen der Aktion „Schulen für Afrika“:
Nach fast drei Jahrzehnten Bürgerkrieg hilft UNICEF in Angola - beim Wiederaufbau - viele Schulen sind zerstört. Mit Hilfe deutscher Spenden hat UNICEF landesweit bereits 380 einfache Dorfschulen neu gebaut oder repariert oder schließt die Arbeiten dort gerade ab. 125 Schulen haben bereits Trinkwasserbrunnen und hygienische Latrinen erhalten. Die Dorfbewohner helfen beim Schulbau mit, UNICEF stellt ergänzendes Material bereit und koordiniert die Arbeiten. UNICEF hat für die Schulen zudem 1.000 Tafeln bereitgestellt.
Spenden aus der Aktion „Schulen für Afrika“ haben zudem Schulungen für 54.000 Lehrer ermöglicht. So verbessert sich die Unterrichtsqualität landesweit für Millionen von Kindern. Über die Schulen hilft UNICEF aber auch, wichtige Gesundheitsthemen zu vermitteln. So haben 2008 alle 3,1 Millionen Grundschulkinder in der Schule Entwurmungstabletten erhalten. Denn viele Kinder sind durch Parasiten geschwächt und anfällig für Infektionen. 500 Schulen haben Plastikschüsseln und Seife zum Händewaschen erhalten. Seit 2008 ist die enorm wichtige Hygieneaufklärung auch fest im Lehrplan der Grundschulen verankern.
In Malawi sind viele Klassenzimmer überfüllt. Der Unterricht muss oft im Freien stattfinden. UNICEF hat hier bisher 88 Schulblocks mit je zwei Klassenräumen neu gebaut, an 32 Schulen wurden insgesamt 256 Klassenräume wieder hergerichtet. 457 Schulen erhielten insgesamt 3.750 Bänke für die Kinder sowie Sportausrüstung. Über 300.000 Kinder wurden mit Heften, Stiften und weiterem Schulmaterial ausgestattet. UNICEF hat zudem mit dem Bau von Trinkwasserbrunnen und Latrinen begonnen. Über 6.000 Lehrer haben an Fortbildungen teilgenommen - über 450.000 Mädchen und Jungen profitieren.
An rund 250 Dörfern hat UNICEF die Mitglieder von Eltern-Lehrer-Komitees und Müttergruppen sowie lokale Führer geschult. Sie engagieren sich für einen guten Schulbetrieb. UNICEF hat zudem erreicht, dass die AIDS-Aufklärung jetzt fest im Lehrplan aller Grundschulen verankert ist. Die lebensrettenden Informationen erreichen so 2,4 Millionen Kinder. 125.000 Erst- und Zweitklässler haben Schulbücher zu Selbstbestimmung und gesunder Lebensführung erhalten. Besonders für Mädchen ist das sehr wichtig.
Der Völkermord von 1994 hinterließ Ruanda verwüstet und traumatisiert. 600.000 Kinder und Jugendliche im Land sind Waisen. Viele haben keinerlei Chance, zur Schule zu gehen. UNICEF hat mit „Schulen für Afrika“-Spenden bereits 54 Modellschulen mit über 480 Klassenräumen neu gebaut, erweitert und sie mit Tafeln, Bänken und Stühlen neu ausgestattet. Alle Schulen haben von UNICEF Latrinen und Waschgelegenheiten erhalten. An den Modellschulen entstanden zudem Sportplätze, an 18 von ihnen auch erste Fortbildungszentren für Lehrer.
Fast 50.000 Schüler engagieren sich in den unterstützten Schulen in Clubs gegen AIDS oder für die Gleichstellung von Mädchen. Die Erfahrungen der Modellschulen kommen einem landesweiten Netzwerk aus insgesamt 324 Schulen mit fast 300.000 Schülern zugute. In 20 Gemeinden hat UNICEF das Pilotprojekt „Nkundanbana“ („Liebe die Kinder“) gestartet. Lehrer und engagierte Freiwillige arbeiten hier zusammen, um die Betreuung von Schülern ohne Eltern zu verbessern. Um behinderte Kinder besser zu integrieren, hat UNICEF bereits über 600 Lehrer als Koordinatoren geschult.
