Waisenhaus in der Ukraine

Am Rande eines Waldstücks in der westlichen Ukraine liegt abgelegen ein Waisenhaus. Es wurde um 1960 zur Sowjetzeit für Mädchen mit geistiger Behinderung gebaut. Damals wurden geistig behinderte Kinder aus ihren Familien herausgenommen und völlig vom öffentlichen Leben abgeschottet. Besuche waren verboten. Die Sowjetregierung war der einzige Geldgeber der Institution.

Noch heute leben in dem alten dreistöckigen Gebäude Mädchen im Alter zwischen 5 und 25 Jahren mit unterschiedlichen Graden der Behinderung in nahezu völliger Isolation. Ausflüge über die Grundstücksgrenze hinaus werden nicht gemacht, obwohl viele der Mädchen nur kleine, heilbare Probleme haben. Fast ohne Freizeitangebote und ohne Spielzeug verbringen sie die meiste Zeit damit, sich selbst zu unterhalten, indem sie durch den Wald laufen, Musik hören oder auf dem verwilderten Spielplatz herumtollen.

Die amerikanische Fotografin Carolyn Drake lebt momentan in Kiew, Ukraine. Mit Hilfe eines Fulbright Stipendiums dokumentiert sie den kulturellen Umbruch in der Epoche der Unabhängigkeit nach dem Zerfall der UdSSR.

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