Die andauernde Nahrungsmittelknappheit in Nordkorea hat dramatische Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung des Landes. Der stetige Mangel führt insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren zu schweren Gesundheitsschäden mit oft lebenslangen Folgen. Fast die Hälfte der rund zwei Millionen nordkoreanischen Kinder unter fünf Jahren ist mangelernährt.
Nahrungsmittelhilfen allein können das Problem der Mangelernährung nicht lösen, denn das Gesundheitssystem ist überfordert. Und den Eltern fehlt oft das Wissen, um die Mangelerscheinungen ihrer Kinder ausgleichen zu können. UNICEF fördert den Aufbau von Gesundheitszentren für mangelernährte Kinder und informiert insbesondere die ländliche Bevölkerung über Wege zur gesunden Ernährung.
Unzureichende Ernährung und Krankheit bilden eine tödliche Spirale: Selbst ein nur leicht mangelernährtes Kind ist wesentlich anfälliger für Atemwegserkrankungen, Durchfall oder Masern. Die häufigen Krankheiten wiederum verschlechtern den allgemeinen Gesundheitszustand. Die häufigste Todesursache Kindern unter fünf Jahren ist Durchfall - meist verursacht durch verschmutztes Trinkwasser und mangelnde Hygiene. Nur etwa die Hälfte der Bevölkerung hat Zugang zu Leitungswasser. Die Eltern wissen häufig gar nicht, wie bedenklich der Gesundheitszustand ihrer Kinder ist. Denn die klassischen Symptome von Mangelernährung, wie Kleinwuchs und Untergewicht, sind alltäglich. Dieses Unwissen verschlimmert die Situation: Zum Beispiel ist es ist üblich, Säuglinge schon sehr früh abzustillen und bei Durchfall ganz auf Nahrung zu verzichten.
In Nordkorea ist jede dritte Mutter mangelernährt und leidet unter Blutarmut. Deshalb mangelt es vielen Babys schon im Mutterleib an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien. Viele kommen bereits untergewichtig auf die Welt. Sie haben wenig Chancen, ihren Entwicklungs- und Ernährungsrückstand aufzuholen, die meisten von ihnen bleiben chronisch mangelernährt. Sowohl für die Neugeborenen als auch für ihre Mütter ist zudem das Risiko, während oder kurz nach der Geburt zu sterben, erhöht. Insbesondere der Mangel an Vitamin A und Jod kann für die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder dramatische Folgen haben.
UNICEF arbeitet seit Jahren als eine der wenigen internationalen Organisationen in Nordkorea.
UNICEF unterstützt Rehabilitationszentren, in denen schwer mangelernährte Kinder behandelt werden. Sie erhalten in der ersten Phase eine mit Öl, Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Milch. Sobald die Kinder etwas zugenommen haben, wird die Milch durch eine Mischung aus Getreide und Soja ergänzt. UNICEF stellt medizinische Geräte bereit und unterstützt die Ausbildung der Pflegekräfte. Für die Behandlung von Infektionskrankheiten liefert UNICEF wichtige Medikamente.
UNICEF hilft aber auch, die Familien über Ernährung und Gesundheit aufzuklären. Sie lernen, auch mit den vorhandenen Mitteln sich selbst und ihre Kinder ausgewogener zu ernähren und bei Krankheiten richtig zu reagieren. UNICEF hat dafür ein ausführliches "Familienhandbuch" entwickelt und landesweit über das Netz der Gesundheitsstationen verteilt. Die Frauen werden hier auch darin bestärkt, ihre Kinder möglichst lange ausschließlich zu stillen.
UNICEF unterstützt landesweit rund 2.800 Gesundheitsstationen, um das Gewicht von Kindern unter fünf Jahren regelmäßig kontrollieren zu können. UNICEF stellt dafür Gewichtstabellen und Waagen bereit. Zudem sorgt UNICEF für wichtige Impfstoffe und Medikamente. Über die Gesundheitsstationen erhalten Kinder und schwangere Frauen zwei Mal jährlich Vitamin-A-Kapseln.
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