Es kommt mir vor als wäre es erst gestern gewesen, dass ich auf ruandischem Boden gelandet bin. Doch es ist mittlerweile schon mehr als 7 Wochen her! In der Zwischenzeit habe ich zwar nicht immer gebloggt, aber die verschiedensten Projekte, Organisationen und vor allen Dingen Schulen besucht, die UNICEF hier in Ruanda unterstützt. Und habe so viel Material, Foto, Videos, Interviews etc., wie möglich mitgenommen, das zum großen Teil auch noch auf der Festplatte meines Laptops ruht und nur darauf wartet, endlich bearbeitet zu werden. Dies wird in den nächsten Wochen nach und nach geschehen. Da gibt’s zum Beispiel den kleinen Pierre Celestin aus Kigeyo, der endlich zeigen möchte, womit er seine ganze Schule begeistert. Oder Priscille von der Murama-Schule, die mir ein Blick in ihr Leben ermöglicht hat. Oder Straßenkinder wie Aimable oder Clement, die mir von ihrem Leben auf der Straße und wie sie davon weggekommen sind erzählt haben. Kinder von der Rubingo Schule, die begeistert gezeigt haben, wie Hände waschen geht. Oder Sarah. Sie ist 14 und im 8. Monalt schwanger. Nach einer Vergewaltigung fand sie in einem von UNICEF unterstützten Zentrum Schutz und Hilfe.
Insofern werde ich zwar nicht mehr körperlich hier anwesend sein, aber kann dank des vielen Materials, das noch auf Aufarbeitung wartet, immer noch mitten aus dem Leben von Kindern in Ruanda berichten.
Was ich nach sieben Wochen sagen kann: UNICEF in Ruanda macht tolle und wichtige Arbeit. Ich habe viele Kinder getroffen, die direkte oder indirekte Hilfe bekommen haben und deren Leben sich dadurch verbessert hat. An vielen Stellen ist allerdings auch noch viel Arbeit und Unterstützung nötig, damit sich das Leben von Kindern tatsächlich langfristig und nachhaltig ändert. Ich habe jedoch selten so eine Lust auf Schule und Freude am Lernen gesehen wie an der Rubingo Schule, der Murama Schule oder der Kigeyo Schule. Das hat mich wahnsinnig beeindruckt und berührt. Das ist die Zukunft der Kinder hier und ihre Chance, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Und das wissen sie. Immer wieder kam ich mit den Kindern ins Gespräch und musste selbst viele Fragen beantworten - wie wird man denn Journalistin, wie sieht Deutschland aus, wie sagt man auf Deutsch “Guten Tag” usw.
Das war eine spannende Zeit mit den vielfältigsten Einblicken in Kinderleben. Positive, berührende, nachdenkliche Momente und Erinnerungen, mit denen ich heute Abend ins Flugzeug steige und über die ich auch in den nächsten Wochen noch weiter berichten werde.