Kinder sehen fern

Starre Gesichtchen, leere Blicke, puppenhafte Gestalten. Der Fotograf Wolfram Hahn hat Kinder in Deutschland zwischen drei und zwölf Jahren beim Fernsehgucken abgelichtet. Wer Erwachsene beim Fernsehen sieht, mag über ihre dümmlichen Gesichtsausdrücke vielleicht noch lachen. Wenn aber Kinder vor der Glotze stundenlang in Teilnahmslosigkeit versinken, wirken sie wie unheimliche kleine Körper ohne Geist.

„Aktives Begreifen ist in der modernen Mediengesellschaft nicht gefragt. Stattdessen schickt das Fernsehen mit seiner Einbahnstraßen-Kommunikation den Zuschauer in eine mentale Erstarrung,“ sagt der Fotograf und versucht dies in seinen Bildern auszudrücken.

Fernsehen hat im Alltag der meisten Kinder einen festen Platz. Umso wichtiger ist es, dass Kinderfernsehen nicht nur kindgerecht ist, sondern auch einem wichtigen Kinderrecht nachkommt: dem nach Beteiligung. Zum Internationalen Kinder-Fernsehtag am Sonntag, 9. Dezember, rief UNICEF deshalb TV-Sender weltweit dazu auf, Kinder in den Vordergrund zu stellen.

Fotograf: Wolfram Hahn, Deutschland, Student Fachhochschule Potsdam


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