

Christoph Metzelder wurde 1980 in Haltern am See geboren. Gegen den Willen seines Vaters schlich er sich zum Fußballplatz. „Mein Vater hätte eigentlich lieber einen Helden der Leichtathletik aus mir gemacht“, erinnert sich der 26-jährige heute schmunzelnd. Beim TUS Haltern kickte der Christoph bis zur B-Jugend. Dann wurde plötzlich ein Trainer von Schalke 04 auf ihn aufmerksam und bot ihm einen Vertrag an. „Das ist ja sensationell habe ich mir gedacht und sofort zugesagt. Aber von wegen!“ Seine Zeit bei den Königsblauen würde er heute lieber vergessen, sagt er.
1996 klopfte dann glücklicherweise Preußen Münster bei ihm an. Hier spielte er von 1996 bis 2000. Während dieser Zeit bestritt „Metze“, wie die Kameraden ihn nannten, sein erstes Länderspiel. Dabei habe er sich wohl geschickt angestellt, denn nur ein Jahr danach war er plötzlich bei dem Bundesligisten Borussia Dortmund unter Vertrag. „Eines Morgens klingelte bei uns zu Hause das Telefon und Bernd Krauss, zu jener Zeit Trainer bei Borrussia Dortmund, war am Apparat. Ich war völlig perplex. Ich dachte: wo ist die versteckte Kamera?“
Es folgten zwei Jahre, in denen es nur bergauf ging: Kaum zwölf Monate nach seinem Wechsel zur Borussia lief er bereits für die Deutsche Nationalmannschaft aufs Spielfeld. Noch im selben Jahr wurde er mit seinem Verein Deutscher Meister, stand im Finale um den UEFA-Cup und dann sogar im Endspiel um die Weltmeisterschaft in Yokohama.
2003 hatte die Glückssträhne dann ein plötzliches Ende. Eine Verletzung an der Achillessehne zwang ihn zu pausieren. 20 Monate lang musste er sich die Spiele seines Vereins von der Tribüne aus anschauen.
In der Saison 2004/2005 feierte er dann sein Comeback beim Auswärtsspiel gegen Hansa Rostock und schoss bereits im September 2005 gegen Mainz 05 sein erstes Bundesligator. Kurz darauf wurde er wieder für die Deutsche Nationalmannschaft nominiert für die er jetzt als Mittelfeldspieler an der WM teilnehmen wird.
Während der Fussballweltmeisterschaft spielt Metzelder aber nicht nur für die Nationalmannschaft, sondern auch für das „Team-UNICEF“. Sport und insbesondere Fußball erfülle eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, so Metzelder. Insbesondere für Kinder, die in Armut oder in Krisengebieten leben: „Kinder, die Kriege und Konflikte miterleben oder gar als Kindersoldaten kämpfen mussten, lernen durch Fußball Toleranz, Gewaltlosigkeit und Frieden kennen.“ Fußballspieler seien außerdem positive Vorbilder, die Kraft und Energie mobilisieren. Das weiß er aus eigener Erfahrung:„Mein Vorbild ist der ehemalige Nationalspieler Karl-Heinz Förster. Ich habe als Kindergartenkind ein Paninibild von ihm auf dem Bürgersteig gefunden. Von da an wollte ich Fußballspieler werden.“
Christoph Metzelder unterstützt die Arbeit von UNICEF schon seit geraumer Zeit. Im Frühjahr besuchte er einen Filmworkshop mit Jugendlichen aus dem Ruhrgebiet. 13 bis 17-jährigen Jungen und Mädchen sollten unter Anleitung filmen, wie sie Armut in Deutschland sehen. „“Kinderarmut in einem reichen Land wie Deutschland muss nicht sein. Wenn wir etwas für diese Kinder tun wollen, müssen wir lernen, die Welt mit ihren Augen zu sehen“, erklärt Metzelder das Konzept des UNICEF-Projektes. UNICEF wird die 60-sekündigen Videos während einer Konferenz zu Kinderarmut im Sommer in Berlin veröffentlichen.
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