Bilder
als Botschafter der Hoffnung
Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul präsentiert
„UNICEF-Foto des Jahres“
Der internationale Fotopreis „UNICEF-Foto des
Jahres“ geht in diesem Jahr an den dänischen
Fotografen Jan Grarup für eine Aufnahme von Flüchtlingskindern
aus Liberia. Mit der Auszeichnung prämiert UNICEF
Fotos von hohem künstlerischen Niveau, die die
Lebensumstände von Kindern und ihre Persönlichkeit
in besonders eindringlicher Weise illustrieren. Die
Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, überreichte
Jan Grarup die Auszeichnung in Hamburg.
„Der
UNICEF-Fotowettbewerb lenkt den Blick auf das Schicksal
von Kindern in aller Welt“, sagte Heidemarie
Wieczorek-Zeul bei der Preisverleihung. „ Es
sind schmerzhafte Bilder, die Kinder im Elend zeigen.
Zugleich sind es Bilder der Hoffnung, weil sie eine
Brücke schlagen zwischen armen und reichen Ländern.
Sie machen deutlich, wie dringend Hilfe gebraucht
wird und wie enorm viel sie bewirken kann.“
„Bilder sind in der
Lage, zwischen Kulturen zu übersetzen, wie es
die Sprache kaum vermag“, sagte Rolf Seelmann-Eggebert,
TV-Journalist und UNICEF-Vorstandsmitglied. „Die
prämierten Fotos sind dafür erstklassige
Beispiele. Gleichzeitig stehen sie für unterschiedliche
Sichtweisen, die ein weites Spektrum der aktuellen
Fotografie abdecken.“
Jan Grarup hat das mit
dem ersten Preis ausgezeichnete Foto im Juni
2002 nahe der Grenze zwischen Liberia und Sierra
Leone aufgenommen. Es ist Teil einer Fotoserie
über Kinder, die vor dem Bürgerkrieg
aus ihrem Heimatland Liberia fliehen mußten.
Das Bild zeigt, wie sie um Passierscheine bitten,
um in ein Flüchtlingslager nach Sierra
Leone zu gelangen. Der Betrachter blickt auf
Kinderhände, die durch eine Maueröffnung
ins Leere greifen. Auch das Gesicht eines Kindes
ist zu erkennen. Es drückt bange Erwartung
aus. In Liberia waren 2002 nach Schätzungen
der Vereinten Nationen rund 200.000 Menschen
auf der Flucht vor marodierenden Soldaten, die
nach dem Wiederausbruch des Bürgerkrieges
die Zivilbevölkerung terrorisieren. Rund
125.000 Menschen haben im Nachbarland Sierra
Leone Zuflucht gesucht. UNICEF unterhielt 2002
in Liberia - auch mit Unterstützung der
deutschen Bundesregierung – ein Hilfsprogramm
für mehr als 50.000 Menschen in vier
Flüchtlingslagern.Fotograf:
Jan Grarup, Dänemark
Rapho
"Karat" leitet sich
von dem Namen einer lösungsmittelhaltigen Schuhpolitur
ab, die von den Kindern zum Schnüffeln verwandt
wird. "Himmel über St. Petersburg"
bezeichnet dabei aber nicht nur illusionäre,
sondern durchaus auch reale Räume. Auf den Dachböden
und Dächern über der Stadt finden viele
von ihnen einen Platz, um hier ihre Nächte zu
verbringen, ungestört Drogen zu konsumieren oder
auch ihren Lebensunterhalt durch Prostitution zu verdienen.
In den Jahren 2000 - 2001 fotografierte Wolfgang Müller
Kinder und Jugendliche in St. Petersburg, deren Lebensmittelpunkt
die Straße ist. Er begleitete über einen
Zeitraum von 9 Monaten insgesamt 8 verschiedene Gruppen
oder Einzelpersonen. Inzwischen erhielt er weitere
bedeutende Auszeichnungen für diese Arbeit.
Ein Hutu Kind trägt Wasser
in eine Notunterkunft, in der seine Familie leben
muss. Hutu Bauern werden zu ihrer eigenen Sicherheit
in den Auffanglagern untergebracht und von Tutsi Soldaten
bewacht. „Heute am Beginn des 21. Jahrhunderts
gibt es ausreichend Nahrungsmittel auf unserem Planeten
und trotzdem müssen Menschen noch verhungern,“
sagt der Fotograf. „Politik und Hunger“
ist ein Projekt von Stuart Freedman, für das
er bereits in Burundi, Süd Sudan, Irak und Brasilien
fotografiert hat.
Fotograf:
Stuart Freedman, Großbritannien
Network Photographers
Hanna ist ein zehnjähriges
Mädchen, das mit dem Down-Syndrom geboren wurde.
Die Bilder wurden erstmals im August 2001 in dem Bildband
„Hanna – Lebensbilder eines Kindes“
veröffentlicht. Hanna lebt im Landkreis Osnabrück
zusammen mit ihrem Vater und zwei jüngeren Schwestern.
Sie besucht eine heilpädagogische Schule und
die Freizeitmöglichkeiten eines kleinen Dorfes.
Sie spielt und lebt inmitten ihrer Freundinnen und
Schwestern. In ihrer großen Sensibilität,
ihrer oft unbändigen Lebenslust und der Fähigkeit,
sehr unmittelbar auszudrücken, was sie bewegt,
wohnt eine Lebenskraft, die viele staunen lässt.
Mit dem Anliegen der Fotografin, Fragen nach der Behinderung
und Normalität, nach Anderssein und Integration
neu zu stellen gelang ihr eine optimistische und lebensbejahende
Bildstrecke eines deutschen Mädchens, das mit
einer Behinderung geboren wurde.