Fast die Hälfte aller Menschen in Malawi muss mit weniger als umgerechnet einem Dollar pro Tag auskommen. Für viele Familien gibt es nicht einmal sauberes Trinkwasser. Besonders auf dem Land sind die Wege zur nächsten Wasserstelle weit. Brunnen werden oft nicht ausreichend gewartet, weil es an ausgebildeten Helfern fehlt. Die meisten Wohnhäuser haben keine Toiletten, nicht einmal in den Schulen gibt es ausreichend Latrinen. Durchfallerkrankungen bedeuten besonders für die Kinder eine ständige Gefahr. UNICEF hilft Familien in drei ländlichen Regionen im Süden Malawis, ihre Trinkwasserversorgung und die Hygiene zu verbessern. Die Schulen erhalten einfache Latrinen. UNICEF bildet zudem Dorfvertreter aus, die für die Instandhaltung der Anlagen sorgen.
Malawi gehört noch immer zu den Ländern mit der höchsten Kindersterblichkeit. Im Süden des Landes ist die Situation besonders kritisch. Fast jedes sechste Kind erlebt hier nicht einmal seinen fünften Geburtstag. Zu den häufigsten Todesursachen gehören Durchfallerkrankungen, die durch verschmutztes Trinkwasser und mangelnde Hygiene verursacht werden. In vielen Dörfern gibt es keinen Brunnen. Und viele Menschen wissen nicht, wie wichtig beispielsweise regelmäßiges Händewaschen zur Vermeidung von Krankheiten ist. Choleraausbrüche gefährden das Leben der Kinder zusätzlich. Während einer Choleraepidemie im Jahr 2006 erkrankten in Malawi über 4.000 Menschen, 53 starben.
In den ländlichen Regionen Malawis hat jede fünfte Schule keinen Trinkwasseranschluss. Nur in den wenigsten Schulen gibt es ausreichend Toiletten. Im Durchschnitt müssen sich 150 Jungen und Mädchen eine Latrine teilen. In Schulen ohne Sanitäranlagen benutzen die Kinder Büsche oder offenes Gelände. Gerade heranwachsende Mädchen leiden unter der fehlenden Intimsphäre und der mangelnden Hygiene. Viele verlassen vorzeitig die Schule, sobald sie das erste Mal ihre Periode bekommen. Meist sind die Mädchen zudem in ihren Familien für das Wasserholen zuständig. Ohne Wasseranschluss in der Nähe müssen sie oft stundenlang zur nächsten Quelle gehen. Zeit für die Schule bleibt ihnen kaum.
In den Regionen Zomba, Balaka und Machinga im Süden Malawis hilft UNICEF, die Trinkwasserversorgung und die hygienische Situation für rund 45.000 Menschen zu verbessern.
UNICEF hilft, Brunnen in 90 Dörfern der Region wieder instandzusetzen und so die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Dorfvertreter sowie Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden werden darin geschult, die Anlagen und Handpumpen selbst zu warten und zu pflegen. UNICEF setzt sich zudem dafür ein, dass die wichtigsten Ersatzteile für Wasserpumpen in lokalen Geschäften zu bekommen sind.
1.800 arme Familien und allein erziehende Mütter in den Gemeinden erhalten von UNICEF besondere Unterstützung, um ihre hygienischen Verhältnisse zu verbessern. Die Frauen lernen beispielsweise, selbst Betonfundamente und Abschlussplatten für einfache Latrinen zu gießen. Zu Hause richten sie sich Möglichkeiten zum Händewaschen und zur sauberen Aufbewahrung von Geschirr ein. Mit ihren neuen Kenntnissen können einige Frauen sogar ein kleines Einkommen erzielen.
In zunächst 30 Schulen der Region hilft UNICEF bei der Instandsetzung von Brunnen und beim Bau hygienischer Sanitäranlagen. Insgesamt sind 360 Toiletten sowie 30 Regenwassersammelbecken geplant, jede Schule bekommt zwei Handwaschbecken. Auch Abfallgruben werden angelegt. Die Dorfbewohner helfen beim Bau mit. UNICEF unterstützt Schüler und Lehrer zudem dabei, sich gemeinsam in Gesundheitsclubs zu engagieren. Mit Theaterstücken und anderen Aufklärungsaktionen informieren sie über den Nutzen des Händewaschens und den Schutz vor Infektionskrankheiten.
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