„Schulen für Afrika“-Spenden helfen in Mosambik, mehr Mädchen in die Schule zu bringen – traditionell bleiben sie oft im Haus. UNICEF konnte das Bildungsprogramm im Land auf mittlerweile sieben Provinzen ausdehnen. Ziel ist es, hier alle 750 Grundschulen und rund 300.000 Kinder zu erreichen. UNICEF hat in Mosambik bereits Baumaterialien zur Instandsetzung von 150 verfallenen Klassenräumen bereitgestellt. Rund 180 Schulen haben Trinkwasserbrunnen und Latrinen erhalten. 4.500 Lehrer und Schulleiter nahmen an Fortbildungen teil.
100.000 Kinder haben von UNICEF Schulmaterial erhalten, 50.000 Lehrer Lehrbücher. UNICEF stellte zudem 2.000 Schulbänke für jeweils zwei Kinder bereit. 12.000 Waisen und andere benachteiligte Kinder erhielten Schuluniformen und Lernmaterial. UNICEF half aber auch, an 157 Schulen regelmäßige medizinische Untersuchungen und Impfungen für die Kinder einzuführen. Per Radio und mit Unterstützung von über 100 Theatergruppen macht UNICEF darauf aufmerksam, dass auch Mädchen und Waisen das Recht auf Schulbesuch haben.
Politische und wirtschaftliche Isolation haben die Situation der Familien 2008 nochmals verschärft. Besonders die 1,4 Millionen Kinder, die ohne einen oder gar beide Elternteile aufwachsen, brauchen dringend Unterstützung. Die Bildungssituation ist katastrophal: Viele Schulen blieben geschlossen, in den Klassenräumen fehlt es am Nötigsten. UNICEF konzentriert Spenden aus der Aktion „Schulen für Afrika“ auf sieben besonders benachteiligte Distrikte. UNICEF hat hier seit 2005 bereits 20 neue Klassenzimmer gebaut und ausgestattet, weitere 36 sind im Bau. 4.000 Lehrer haben Schulungen erhalten.
215.000 Schüler haben von UNICEF bereits eigene Schulbücher für Mathematik, Englisch und Gemeinschaftskunde erhalten – vorher teilten sich oft zehn Kinder ein Buch. Für 70 Schulen stellte UNICEF Sportmaterial wie Bälle und Springseile bereit. Trotz der großen Herausforderungen wird UNICEF seine Arbeit mit ganzer Kraft fortsetzen: So ist geplant, weitere 100.000 Kinder mit dringend benötigten Schulbüchern zu versorgen. Die Mädchen und Jungen sollen zudem Hefte, Stifte und weiteres Schulmaterial erhalten. UNICEF will zudem 60 Klassenzimmer sowie 30 Schulbrunnen wieder instandsetzen.
In den ärmsten Provinzen Südafrikas gehen rund eine Million Kinder nicht zur Schule. Viele Mädchen haben Angst, auf dem oft weiten Schulweg belästigt zu werden: In Südafrika prägt massive Gewalt bis heute den Alltag vieler Kinder. Viele Teenager werden früh schwanger. UNICEF unterstützt in Südafrika 52 "kinderfreundliche" Modellschulen. Landesweit erhalten insgesamt 585 benachteiligte Schulen Unterstützung. Der Schwerpunkt liegt auf den Provinzen KwaZulu Natal, Eastern Cape und Limpopo, seit 2009 auch Northern Cape und Western Cape. UNICEF hilft auch bei der Instandsetzung von Schulen: 87 Klassenräume an 13 ausgewählten Schulen wurden komplett renoviert, zehn Computer-Arbeitsräume entstanden. UNICEF unterstützt zudem ein Förderprogramm für Mädchen in mathematischen und technischen Berufen - zum Beispiel durch Vermittlung von Praktika.
Über 10.000 Lehrer, Eltern und Schüler haben bereits an Fortbildungen für einen besseren Schulbetrieb teilgenommen. So können sie die Unterrichtsqualität verbessern und gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft bessere Lernbedingungen schaffen. Dazu gehören mehr Schutz auf dem Schulweg, Abschaffung der Prügelstrafe, aber auch bessere Betreuung von Waisen und AIDS-Aufklärung. In neun Schulen setzt UNICEF ein Pilotprojekt für Sport um - für „Fair Play“ und zur Gewaltprävention. Über 1.000 Lehrer und freiwillige Helfer wurden bereits geschult, selbst sportliche Aktivitäten und Wettbewerbe zu organisieren. Die Schulen sollen dafür auch neue Sportplätze erhalten.
Stand: März 2009
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