Als in Deutschland eingetragener, gemeinnütziger Verein wird das Deutsche Komitee für UNICEF regelmäßig von einer deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der deutschen Finanzverwaltung überprüft. UNICEF hat ausnahmslos jedes Jahr das uneingeschränkte Testat der Prüfer erhalten und ist als gemeinnützig von der Finanzverwaltung anerkannt. Jede Spende an UNICEF ist steuerlich absetzbar.
Auf der Programmebene gibt es strikte Kontrollmechanismen: Die Hauptverwaltung in New York kontrolliert die UNICEF-Vertretungen in den Programmländern. Neben dieser internen Revision überprüft der Verwaltungsrat, das oberste UNICEF-Kontrollorgan aus 36 Regierungsvertretern, die Arbeit.
In den Programmländern überprüfen die UNICEF-Mitarbeiter selbst regelmäßig die Arbeit der Partner vor Ort, um sicherzustellen, dass die Mittel nicht anders als vorgesehen verwendet werden. Über jedes Programm werden regelmäßig detaillierte Berichte erstellt. UNICEF steht für eine klar an Resultaten orientierte Programmarbeit und hat in den letzten Jahrzehnten viele messbare Fortschritte für Kinder erzielt.
Grafische Übersicht „Wie wird UNICEF kontrolliert“(PDF)
Anfang 2008 gab es bei UNICEF einen Führungskonflikt, der personelle und organisatorische Konsequenzen hatte. So hat die UNICEF-Mitgliederversammlung im April 2008 einen komplett neuen Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender ist Dr. Jürgen Heraeus. Seit 1. Januar 2009 führt die Juristin Regine Stachelhaus die Geschäfte von UNICEF Deutschland.
Die Satzung von UNICEF Deutschland wurde überarbeitet und modernisiert. So wurden Geschäftsführung und Vorstand getrennt. Die Amtszeiten wurden begrenzt und die Rolle der Ehrenamtlichen im Komitee gestärkt. Interne Arbeitsabläufe wurden überprüft und verbessert: Ein Wirtschafts- und Investitionsausschuss prüft Auftragsvergaben sowie alle Berater- und Dienstleistungsverträge. Organisatorische Vorgaben, Richtlinien und Arbeitsanweisungen sind in einem verbindlichen Organisationshandbuch zusammengefasst. UNICEF hat zudem eine unabhängige Innenrevision eingeführt.
Die Mitglieder des „Team UNICEF“ – Roland Berger Strategy Consultants, Ernst & Young, Egon Zehnder International, Pleon, die Kanzleien Waldeck Rechtsanwälte und Flick Gocke Schaumburg sowie das Institut of Management der Universität St. Gallen – unterstützen den gesamten Prozess kostenlos.
Betont werden muss jedoch, dass es auch in der Vergangenheit bei UNICEF keine Veruntreuung und keine persönliche Bereicherung gab. Dies hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bestätigt. An der seriösen Arbeit von UNICEF besteht kein Zweifel.
UNICEF hält alle Bedingungen des DZI strikt ein und hat das Siegel Anfang 2010 wieder beantragt. UNICEF hatte das Siegel nach einer Führungskrise 2008 verloren, 2009 war noch kein neuer Antrag möglich. In seiner Begründung kritisierte das DZI vor allem, dass die ehemalige UNICEF-Geschäftsführung Provisionen an professionelle Spendenwerber gegenüber dem DZI und den Spendern nicht offen gelegt hat.
Provisionsabhängige Zahlungen für Spendenaktionen gibt es bei UNICEF aktuell nicht. Sollte eine erfolgsabhängige Vergütung bei einzelnen Projekten im Sinne der Spender sein, würde dies nur nach Abstimmung mit dem DZI erfolgen. Das Spendensiegel des DZI (Deutsches Institut für soziale Fragen) beruht auf einer freiwilligen Prüfung, der UNICEF sich seit über zehn Jahren stellt.
UNICEF Deutschland hatte 2008 im Jahresdurchschnitt 89 hauptamtliche Mitarbeiter. UNICEF zählt zu den wenigen entwicklungspolitischen Organisationen, die die Gehaltsgruppen ihrer Mitarbeiter offen legen. Die Gehälter orientieren sich am öffentlichen Dienst. Gegenüber der freien Wirtschaft gibt es deutliche Abschläge. Hier die durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen im Überblick: Bereichsleiter/innen 96.100 Euro, Abteilungsleiter/innen 70.400 Euro, Referent/innen 53.600 Euro, Sachbearbeiter/innen 41.300 Euro, Sekretär/innen und weitere Fachkräfte 37.700 Euro.
Die Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich und erhalten keine Vergütung.
Alle prominenten Unterstützer von UNICEF arbeiten ehrenamtlich und erhalten keine Vergütung von UNICEF. Lediglich bei Projektreisen, die selten stattfinden, hält UNICEF eine Beteiligung an den Reisekosten für angemessen. In vielen Fällen bezahlen aber auch Kooperationspartner eine Projektreise, sodass UNICEF keine Kosten entstehen.
Die UNICEF-Stiftung wurde 1996 gegründet, um Stiftern und Erblassern die Möglichkeit zu geben, mit ihrem Vermögen Kinder in Not langfristig und zuverlässig zu unterstützen. UNICEF legt das Vermögen der Stiftung werterhaltend und gewinnbringend an. Jahr für Jahr fließen die Kapitalerträge aus dem Stiftungsvermögen in ausgewählte UNICEF-Projekte. Die UNICEF-Stiftung unterliegt der staatlichen Stiftungsaufsicht. Eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellt die jährlichen Prüfungsberichte.
Das Stiftungsvermögen ist aufgrund der in die Stiftung geflossenen Erbschaften und dank der Hilfe engagierter Zustifter in den letzten Jahren gewachsen. Es beträgt heute rund 90 Millionen Euro. Der größte Teil liegt allerdings in der Kunstsammlung Rau und ist damit erst in einigen Jahren zugänglich.
Mehr Infos zur Stiftung und Geschäftsbericht
Die Stiftung United Internet for UNICEF wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, in Kooperation mit UNICEF die Lebenssituation von Kindern zu verbessern. Das Stiftungskapital brachte Ralph Dommermuth, der Vorstandsvorsitzende der United Internet AG, ein. Die Online-Dienstleister 1&1, GMX und web.de rufen ihre Kunden zu Spenden auf und tragen durch Spenden-Verdopplungsaktionen selbst zum Erfolg bei. Die Spenden werden ohne Abzug von Kosten an UNICEF überführt. Zusätzlich werden ausgewählte internationale humanitäre Hilfsorganisationen unterstützt.
www.united-internet-for-unicef.de
Stand: Januar 2010
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