
Immer mehr Kinder in Deutschland sind von Armut und gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen. Gleichzeitig schwindet der Anteil von Kindern an der Gesamtbevölkerung. Das Aktionsbündnis Kinderrechte (UNICEF, Deutsches Kinderhilfswerk, Deutscher Kinderschutzbund) ruft anlässlich des Weltkindertags 2008 am 20. September dazu auf, dem Wohlergehen von Kindern bei allen politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen Vorrang zu geben.
Nach Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention hat das Wohl des Kindes Vorrang bei allen Entscheidungen, die Kinder und Jugendliche betreffen. Doch obwohl Deutschland dem Übereinkommen schon vor 16 Jahren beigetreten ist, bestehen deutliche Defizite bei der Umsetzung. So werden Entscheidungen in Politik, Verwaltung und Justiz meist getroffen, ohne die Auswirkungen auf Kinder explizit zu prüfen oder gar Kinder und Jugendliche einzubeziehen. Die Folge: Bei vielen sie betreffenden Entscheidungen in Gemeinden, Ländern und auf Bundesebene – vom Schulstandort bis zum Bundeshaushalt – spielen die Meinungen und Belange der Kinder nur eine Nebenrolle. Dies gilt insbesondere für Kinder aus benachteiligten Familien, deren Rechte auf eine gute Bildung und Teilhabe in der Gesellschaft sehr eingeschränkt sind.
Vor diesem Hintergrund hat das Aktionsbündnis Prominente, Politiker, Unternehmer, Eltern und Heranwachsende gefragt: „Was sind uns Kinder wert?“ Zahlreiche Antworten – nachdenkliche und heitere, poetische und politische – sind bereits eingegangen. Sie werden auf den Weltkindertagsfesten in Köln und Berlin am 21. September sowie im Internet veröffentlicht. Am 19. September findet vor dem Brandenburger Tor der zentrale Bildtermin zur Aktion „Was sind uns Kinder wert?“ statt. Berliner Schulkinder werden dort für den Vorrang des Kindeswohls in Deutschland demonstrieren. Anschließend werden sie Passanten interviewen und nach ihrer Einstellung zur Situation von Kindern in Deutschland befragen.
Das Aktionsbündnis Kinderrechte fordert einen umfassenden Perspektiv- und Politikwechsel in Deutschland – zum Wohl der Kinder:
1994 haben sich UNICEF, der Deutsche Kinderschutzbund und das Deutsche Kinderhilfswerk zum Aktionsbündnis Kinderrechte zusammengeschlossen. Gemeinsam treten die Organisationen für die Verwirklichung der in der UN-Konvention festgeschriebenen Rechte der Kinder ein, um die Position der Kinder zu stärken und ein klares Signal an Staat und Gesellschaft zu senden, das Wohlergehen der Kinder als Kernaufgabe wahrzunehmen.
Weitere Informationen unter anderem unter www.kinderrechte-ins-grundgesetz.de.
UNICEF Deutschland
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Bank für Sozialwirtschaft Köln