Der Wettbewerb 2008
Der Wettbewerb „UNICEF-JuniorBotschafter des Jahres“ feiert 2008 Jubiläum: Der so genannte „Oscar für Kinderrechte“ wurde zum fünften Mal verliehen. Bundesweit haben sich dieses Jahr rund 14.000 Kinder und Jugendliche als JuniorBotschafter für Kinderrechte engagiert. Eine Jury aus acht Kindern und acht Erwachsenen wählte aus 129 Einsendungen die Plätze 1 bis 5 des „JuniorBotschafter des Jahres“ und die Gewinner des zum ersten Mal vergebenen Sonderpreises „Kinderrechte in der Schule“ aus.
Rund 600 Mädchen und Jungen kamen zur feierlichen Preisverleihung in die Frankfurter Paulskirche. Verliehen wurden die Preise unter anderem von Blacky Fuchsberger und Dr. Jürgen Heraeus, von der stellvertretende UNICEF-Vorsitzende und Dressur-Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff, ZDF-Moderator Steffen Seibert und von der Frankfurter Bürgermeisterin und Dezernentin für Bildung und Frauen, Jutta Ebeling.
Für Stimmung sorgten die „Buschtrommler“ der Grundschule Breckenheim in Wiesbaden und die A-Cappella-Band „Basta“. „Basta“ ist schon länger für UNICEF aktiv und unterstützt die Aktion „Schulen für Afrika“.
UNICEF-Botschafter Blacky Fuchsberger: „Die Rolle eines Botschafters, so wie man sie aus der Diplomatie kennt, ist ja oft schwierig: Da muss man taktieren, abwägen und zurückhaltend sein. Ein Botschafter für UNICEF zu sein ist ganz anders: Da muss man gerade heraus seine Stimme für Kinder erheben und auch mal unbequem sein. Das wollen wir als erwachsene UNICEF-Botschafter, aber die besten Botschafter für Kinderrechte sind die Kinder selbst.“
„Kinder und ihre Rechte stehen in Deutschland immer noch nicht dort, wo sie sein sollten: ganz oben auf der politischen Agenda“, sagte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF. „Mit dem JuniorBotschafter will UNICEF auf Kinderrechte und ihre täglichen Verletzungen aufmerksam machen und Kinder und Jugendliche in ihrem großartigen Engagement für Gleichaltrige auf der ganzen Welt bestärken.“
Die Veranstaltung in der Paulskirche, moderiert von Ki.Ka-Moderator Juri Tetzlaff, war außerdem der Startschuss für eine neue Kampagne: 19 Fußballerinnen der UNICEF-Kicker des FC St. Hubert (Kreis Viersen/ NRW) starteten gemeinsam mit Fußball-Nationalspielerin Katrin Kliehm offiziell das Projekt „Mädchenfußball für UNICEF“ anlässlich der Fußball-WM der Frauen in Deutschland im Jahr 2011.
Der 1.Preis JuniorBotschafter des Jahres 2008 geht an:
Das Projekt „Die Zeit läuft ab!“der Klasse 7a der Bischöflichen Realschule in Warendorf
In einem einjährigen Projekt unter dem Motto „Die Zeit läuft ab“ sammelten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7a der Bischöflichen Realschule in Warendorf(NRW) 1.000 kleine Sanduhren, klebten sie auf Schilder mit Informationen zum Thema AIDS und verkauften sie. Die Sanduhren schaffen zum einen ein Bewusstsein dafür, dass in den drei Minuten, in denen der Sand durch das Glas rinnt und wir uns zum Beispiel die Zähne putzen, wieder drei Kinder an der Immunschwäche AIDS sterben.
2.Preis:
„Neues Leben-
Eine Zukunft für Kinder in Indien“
Veronika Wiemker, Johanna Foldt und Hannah Lefel aus dem Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein)
Elf Millionen Kinder in Indien müssen arbeiten, anstatt zur Schule zur Schule zu gehen. Deshalb bastelten die drei Siebtklässlerinnen unter dem Motto „Neues Leben – Eine Zukunft für Kinder in Indien“ 150 Blumensamen-Tütchen mit Informationen über Indien und riefen dazu auf, sich für arbeitende Kinder einzusetzen. Die selbst gesammelten Blumensamen stehen für eine bessere Zukunft der Kinder.
