
In Rumänien wachsen viele Kinder der Roma am Rande der Gesellschaft auf. Etwa ein Drittel der Familien lebt in regelrechten Ghettos. Viele Kinder haben keine Chance, zur Schule zu gehen. Wenn sie eingeschult werden, behindern Sprachschwierigkeiten und Diskriminierung ihren Schulerfolg. Besonders die Mädchen sind benachteiligt. Viele werden außerdem früh verheiratet und müssen die Schule dann abbrechen. UNICEF stattet Roma-Mädchen mit Schulmaterial aus, damit sie den Unterricht besuchen können. UNICEF bildet zudem Vermittlerinnen aus den Roma-Gemeinden aus, die für den Schulbesuch werben. Aber auch die Ausbildung von Lehrern hilft, Vorurteile abzubauen und Roma-Kindern bessere Perspektiven zu geben.
In Rumänien leben mehr als zwei Millionen Roma. Etwa jeder dritte Erwachsene hat selbst nie Lesen und Schreiben gelernt. Und viele Eltern wissen nicht, dass sie den Lerneifer ihrer Kinder schon als Säugling oder Kleinkind fördern können. Oft ist Bildung den Eltern zwar wichtig, sie können jedoch kaum Geld für Bücher oder den Schulbus erübrigen. Denn zwei Drittel aller Roma leben unter dem Existenzminimum von umgerechnet 100 Euro im Monat. Die frühe Benachteiligung setzt sich bis ins Erwachsenenalter fort: Während in ganz Rumänien rund 75 Prozent aller Kinder einen Kindergarten besuchen, sind es bei Roma-Kindern nur 17 Prozent. Im Landesdurchschnitt sind 93 Prozent aller Kinder für die Schule angemeldet - bei den Roma nur 66 Prozent. Auf eine weiterführende Schule schaffen es 69 Prozent der Nicht-Roma, aber nur 17 Prozent der Roma.

Der Lernerfolg von Roma-Kindern ist aber auch durch Diskriminierung an der Schule selbst gefährdet. Viele Lehrer schenken ihnen im Unterricht weniger Aufmerksamkeit oder setzen sie offen als „Zigeuner“ herab. Eine Studie ergab, dass ein Drittel der erfassten Roma-Schüler nach sechs Jahren Schulbesuch nicht richtig Lesen und Schreiben konnte. Schulen mit einem hohen Anteil an Roma-Kindern sind zudem meist deutlich schlechter ausgestattet als die üblichen Schulen des Landes. Viele sind überfüllt, die Lehrer häufig weniger gut ausgebildet als ihre Kollegen. Besonders schlecht sind die Bildungschancen für Mädchen. Viele müssen die Schule abbrechen, weil sie früh verheiratet werden oder sich um Geschwister kümmern müssen. Ohne Unterstützung haben viele Roma-Mädchen kaum Möglichkeiten, etwas zu lernen und später Geld zu verdienen.

UNICEF hilft, in Gemeinden mit vielen Angehörigen der Roma-Minderheit umfassende Bildungsangebote aufzubauen. Die Mädchen erhalten Schulmaterial sowie bei Bedarf auch Kleidung und Schuhe, so dass sie zur Schule gehen können. Für ältere Mädchen, die längere Zeit nicht zur Schule gegangen sind, organisiert UNICEF Nachhilfeunterricht und spezielle Aufholklassen. Von UNICEF ausgebildete Vermittlerinnen werben in den Gemeinden für den Schulbesuch - zum Beispiel bei Veranstaltungen mit Eltern und Lehrern. Sie informieren junge Mädchen über ihre Bildungsmöglichkeiten und motivieren sie, weiter zur Schule zu gehen. UNICEF hilft zudem bei der Lehrerausbildung und der Entwicklung von zweisprachigem Unterrichtsmaterial. So lernen die Kinder neben ihrer eigenen Sprache auch das landesweit gesprochene Rumänisch.
UNICEF fördert in Rumänien Kindergärten und Krippen, in denen schon jüngere Kinder unterschiedlicher Herkunft gemeinsam spielen und auf die Schule vorbereitet werden. UNICEF stattet die Einrichtungen mit Spielzeug, Möbeln und Geschirr aus. Von UNICEF geschult, nehmen die Betreuer Kontakt zu den Eltern auf und laden sie zu Gesprächsrunden über Erziehung und Bildung ein. Mit der Kampagne „Lasst kein Kind abseits stehen“ ruft UNICEF landesweit gegen die Diskriminierung von Roma und anderen benachteiligten Kindern auf.
UNICEF unterstützt in den Sommerferien regelmäßige interkulturelle Fortbildungen für Roma- und Nicht-Roma-Lehrer. Gemeinsam lernen sie hier mehr über Sprache, Kultur und Traditionen der Roma und darüber, wie sie sich altersgerecht vermitteln lassen. Für extrem arme und benachteiligte Kinder unterstützt UNICEF Ferienfreizeiten, in denen sie spielerisch lernen und ihre sozialen Fähigkeiten verbessern.
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