Verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene zählen zu den Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit im Senegal: Fast jedes achte Neugeborene überlebt die ersten fünf Lebensjahre nicht. Auf dem Land hat ein Viertel der Bevölkerung keinen Zugang zu Trinkwasser. Und noch immer müssen über 40 Prozent der Menschen ohne Toiletten und Abwasserentsorgung auskommen. Besonders schlecht ist die hygienische Situation an Schulen. Der Mangel an Sanitäranlagen hält viele Mädchen sogar vom Schulbesuch ab. UNICEF hat sein Programm ausgeweitet und sorgt in Dörfern im Süden und Westen des Landes für neue Brunnen und klärt über Hygiene auf.
Im Senegal fehlt es vor allem auf dem Land an sauberem Trinkwasser und Latrinen. Über 40 Prozent der Landbevölkerung verrichten ihre Notdurft im Freien. Fäkalien und Abwässer fließen ungeklärt in Flüsse und andere Gewässer, die oft die einzigen Wasserquellen sind. Der Klimawandel verschärft das Problem: Seit einigen Jahren fallen die wenigen, ohnehin in dieser Region stark schwankenden Niederschläge immer häufiger als sintflutartige Starkregen. In vielen Teilen des Landes kommt es zu katastrophalen Überschwemmungen. So werden Brunnen und Wasserstellen überflutet und mit ungeklärten Abwässern verseucht.
Erreger aus verunreinigtem Wasser führen schnell zu gefährlichen Krankheiten wie Durchfall und Cholera. Mehr als jedes fünfte Kind unter fünf Jahren im Senegal leidet an Durchfall. Viele Familien wissen nicht, dass einfache Maßnahmen wie das Filtern von Wasser und Händewaschen ihre Kinder vor vielen Infektionskrankheiten schützen können.
Der Mangel an Trinkwasser und die oft unzumutbaren Bedingungen in den Schulen tragen dazu bei, dass sich gerade Schülerinnen nicht wohl fühlen: Nach wie vor verfügen nicht alle Schulen über Trinkwasseranschluss und Sanitäranlagen. Besonders die Regionen Tambacounda, Koédougou und Ziguinchor im Süden Senegals sind betroffen. Die wenigen vorhandenen Latrinen sind meist einfache Plumpsklos ohne verschließbare Türen. Gerade für Mädchen in der Pubertät ist es daher schwierig, ungestört und unbeobachtet von Mitschülern die Toilette zu benutzen. Viele brechen deshalb die Schule vorzeitig ab.
Im westlichen Senegal hilft UNICEF, Trinkwasserbrunnen in 20 Dörfern zu bauen. Um die verfügbaren Wasserquellen sauber zu halten, unterstützt UNICEF den Bau hygienischer Latrinen. UNICEF will erreichen, dass 40.000 Familien in 200 Gemeinden Zugang zu Toiletten erhalten, sie nutzen und selbst instand halten. Im Süden des Landes setzt UNICEF das Programm zur Versorgung von Schulen mit sauberen Trinkwasseranschlüssen und Sanitäranlagen fort. Etwa 40 Schulen wurden schon erreicht.
Die Gemeinden übernehmen von Anfang an selbst Verantwortung für ihre Situation: So schult UNICEF örtliche Handwerker darin, die Bauarbeiten zu unterstützen und die Anlagen zu warten. Gemeindemitglieder sowie Eltern und Schüler helfen in Wasserkomitees mit, die Anlagen in Ordnung zu halten und Aufmerksamkeit für Wasser- und Hygienethemen zu schaffen.
Um das Hygieneverhalten nachhaltig zu verändern, müssen Kinder bereits in der Schule mehr über die Reinhaltung von Trinkwasser und Umwelt sowie über Krankheitsursachen erfahren. UNICEF setzt sich dafür ein, Wasser- und Gesundheitsthemen in die Lehrpläne aufzunehmen.
Geplant sind zudem Informationskampagnen in Schulen und über lokale Radiosender. Sie klären über richtiges Händewaschen und Sauberkeit in der Küche auf und machen auf die Wasserreinigung aufmerksam. Dazu gehören Sand- oder Keramik-Filtern oder solare Wasserdesinfektion in Plastikflaschen. Gleichzeitig setzt sich UNICEF für die lokale Entwicklung und Markteinführung neuer Techniken, Produkte und Dienstleistungen ein. Gemeinsam mit Unternehmen und den Behörden soll es gelingen, beispielsweise die Produktion von Wasserfiltern und Seifen sowie die Qualitätssicherung bei Produkten der Wasserreinigung zu stärken.
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