3.Preis:
„Schutz vor Gewalt“
Kim Vivien Sombrutzki aus Stadensen (Niedersachsen)
Die 10-Jährige hat sich mit dem Thema Schutz vor Gewalt befasst. Sie hat zu dem Thema einen eigenen kleinen Film gedreht und im Rathaus ihrer Stadt für interessierte Eltern, Jugendliche und Kinder ab 8 Jahren einen Vortrag gehalten. Aus ihrem Projekt zieht das 10-jährige Mädchen den Schluss: „Gewalt hat viele Gesichter. Was Gewalt ist, entscheidet allein das Opfer. Gewalt schadet und Gewalt tut weh und wer Gewalt sät, erntet Gegengewalt.“
4.Preis:
„Zaubervogel UNICEF“ Ein Theaterstück gegen Kinderarbeit
Der Kurs Darstellen und Gestalten der Adolf-Reichwein-Gesamtschule in Lüdenscheid (NRW)
Weltweit müssen rund 218 Millionen Kinder und Jugendliche unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. In ihrem Kurs des zehnten Schuljahres beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit einzelnen Schicksalen arbeitender Kinder und lernten viel über ihre harte Wirklichkeit. Auch versuchten sie, sich ihre Wünsche und Träume vorzustellen. So entstand nach und nach das Gerüst für ein Theaterstück, in dem der böse „Herr Geschäft“ und seine Handlanger Kinder ausbeuten.
5.Preis:
„Frei wie ein Vogel – Lernen statt arbeiten“
Sieben 13-jährige Freundinnen aus Aachen (NRW)
Janna Hill, Clara Helen Plastrotmann, Sophie-Charlotte Lemmer, Anna Katharina Freiin von Villiez, Pia Katharina Hüsch, Hannah Springsfeld und Johanna Gratzel haben insgesamt 800 bunte Papiervögel mit so genannter Flechttechnik gebastelt und sie für 70 Cent pro Stück verkauft. In fünf Aktionen haben sie dabei 800 Euro eingenommen, die sie für das UNICEF-Bildungsprojekt „Schulen für Afrika“ gespendet haben. Die Vögel stehen für die Freiheit der Kinder, die durch Bildungsprojekte unterstützt werden.
Der Sonderpreis "Kinderrechte in der Schule"
Die Grundschule Süd in Landau
Der zum ersten Mal von UNICEF vergebene Sonderpreis „Kinderrechte in der Schule“ geht an die Grundschule Süd in Landau (Rheinland-Pfalz). Die Schule hat im ersten Halbjahr 2007 eine Themenwoche durchgeführt, bei der sich die Schüler der Klassen 2 bis 4 auf unterschiedlichste Art und Weise mit den Kinderrechten auseinandersetzten. Anders als bei einer Projektwoche erfolgte dies direkt im Unterricht. Als Abschluss haben die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse den Eltern bei einem gemeinsamen Frühstück vorgetragen. Außerdem erläuterten sie dem Oberbürgermeister die Bedeutung der Kinderrechte bei einer Stadtrats-Sitzung anhand von „Himmelsleitern“ und einem „Kinderrechte-Rap“.
Die Anerkennungspreise für die Plätze 6-21 gehen an:
4b der Josefschule
Es geht um die Kinder! lautet das Motto von Erich Kästners berühmter Parabel "Konferenz der Tiere". Oft genug gilt diese Aussage aber nicht, befanden die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b und so starteten sie mehrere Aktionen, um ihre Schule und ihr Umfeld über die Kinderrechte zu informieren.
5b der Grundschule Papageno
Die Klasse nahm zwei Hörspiele zum Thema Kinderarbeit in Indien auf: Eines der beiden erzählt die Geschichte eines Mädchens, dass gerne zur Schule gehen würde, statt dessen aber arbeiten muss. Durch den Verkauf des Hörspiels wurde nicht nur das Umfeld der Schülerinnen und Schüler über Kinderarbeit informiert, sondern auch Geld gesammelt um in Not leidende Kinder zu unterstützen.
