Bilder
der Sehnsucht - Bilder des Terrors
Christina Rau ehrt Sieger des Wettbewerbs
„UNICEF-Foto des Jahres“
Der US-amerikanische Fotograf Don Bartletti ist Sieger
des internationalen Fotowettbewerbs „UNICEF-Foto
des Jahres“. Sein Foto zeigt einen Jungen aus Honduras
auf dem Weg in die USA - als blinder Passagier auf dem
Dach eines Güterzuges. Die sechsköpfige Jury
unter der Leitung von Professor Klaus Honnef vergab zudem
einen zweiten und dritten Preis sowie vier lobende Erwähnungen.
UNICEF, unterstützt von der Zeitschrift GEO und der
Citibank, prämiert mit der Auszeichnung zum vierten
Mal Fotos von hohem künstlerischem Niveau, die die
Lebensumstände von Kindern und ihre Persönlichkeit
besonders eindringlich illustrieren. UNICEF Schirmherrin
Christina Rau überreichte Don Bartletti die Auszeichnung
in Berlin.
Enrique
ist fünf, als seine Mutter ihn verlässt.
Sie will in die USA und Geld verdienen. Elf Jahre
wartet der Junge in Honduras auf ihre Rückkehr.
Dann bricht er auf, um sie zu suchen, allein, ohne
Geld, unter Lebensgefahr. Es beginnt eine lebensgefährliche
Odyssee über 19 000 Kilometer, auf den Dächern
von Güterzügen nach Norden. Der Junge
hungert, wird von Räubern und korrupter Polizei
gejagt. Enrique ist eines von tausenden Kindern,
die sich jedes Jahr aus Mittelamerika auf den Weg
in den Norden machen. Wenige haben Glück. Viele
versuchen es immer wieder. Don Bartletti ist mit
den Kindern auf den Spuren von Enrique gereist und
hat ihre Erlebnisse dokumentiert.
Fettleibigkeit wird in erster
Linie als ein ästhetisches Problem diskutiert, rückt
jedoch momentan in den USA zur Todesursache Nummer eins
auf. Die Weltgesundheits-Organisation hat es zu einer
globalen Epidemie erklärt.
Die Lebenserwartung von Kindern, die an einem bestimmten
Diabetes-Typ erkranken, bevor sie fünfzehn Jahre
alt sind, reduziert sich lt. Statistiken um ca. 27 Jahre.
Felicia Webb, die sich vor diesem Thema mit der Magersucht
auseinandergesetzt hat, hat für diese Reportage die
Geschwister Jonathan (14) und Yomara (9) Rojo einige Wochen
begleitet. Bei beiden Kindern wurde im Februar 2003 Leberentzündungen
diagnostiziert. Ihr Vater ist seit sieben Jahren im Gefängnis
und die Mutter alleinerziehend.
Fotos:
Felicia Webb, Großbritannien
IPG – Independent Photographers’ Group
Dieses Mädchen ist zwölf
Jahre alt. Sie war zehn, als die Rebellen der Revolutionary
United Front (RUF) aus Sierra Leone die Grenze nach Liberia
überschritten und das Dorf überfielen, in dem
sie lebte. Ihre Eltern wurden getötet und sie wurde
entführt. Die Soldaten ließen Kinder und junge
Frauen als Träger, Köche und Sexsklaven arbeiten.
Darum bezeichnete man sie als „Buschfrauen“.
Die Narben auf dem Körper des Mädchens rühren
von Verätzungen her. Sie ist bei einem Fluchtversuch
gefangen und zur Abschreckung mit Säure übergossen
worden. Der langjährige Konflikt in Sierra Leone
endete schließlich Anfang 2002 und hinterließ
bei tausenden Frauen schwere Traumata. Für sie ist
nur wenig Hilfe verfügbar, deshalb haben die Frauen
Selbsthilfegruppen gegründet, um ihre Erfahrungen
verarbeiten zu können.