
Fast sieben Millionen Kinder müssen in Bangladesch zum Überleben ihrer Familien beitragen. Viele leben in den Slums der Hauptstadt Dhaka und anderer großer Städte. Für wenig Lohn schuften sie in Gerbereien, auf Baustellen und an Marktständen. Sie arbeiten als Haushaltshilfe, Näherin oder Müllsammler. Die Jobs sind anstrengend, monoton und häufig gefährlich: Tagaus, tagein müssen viele Kinder schwere Handkarren ziehen, mit ungesicherten Maschinen arbeiten oder giftige Dämpfe einatmen.
Für den Besuch einer normalen Schule haben sie weder Geld noch Zeit. Doch nur wer lesen und schreiben kann und die Bangla-Sprache richtig spricht, hat eine Chance, eine besser bezahlte und weniger gesundheitsgefährdende Arbeit zu bekommen. UNICEF unterstützt spezielle Bildungszentren für arbeitende Kinder.
Arbeitende Kinder haben meist keine Möglichkeit, regulären Schulen zu besuchen. Sie werden nie eingeschult oder müssen die Schule bald wieder verlassen, um Geld für das tägliche Überleben zu verdienen. UNICEF unterstützt in Bangladesch einfache Lernzentren, die auf die Situation arbeitender Kinder Rücksicht nehmen. In vier Jahren erwerben die Kinder Fähigkeiten, die mit den ersten fünf Grundschulklassen vergleichbar sind. Die Betreuer achten darauf, etwa 70 Prozent Mädchen aufzunehmen. Denn in Bangladesch werden Frauen traditionell gering geschätzt. Die Hälfte aller 15-Jährigen ist bereits verheiratet, jedes zweite junge Mädchen kann weder lesen noch schreiben.
Das Bildungsprogramm für arbeitende Kinder kommt mit einfachen Mitteln aus. Häufig besteht das „Klassenzimmer“ für etwa 25 Kinder nur aus einer Bambushütte. Doch für die Kinder bedeutet der regelmäßige Unterricht viel mehr als nur zu lernen: Viele erfahren hier zum ersten Mal, dass sie etwas wert sind und aus ihrem Leben etwas machen können. Die Lehrer unterstützen sie dabei, ihren harten Alltag besser zu meistern. Die Kinder schließen Freundschaften, werden selbstbewusster und achten mehr auf ihre Gesundheit. Geht ein Kind zur Schule, profitiert die ganze Familie: Die Söhne und Töchter können ihren Eltern wichtige Formulare vorlesen oder ihnen helfen, beim Einkaufen nicht übervorteilt zu werden.
UNICEF unterstützt in Bangladesch insgesamt 8.000 Lernzentren für arbeitende Kinder. In sechs Städten der Provinzen Dhaka, Chittagong, Rajshahi und Khulna können sie 200.000 Kinder zwischen acht und 14 Jahren aufnehmen.
Auf dem Stundenplan stehen Lesen und Schreiben, Rechnen und Landeskunde, aber auch Themen des täglichen Lebens wie Gesundheit und Hygiene. Die Mädchen und Jungen erhalten täglich zwei bis drei Stunden Unterricht, der vormittags oder nachmittags stattfindet.
UNICEF stellt das Schulmaterial und hilft bei der Lehrerausbildung. Sie lernen beispielsweise, die Schüler aktiv in den Unterricht einzubeziehen oder ihre Leistungen gerecht zu bewerten.
Helfen Sie mit, Schulen wiederaufzubauen und Kinder mit Schulmaterial zu versorgen. Danke!
Für Bangladesch spendenUNICEF Deutschland
Konto 300 000
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Köln