UNICEF-Kinder Veltheim
Die UNICEF- Kinder Veltheim unterstützten die UNICEF-Kampagne "Ich und du gegen AIDS". Ziel der Kampagne ist es, die von AIDS und HIV betroffenen Kinder ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. Die Kinder organisierten eine Fahrradtour mit über Hundert Teilnehmern für AIDS-Waisen, die die Form einer AIDS-Schleife bildete. Außerdem veranstalteten sie einen Informationsveranstaltung im Haus der Samtgemeindeverwaltung.
AG Nepal, Bernard-von-Cotta Gymnasium
Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt. Rund 600.000 nepalesische Kinder haben noch nie eine Schule besucht. Dies will die AG Nepal ändern. Durch zahlreiche Aktionen über das Jahr verteilt unterstützt sie ihre Partnerschule in Dansing. Sie nahm bisher soviel Geld ein, dass außerdem mit dem Aufbau eines Kindergartens in Nepal begonnen werden konnte.
Katharina Rübertus, Nadine Lapczyna, Lisa Klaumann
Lasst uns kochen, damit mangelernährte Kinder satt werden! Schließlich ist Mangelernährung die Ursache für mehr als 50 Prozent der Todesfälle bei Kindern. Durch den Verkauf eines Kochbuchs zugunsten von UNICEF konnte diese Idee verwirklicht werden.
Kunst-LK der Liebigschule
Im südlichen Afrika hat jedes dritte Kind keine Chance lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Die Mädchen organisierten eine Kunstausstellung unter dem Motto "Schüler malen für Afrika" um das UNICEF-Projekt "Schulen für Afrika" zu unterstützen. Denn nur durch Bildung kann der Armutskreislauf durchbrochen werden!
Ann-Cathrin Scriba, Juliane Conzelmann
Hinschauen, nicht wegschauen! : Die Mädchen fertigten eine 2,40 Meter hohe Litfasssäule an, um auf Kinderarbeit in Afrika aufmersam zu machen. Mit afrikanischer Musik im Innern der Säule und beleuchteten Schaukästen sorgten sie dafür, dass kaum jemand in der Schule uninformiert blieb.
Team "Starke Seiten" der Möhnesee-Hauptschule
Jedes Kind hat starke Seiten! Damit die Schüler und Schülerinnen der Möhnesee-Schule sich ihrer starken Seiten bewusst werden und sie entfalten, schreiben sie alles, was sie gut können in eine eigene Mappe und lassen andere etwas zu ihren Stärken schreiben. So haben sie eine fortwährende Quelle der Motivation. Und nicht nur das. Außerdem haben sie fünf Vorbilder, die als gute Beispiele voran gehen und ihre starken Seiten und das Projekt "Starke Seiten" den anderen zeigen.
UNICEF-Gruppe Lörrach
Die Kinder unternahmen zahlreiche Aktionen für UNICEF-Projekte. Sie bastelten einen Adventskalender unter dem Motto: "Türen öffnen für eine bessere Welt", veranstalteten ein Benefizkonzert und erstellten ein Gute-Wünsche-Orakel. Mit dem Erlös unterstützten sie u.a. die UNICEF-Aktion "Überlebenspaket" mit der die extrem hohe Kindersterblichkeit in Westafrika gesenkt werden soll.
AK Mandacaru
"Ein Stachliger Valentinstag": Um auf die menschenunwürdigen Arbeitsverhältnisse auf den Blumenplantagen in Afrika und Südamerika aufmerksam zu machen, verkaufte der AK Mandacarù in der Schule Kakteen, anstelle von Rosen. Der Kaktus ist das Symbol des von den Kindern unterstützten brasilianischen Bildungsprojektes.
