Kinder
im Blick
UNICEF-Schirmherrin Christina Rau präsentiert „UNICEF-Foto
des Jahres“
Der internationale Fotopreis „UNICEF-Foto
des Jahres“ geht in diesem Jahr an die US-amerikanische
Fotografin Meredith Davenport. Mit der Auszeichnung prämiert
UNICEF, mit Unterstützung der Zeitschrift GEO und
der Leica Camera AG Fotos von hohem künstlerischem
Niveau, die die Lebensumstände und Persönlichkeit
von Kindern in besonders eindringlicher Weise illustrieren.
Das Siegerfoto zeigt einen behinderten Jungen aus Costa
Rica auf einem Sofa, der seine rechte Hand abwehrend vor
die Augen hält. Das Foto gehört zu einer Serie
von Bildern über den Alltag von körperlich und
geistig behinderten Kindern in dem lateinamerikanischen
Land. Die Ursache für die Behinderungen der Kinder
sehen Ärzte und Wissenschafter in dem Gebrauch von
Pestiziden auf Bananenplantagen. UNICEF-Schirmherrin Christina
Rau überreichte Meredith Davenport die Auszeichnung
persönlich in Berlin. Die Fotografin erhielt eine
Leica-M6-Kamera sowie einen Fotoreportage-Auftrag für
die Kinderzeitschrift GEOlino. Neben dem Siegerbild würdigte
die sechsköpfige Jury aus bekannten Fotospezialisten
drei weitere Fotografen in besonderer Weise: Jan Grarup
aus Dänemark für sein Bild von Kindersoldaten
in Palästina, den deutschen Fotografen Vincent Kohlbecher
für sein Foto von rumänischen Straßenkindern
sowie den südafrikanischen Fotokünstler Roger
Ballen für sein Porträt eines schlafenden Kindes.
Begegnung mit einer Persönlichkeit
Mit ihrem prämierten Bild „Siviani auf
dem Sofa“ setzt die Fotografin Meredith Davenport
ihre Begegnung mit dem behinderten neunjährigen
costa-ricanischen Jungen Siviani ins Bild. „Dies
soll kein mitleidserregendes Porträt sein.
Das Bild soll vielmehr die eigenständige Persönlichkeit
von Siviani reflektieren. Ich habe Siviani als einen
Menschen erlebt, der seinen Vorstellungen und Wünschen
auf seine Weise Ausdruck verleiht“, erklärte
die Fotografin. „Das Bild irritiert den Betrachter,
da nicht sofort erkennbar ist, in welcher Lebenslage
sich das Kind befindet. Dadurch löst das Foto
eine Spannung aus, es regt zum Nachdenken und fordert
zu Fragen über die Persönlichkeit und
die Lebenslage des abgebildeten Jungen auf“,
erklärte der Juryvorsitzende Professor Klaus
Honnef. Mit ihren Bildern dokumentiert Meredith
Davenport den Alltag von behinderten Kinder und
ihren Familien in einem Dorf rund 50 Kilometer nordöstlich
von der costa-ricanischen Hauptstadt San José.
Ärzte und Wissenschaftler führen die Behinderung
der Kinder auf den Einsatz von Pestiziden auf Bananenplantagen
zurück. Die Eltern der Kinder sind mit dem
Schädlingsbekämpfungsmittel jahrelang
bei ihrer Arbeit in Berührung gekommen. Bei
der Pflege und Versorgung ihrer Kinder erhalten
sie kaum oder keine Unterstützung.
Das Schwarzweißfoto des
dänischen Fotografen Jan Grarup zeigt palästinensische
Kinder mit Maschinengewehren bei einem Todeszug in Ramallah
in der Westbank. An dem Zug nehmen Anhänger der die
palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) tragenden
Fatah-Bewegung teil.
Das Farbfoto des deutschen Fotografen
Vincent Kohlbecher stammt aus einer Bildserie zum Thema
Straßenkinder in Rumänien. Das Foto zeigt zwei
Straßenkinder auf zwei Bildebenen: Im Vordergrund
ist unscharf ein Junge zu erkennen, der Lösungsmittel
schnüffelt. Im Hintergrund spielt ein Mädchen
vergnügt mit einem Hund.
Das Schwarzweiß-Stilleben
„Porträt eines schlafenden Mädchens“
des südafrikanischen Fotokünstlers Roger Ballen
ist Teil einer Bildserie über eine Familie in Johannesburg,
die Ballen seit 16 Jahren fotografiert. Die Auswahl seiner
Motive beschreibt der Fotograf als rein ästhetisch
motiviert.
Fotograf:
Roger Ballen, Süd-Afrika
ehrenvolle
Erwähnungen
2001
gingen Ehrenvolle Erwähnungen an folgende Fotografen: