Today`s Children, Tomorrow`s Leaders?

Mehr als fünf Jahre lang hat der britische Fotograf Marcus Bleasdale die brutalen Konflikte innerhalb der Grenzen der Demokratischen Republik Kongo begleitet – und eine Zusammenfassung seiner Arbeit in dem Buch „One Hundred Years of Darkness“ (100 Jahre Dunkelheit) veröffentlicht. Er dokumentiert das Ausmaß der Tragödie im Kongo, das unermessliche Leid in einem der längsten und brutalsten Kriege unserer Zeit.

Rund vier Millionen Menschen wurden seit 1998 ermordet. Jahr für Jahr gab es Zusammenstöße zwischen Milizen und Soldaten, zwischen Privatarmeen und den Regierungstruppen gleich mehrerer Länder. Sie kämpfen um die Kontrolle der Bodenschätze im Osten des Landes, um Gold, Koltan, Kassiterit und Diamanten. Der Kongo ist reich an Mineralien. Doch dieser Reichtum hat sich für die Menschen im Land nicht als Segen, sondern als Fluch erwiesen.

Bleasdales neue Arbeit zeigt das Leben von Straßenkindern in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa. Er hat seine Serie mit eienr Frage betitelt: „Today’s Children, Tomorrow’s Leaders?“ (Kinder von heute, Führer von Morgen?) In Kinshasa gibt es mehrere Aufnahemzentren für Straßenkinder. In diesen spartanischen Einrichtungen haben sie zumindest ein Dach über dem Kopf, können sich duschen, werden unterrichtet und mit Lebensmittel versorgt. Nicht alle Zentren arbeiten seriös.

Der Fotograf berichtet, dass manchmal Kinder von Familienangehörigen aus dem Haus auf die Strasse gejagt werden, weil sie angeblich von einem bösen Geist besessen sind.Dies geschiet häufig, wenn die wirtschaftlichen Umstände es nicht mehr zulassen, eine weitere Person zu ernähren. Hexerei dient somit als willkommener Vorwand, um sich der „überzähligen“ und für die Familie überflüssigen Kinder zu entledigen – die in eine ungewissen und trostlose Zukunft gestoßen werden.

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