Kinderprostituierte in Kinshasa, Demokratische Republik Kongo

Ester weiß nicht, wie alt sie ist. Sie dürfte zwischen 9 und 11 Jahren alt sein. Sie raucht eine Zigarette während ihre Freundinnen sie frisieren. Ester und ihre Freundinnen Clarisse, Francine, Gladys und Betty sind obdachlos und leben nahe eines kleinen, verschmutzten Flusses in Matonge, einem Vergnügungsviertel von Kinshasa.

Sie leben seit einigen Jahren auf der Straße. Sie schlafen auf dem Boden und ihre einzigen Habseligkeiten sind die Kleider, die sie am Leib tragen. Sie leben dabei an Orten, die den Anwohnern als Müllkippe dienen. Die Mädchen halten sich durch die Arbeit als Prostituierte in den Straßen von Matonge über Wasser. Ein Zwanzigjähriger, der ebenfalls auf der Straße lebt, agiert als ihr Zuhälter. Die Mädchen verkaufen ihre Körper an Einheimische, an Ausländer und an die in Kinshasa stationierten Soldaten. Sex mit den Mädchen gibt es bereits für 1 US$, wobei die jüngeren Mädchen noch weniger verlangen, da sie noch keine Brüste haben.

Ester raucht täglich Zigaretten und Marihuana. Darüber hinaus trinkt sie selbstgebrannten Whiskey, in den sie manchmal auch noch Valium mischt. Ihr Körper ist voller Narben. Wenn sie groß ist, möchte Esther heiraten und eine normale Arbeit haben. Sie möchte lernen, fließend Französisch zu sprechen und will beim Fernsehen arbeiten, wie der Fotograf Per-Anders Pettersson berichtet. Er hat Ester bereits auf einer vorangegangenen Reise kennengelernt. Er arbeitet auch weiterhin an einer Reportage über die Mädchen.

In Kinshasa leben schätzungsweise 50.000 Straßenkinder, die von niemandem respektiert werden. Sowohl Einwohner als auch Behörden sind mit dem Problem hoffnungslos überfordert.

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