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    UNICEF zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember

    Junge Leute müssen sich gegenseitig mit Wissen impfen

    Jugendliche weltweit haben zu wenig Informationen über die HIV-Gefahr

    29.11.05 - Jede Minute infizieren sich fünf weitere junge Menschen mit HIV. Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Ausbruch der Epidemie wissen junge Leute heute noch immer nicht genug darüber, wie sie sich vor einer Infektion schützen können. Anlässlich des Welt-AIDS-Tages ruft UNICEF deshalb dazu auf, Aufklärung und Information für alle Kinder und Jugendlichen zu verstärken. „Jede zweite HIV-Infektion trifft inzwischen einen jungen Menschen. Der einzig wirksame Impfstoff gegen AIDS ist nach wie vor Aufklärung“, sagte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

    Im bisher schlimmsten Jahr der AIDS-Epidemie ist die Zahl der infizierten Kinder um 700.000 gestiegen, rund 90 Prozent von ihnen haben sich während Schwangerschaft und Geburt angesteckt. Nur wenn die oft noch sehr jungen Mütter in den besonders betroffenen Ländern über die AIDS-Gefahr informiert sind, ist dieser Trend zu stoppen. Doch in 34 Ländern des südlichen Afrika wissen nach einem UNICEF-Bericht weniger als die Hälfte der jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren, wie HIV übertragen wird. Insgesamt hat nur etwa jeder dritte Jugendliche in den Entwicklungsländern ausreichende Informationen darüber, wie man sich schützt. Auch in Deutschland wird es schwieriger, die junge Generation zu erreichen. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung denken 20 Prozent der deutschen 16- bis 20-Jährigen nicht, dass man sich auch dann anstecken kann, wenn bei einem infizierten Partner die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist.

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    Immer mehr junge Menschen sterben an den Folgen von AIDS – und nur die wenigsten kennen die Ursache ihrer Krankheit. Nur rund zehn Prozent der rund 40,3 Millionen HIV-Infizierten weltweit sind auf das Virus getestet worden und wissen, dass sie infiziert sind. Nur wenn Informationen über HIV/AIDS schon in den Schulunterricht einfließen und Jugendliche auch außerhalb der Schule über Sexualität und den Schutz vor HIV informiert werden, kann das Schweigen über AIDS gebrochen und die Infektionsrate gesenkt werden.

    Insbesondere Mädchen müssen endlich Zugang zu den lebensrettenden Informationen haben, denn schon heute sind im südlichen Afrika drei Viertel der neu infizierten jungen Menschen unter 24 Jahren Mädchen. Doch in den zehn am schlimmsten von AIDS betroffenen Ländern, in denen mehr als jeder zehnte Erwachsene infiziert ist, hatten in jüngsten Untersuchungen nur zwischen 5 und 40 Prozent der Mädchen das wichtigste Wissen über AIDS parat. So sind selbst in Uganda nach jahrelangen intensiven Aufklärungskampagnen und Erfolgen im Kampf gegen AIDS nur 28 Prozent der 15- bis 24-jährigen Mädchen umfassend informiert, in Südafrika 20 Prozent, in Ruanda 23 Prozent.

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    Junge Leute informieren junge Leute

    UNICEF setzt in seiner weltweiten Kampagne „Du und ich gegen AIDS“ auf die Beteiligung junger Menschen, um die Epidemie zu bremsen. So organisieren in Namibia, Malawi, Sambia Senegal und Uganda Jugendliche Diskussionen in Jugendclubs, bieten Kurse an oder führen Theaterstücke auf öffentlichen Plätzen auf. In Uganda und Angola wurde mit Hilfe von UNICEF die Aufklärung über AIDS in den öffentlichen Schulen eingeführt.

    Weltweit arbeitet UNICEF mit Medien zusammen und fördert Jugendradios und –zeitungen, damit junge Leute selbst über AIDS informieren. Zum Welt-AIDS-Tag unterstützen die MTV Networks in Deutschland die Kampagne mit den Musiksendern VIVA Plus, VIVA und MTV. Gemeinsam mit Sänger und Moderator Ben stellt die Show „VIVA live“ das Thema in den Mittelpunkt. Die Sender strahlen bis zum 4. Dezember exklusiv einen AIDS-Spot mit den britischen Weltstars Robbie Williams und David Beckham aus.

    „Du und ich gegen AIDS“

    UNICEF ruft junge Leute dazu auf, am Welt-AIDS-Tag die UNICEF-Kampagne zu unterstützen. Unter www.unicef.de/aids können sie die Forderungen von UNICEF unterschreiben, um Pharmaunternehmen und Regierungen zu mehr Einsatz im Kampf gegen AIDS zu bewegen. „Ich kämpfe mit UNICEF gegen AIDS, weil…“ – diesen Satz kann jeder im Internet vervollständigen. Wer mitmacht, steht in einer Reihe mit Prominenten wie Katja Riemann, Oliver Bierhoff, Monica Lierhaus, Sesamstraßen-Samson und Menschen wie „Du und ich“.

    UNICEF hat zehn Fakten über AIDS formuliert, die jeder junge Mensch kennen sollte:

    • 1. AIDS wird durch das sogenannte HI-Virus übertragen. Das Virus greift das Immunsystem des Körpers an, so dass er Krankheiten nicht mehr abwehren kann.
    • 2. Ein HIV-infizierter Mensch kann viele Jahre gesund aussehen und sich gesund fühlen. Trotzdem kann er andere Menschen anstecken.
    • 3. HIV wird durch Blut, Samenflüssigkeit, Absonderungen der Scheide und Muttermilch übertragen. Eine Ansteckung kann in allen Phasen der Infektion oder Krankheit erfolgen.
    • 4. Häufigster Übertragungsweg ist der Geschlechtsverkehr. Das Risiko erhöht sich, wenn die Sexualpartner Risse im Gewebe der Scheide, im analen Gewebe, Wunden oder Geschlechtskrankheiten haben. Das Risiko ist für Mädchen größer als für ältere Frauen.
    • 5. Menschen mit Geschlechtskrankheiten übertragen das Virus leichter auf andere Menschen und infizieren sich schneller. Betroffene sollten sofort einen Arzt aufsuchen, Geschlechtsverkehr vermeiden oder ein Kondom benutzen und ihren Sexualpartner informieren.
    • 6. Kondome können das Risiko einer Ansteckung deutlich verringern. Der einzige sichere Weg, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen, ist die Vermeidung von Geschlechtsverkehr.
    • 7. Drogenabhängige sind besonders gefährdet. Denn eine Ansteckung ist auch durch Schnitte oder Stiche mit nicht sterilisierten Nadeln, Rasierklingen oder Messern möglich.
    • 8. Wer glaubt, sich angesteckt zu haben, sollte eine Gesundheitseinrichtung oder eine Beratungsstelle aufsuchen, um sich vertraulich beraten und testen zu lassen.
    • 9. HIV wird auf folgenden Wegen nicht übertragen: Händeschütteln, Baden in Swimmingpools, Toilettensitze, Bettwäsche, Nahrungsmittel und Essgeschirr, Insektenbisse, Husten und Niesen.
    • 10. HIV-infizierte Menschen brauchen Unterstützung. Die Diskriminierung HIV-positiver Menschen ist eine Menschenrechtsverletzung.

    Wir halten Fotos und Betamaterial bereit. Bitte wenden Sie sich an: UNICEF-Pressestelle, Helga Kuhn, 0221/93650-234 oder 315

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      • Statement von Stephen Lewis, Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für HIV/AIDS in Afrika (PDF, 25 KB)