Ein Haus der Hoffnung

Der britisch/kanadische Fotograf Finbarr O’Reilly war in der Stadt Kinshasa im krisengeschüttelten Kongo (DRC). Als er eines Tages in der Stadt wieder einmal Unruhen, Schießereien und aufgebrachte Menschen fotografiert, stößt er durch Zufall auf ein Heim für Mädchen und Jungen, die durch Kinderlähmung verkrüppelt sind. Es ist ein ruhiges Haus. Fast beschaulich. Er empfindet es wie eine Oase der Hoffnung, der Einigkeit und des Optimismus in einem riesigen, von Verzweiflung gezeichnetem Land.

Die Kinder hören ohrenbetäubend laute Musik und laufen auf ihren Krücken im Hof einem aus Lumpen zusammengenähten Fußball hinterher. Der Fotograf legt seine Kamera zur Seite, um mitzukicken. „Woah, mondele (Weißer) Du musst schon etwas härter spielen!“, lachen ihn die Kinder aus.

Nachts schlafen sie zusammengekuschelt ohne Decken auf dem nackten Boden. Doch wenigstens sind sie in Sicherheit. Das „International Polio Victims Response Committee“ versorgt die ca. 100 Kinder mit bescheidenen Mitteln.

An seinem letzten Tag im Heim gibt der Fotograf eine Party für die Kinder. Er projiziert die Bilder, die er von ihnen gemacht hat, an die Wand. Ein dankbares Gejohle belohnt ihn für seine Arbeit. Die Kinder lachen, tanzen und singen bis spät in die Nacht.

Die Kinderlähmung bedroht in einigen Ländern noch immer Leben und Gesundheit der Kinder - auch wenn das Virus durch Massenimpfungen bereits stark zurückgedrängt werden konnte. Um den Erreger endgültig auszurotten, müssen gerade Kinder in entlegenen Gebieten oder in Krisengebieten geimpft werden.

Fotograf: Finbarr O’Reilly, Groß Britannien/Kanada, Reuters

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