Klasse 3b der Overbergschule Warendorf
"Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden" Da sind sich alle Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b einig. Und dafür setzen sie sich auch ein. Sie bastelten Kinderrechts-Kalender um die Aktion "Schulen für Afrika" zu unterstützen und traten im Radio auf, um den Leuten die Kinderrechte näher zu bringen.
Strawberry-Kids (Nils, Lucas, Oliver, Sarah, Tim, Pauline, Julia, Lea)
Eine Milliarde Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu sauberen Wasser. Mit ihrer Aktion: "Ein klarer Kopf für klares Wasser" informierten die Kinder in Form eines selbst erstellten Quizes über Wasserknappheit und sammelten gleichzeitig Spenden, um Menschen zu unterstützen, die darunter leiden.
Anna-Katharina Stöcker, Anne Reiner, Franziska Dück
Als die Mädchen das Buch "Wüstenblume" von Waris Dirie lasen, ließ sie die grausame Tradition der Mädchenbeschneidung nicht mehr los. Die Schülerinnen hielten Schulstunden in mehreren Jahrgängen der Schule, um ihre Mitschüler über dieses schwierige Thema aufzuklären.
Sina Tiemann (Patrick, Lara, Sarah)
Unter dem Motto: "Sonne(nblumen) gegen Kinderarmut!" verschenkte die Gruppe selbst gepflanzte Sonnenblumen in der Fußgängerzone und sammelte Spenden für Kinder, die nicht soviel Wohlstand erfahren, wie sie selbst.
JuniorBotschafter Netphen-Sohlbach
"Aktion Wasser marsch!": Die Kinder bringen den Leuten mit ihrem Comic spielerisch die Problematik der Wasserknappheit nahe und zeigen, wie man Meschen durch den Bau von Brunnen helfen kann. Der Erlös des Comics geht an UNICEF-Wasserprojekte.
Leonie Moske
Leonie besuchte mit ihrer Mutter Heime für behinderte, verweiste und missbrauchte Kinder in Sri Lanka, die von dem Verein Nestwärme unterstützt werden. Von dem Leid der Kinder betroffen, führte sie ein Reisetagebuch, um auf die Not der Kinder aufmerksam zu machen und Spenden für sie zu sammeln.
Quellen Fotos: www.ichliebefrankfurt.de, UNICEF, Makista
Tolle Preise
Der Gewinner wird als UNICEF-„JuniorBotschafter des Jahres 2008“ ausgezeichnet. Die Plätze 2-5 erhalten einen UNICEF „JuniorBotschafter“-Pokal.
Die fünf Erstplatzierten gewinnen spannende Preise:
1. Preis: Ein Besuch des Musicals "Starlight-Express" in Bochum.
2. Preis: Ein Wochendende in der UNICEF-Partnerstadt Leipzig.
3. Preis: Eine betreuter Kurztrip nach Hamburg.
4. Preis: Ein Treffen mit dem Bürgermeister von Lüdenscheid und eine Kinovorführung des Theaterstückes der Gewinner.
5. Preis: Eine Einladung zum Schafhof-Festival von Ann Kathrin Linsenhoff sowie zum Weltfest des Pferdesports im Juni 2008 in Aachen.
Sonderpreis: Der ZDF-Journalist Steffen Seibert berichtet in der Grundschule Süd über seine Reisen in UNICEF-Projektländer und beantwortet die Fragen der Kinder
Die Gewinner der Anerkennungspreise 6-21 bekommen von UNICEF Bücher, Taschen und T-Shirts.
Viel Unterstützung
Bei der Aktion gab es viele Helfer. Lehrer, Eltern, Sozialpädagogen und andere standen an der Seite der Kinder. Zahlreiche lokale UNICEF-Gruppen waren mit Engagement dabei. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Verein "Macht Kinder stark für Demokratie!", Ki.Ka., der Kinderkanal und die Kinderzeitschrift GEOlino halfen mit Geld und viel Öffentlichkeitsarbeit. Die Stadt Frankfurt stellte die Paulskirche zur Verfügung und die Gruppe „basta“ sorgte für die musikalische Unterhaltung bei der Preisverleihung.









