50 Jahre Weltkindertag – zu diesem Anlass ruft UNICEF Mädchen und Jungen rund um den Globus auf, sich für ihre Rechte und Träume stark zu machen.
Offiziell begann die Geschichte des Weltkindertages während der neunten Vollversammlung der Vereinten Nationen am 21. September 1954. Damals beauftragte die Staatengemeinschaft UNICEF mit der Ausrichtung eines weltweiten „Kindertages“. Die Gründerväter verfolgten drei Ziele: Neben dem Einsatz für Kinderrechte und der Förderung der Freundschaft unter den jungen Erdenbürgern sollten sich die Regierungen einmal im Jahr öffentlich verpflichten, die Arbeit des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF zu unterstützen.
Weltkindertag in mehr als 145 Ländern
Die Vereinten Nationen nahmen damit einen Vorschlag der amerikanischen Organisation International Union for Child Welfare auf, die 1952 für einen weltweiten Kindertag plädiert hatte. Die Idee stieß auf Zustimmung – bereits ein Jahr später beteiligten sich 40 Länder. 50 Jahre nach seiner offiziellen Einführung wird der Weltkindertag heute in mehr als 145 Ländern gefeiert. Das Datum variiert je nach Tradition und Region. Den Auftakt machen im Januar Ägypten und Thailand, im April folgen Mexiko und die Türkei. Japan hat den 5. Mai zum gesetzlichen Feitertag erklärt. Die skandinavischen Länder nutzen die langen Sommernächte im Juni und im afrikanischen Guinea wird sogar den ganzen Monat lang gefeiert. In den sozialistischen Ländern wurde der internationale Kindertag stets am 1. Juni begangen. China und die osteuropäischen Staaten haben das Datum beibehalten. Auch in den neuen Bundesländern wird in vielen Städten der Weltkindertag aus Tradition weiter am 1. Juni gefeiert.
Weltkindertag in Deutschland
Der offizielle Weltkindertag in Deutschland ist der 20. September. Alle Kinder- und Jugendorganisationen nutzen den Tag, um mit Demonstrationen, Festen und anderen Veranstaltungen auf die Lage der Kinder aufmerksam zu machen. UNICEF startet am Weltkindertag auch die Suche nach UNICEF „Juniorbotschaftern“ für Kinderrechte. Gefragt sind Aktionen von Schulklassen, Gruppen und einzelnen Schülern. Unter www.juniorbotschafter.de gibt es Informationen zum „Recht auf Gesundheit“, zur „Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen“ und weiteren Kinderrechtsthemen. Die besten Aktionen werden ausgezeichnet.
Seit dem ersten Weltkindertag hat sich die Lage der Kinder weltweit verbessert. So sind 80 Prozent aller Kinder heute durch Impfungen gegen Krankheiten wie Kinderlähmung, Tuberkulose, Masern, Tetanus und Diphtherie geschützt. Die Kindersterblichkeit hat sich in den letzten 30 Jahren halbiert. Und noch nie gingen so viele Kinder zur Schule wie heute.
Es bleibt viel zu tun
Dennoch bleibt viel zu tun. Fast ein Drittel der weltweit rund 2,1 Milliarden Kinder und Jugendlichen wächst in extremer Armut auf. Noch immer sterben knapp elf Millionen Kinder, bevor sie das fünfte Lebensjahr vollendet haben, die meisten an vermeidbaren Krankheiten wie Masern oder Durchfall. 246 Millionen Mädchen und Jungen zwischen fünf und 17 Jahren schuften für Hungerlöhne, um das Überleben ihrer Familie zu sichern.
Am Weltkindertag erinnert UNICEF deshalb die Regierungen an ihre Pflicht, Kindern unabhängig von ihrer Herkunft ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Seit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 1989, die von allen Ländern mit Ausnahme Somalias und der USA ratifiziert wurde, ist dieses Recht auf Grundversorgung völkerrechtlich verbindlich festgeschrieben.
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