
In Mosambik bleibt kaum eine Familie von AIDS verschont: Fast jeder sechste Mosambikaner zwischen 15 und 49 Jahren ist HIV-positiv, das sind 1,5 Millionen Menschen. Mehr als 400.000 Kinder haben bereits ihre Mutter oder beide Eltern durch AIDS verloren. Und jedes Jahr kommen 33.000 Neugeborene schon HIV-positiv zur Welt. UNICEF unterstützt die Gemeinden, damit sie sich um die vielen verwaisten Kinder kümmern können. UNICEF hilft auch, die medizinische Betreuung HIV-positiver Kinder zu verbessern und die Übertragung des Virus auf Neugeborene zu verhindern. Auch die Aufklärung für Jugendliche wird unterstützt.
Erkrankter (Wassereimer, Schale, Seife, Desinfektionsmittel).
lang mit Antibiotika gegen Infektionen versorgen.
Die AIDS-Epidemie in Mosambik trifft besonders die Kinder. Unter dem Ausmaß der sozialen Katastrophe bricht der traditionelle Zusammenhalt in vielen Dörfern ein. Häufig sind Verwandte und Nachbarn nicht mehr in der Lage, die Waisen aufzunehmen - die meisten haben selbst kaum genug zum Überleben. In vielen Familien zehren die Kosten für die Pflege Erkrankter den ohnehin kargen Besitz auf. Wenn der Verdienst der Eltern wegfällt, reicht es oft nicht mehr, die Kinder ausreichend zu ernähren und medizinisch zu versorgen. AIDS-Waisen müssen häufig die Schule verlassen, um zu arbeiten oder sich um jüngere Geschwister zu kümmern. Viele dieser Kinder leben sehr isoliert. Besonders die Mädchen sind zudem in Gefahr, Opfer von Ausbeutung und sexuellem Missbrauch zu werden.
Etwa 100.000 Kinder leben heute in Mosambik mit dem HI-Virus - die meisten haben sich bereits bei der Geburt oder während der Schwangerschaft bei ihren HIV-positiven Müttern angesteckt. Die Kinder werden nicht angemessen betreut und haben dadurch sehr schlechte Überlebenschancen: Das geschwächte Immunsystem vor allem kleiner Kinder hat Lungenentzündungen oder Pilzinfektionen wenig entgegenzusetzen. Mangelernährung schwächt Kinder zusätzlich. Mehr als die Hälfte der HIV-positiven Kinder stirbt schon im ersten Lebensjahr, kaum eines wird älter als fünf.
Antiretrovirale Medikamente könnten die Ausbreitung des Virus deutlich verlangsamen. 45.000 Kinder bräuchten sie. Doch derzeit sind in ganz Mosambik nur knapp 10.000 Kinder in Behandlung, weil es an geschultem Personal und Medikamenten fehlt. Von einer HIV-Infektion besonders bedroht sind auch die Jugendlichen: Viele wissen nicht, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können. Für junge Mädchen ist das Infektionsrisiko sogar noch dreimal höher als für gleichaltrige Männer - weil ihr Körper empfindlicher ist und sie „safer sex“ gegenüber ihren Partnern nicht durchsetzen können.
In den Provinzen Gaza und Tete im Westen Mosambiks unterstützt UNICEF Organisationen freiwilliger Gemeindehelfer. In rund 50 Dörfern besuchen sie regelmäßig die Familien. UNICEF schult die Helfer und stellt ihnen Fahrräder für Hausbesuche sowie Pflegematerialien für an AIDS Erkrankte zur Verfügung. Die Freiwilligen helfen den Betreuern von Waisen offizielle Geburtsurkunden für die Kinder zu erhalten. So können sie beispielsweise mögliche Erbansprüche leichter geltend machen. Die Gemeindehelfer leiten erkrankte Eltern auch an, persönliche Erinnerungsbücher für ihre Kinder zu schreiben. Für viele Kinder ist dies später ein wichtiger Halt. Für jüngere Waisen entstehen einfache Tageskrippen, in denen sie verpflegt und betreut werden.
In den Städten Beira und Nampula entstehen mit Unterstützung von UNICEF zwei neue Tageskliniken, in denen HIV-positive Kinder behandelt werden. UNICEF hilft zudem landesweit, die Betreuung von rund 30.000 HIV-positiven Kindern zu verbessern - beispielsweise durch Schulung des medizinischen Personals in 28 Kliniken. UNICEF versorgt die HIV-positiven Kinder mit Medikamenten gegen die häufigsten Infektionskrankheiten sowie bei Bedarf mit nahrhafter Zusatznahrung. UNICEF verbessert auch die Hilfsangebote für HIV-positive Schwangere. Durch rechtzeitige Beratung und spezielle Medikamente können sie das Risiko der Übertragung des Virus auf ihr Baby deutlich senken.
Gemeinsam mit Organisationen HIV-positiver Mosambikaner unterstützt UNICEF die AIDS-Aufklärung - zum Beispiel an Schulen. 60 junge Freiwillige werden geschult, um die Aufklärungsarbeit in Gesundheitsstationen zu unterstützen. So sinkt die Hemmschwelle der Jugendlichen, sich medizinisch beraten und auf eine HIV-Infektion testen zu lassen. In der Provinz Manica versorgt ein von UNICEF unterstützter Aufklärungsbus Jugendliche in entlegenen Dörfern mit Informationen.
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