Verbrechen
und ihre Folgen
„Der Soldat kam in der Nacht,
er sagte, ich sei nicht die erste, die er vergewaltige.
Er war brutal. Er durchstach mein Bein mit einem Spieß
und dann vergewaltigte er mich vier Stunden lang.
Er kam immer wieder, an sechs aufeinander folgenden
Nächten. Ich liebe meine erste Tochter mehr,
da sie ein Ergebnis der Liebe ist. Ihr Vater war mein
erster Mann. Das zweite Mädchen ist das Ergebnis
ungewollter Umstände (Vergewaltigung).“
Joseline I.* (37, HIV+) mit ihrer Tochter Leah B.*
(12)
„Ich habe das Kind nie geliebt.
Ich muss mich dazu zwingen. Doch er macht es mir unmöglich.
Er benimmt sich wie ein Straßenkind. Er ist
ein schlimmer Junge. Ich sage ihm nicht, dass ich
ihn nicht liebe. Es ist das Blut, das in ihm steckt…“
Claudin M.* (26) und ihr Sohn Jeandediue U.* (12)
„Als ich schwanger war, wollte
ich sterben. Ich versuchte, mich umzubringen. Dann
bekam ich Angst. Ich überlegte mir, das Kind
zu bekommen und es dann umzubringen. Aber als es da
war, liebte ich es sofort. Es war so schön. Ich
konnte es nicht töten. Ich werde meinen Sohn
immer lieben.“
Annasalie M.* (34, HIV+) und ihr Sohn Prince R.* (12,
HIV+)
Jonathan Torgovnik wollte für sein Projekt 50
Frauen finden, die während des Genozids in Ruanda
vor 13 Jahren vergewaltigt wurden und als Folge ein
Kind von ihren Peinigern empfingen.
Fotograf: Jonathan Torgovnik,
Israel, Newsweek Magazine und IPC New York