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Du und ich gegen AIDS - Forderungen

 

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Preise senken

Die Pharmaunternehmen müssen AIDS-Medikamente billig anbieten und Lizenzen für Nachahmerprodukte vergeben. Mehr als 6,5 Millionen Menschen in Entwicklungsländern brauchen antiretrovirale Medikamente. Bislang werden nur etwa 1,5  Millionen AIDS-Patienten versorgt, darunter nur rund 70.000 Kinder.

Die Preise für antiretrovirale Medikamente sind in den vergangenen Jahren von über 10.000 US-Dollar pro Patient im Jahr auf weit unter 200 US-Dollar gefallen. Doch für arme Länder ist dies immer noch zu viel. Die Behandlungskosten für Kinder konnten ebenfalls drastisch gesenkt werden. Die Behandlung mit einem Kombinationspräparat kostet pro Jahr und Patient etwa 47 Euro. Allerdings sind die Fortschritte bei der Produktion von preiswerten Medikamenten durch Neuerungen im internationalen Patentrecht bedroht. Seit 2005 dürfen für neu zugelassene Präparate keine Lizenzen an Nachahmerproduzenten mehr vergeben werden. Medikamente der zweiten und dritten Behandlungsstufe werden deshalb in Zukunft teurer werden.

 

Medikamente für Kinder entwickeln

Bislang gibt es kaum geeignete Medikamente, um HIV-infizierte Kinder zu behandeln. Die Pharmaunternehmen müssen mehr kinderverträgliche Medikamente entwickeln und die Forschung für einen AIDS-Impfstoff vorantreiben.

Nur ein Bruchteil der antiretroviralen Medikamente auf dem Markt ist für Kinder verwendbar. Es mangelt an kleinen Tabletten, Sirupen, die keinen Alkohol enthalten, und an Dosierungsanleitungen, die sich nach dem Körpergewicht richten. Angesichts der geringen Anzahl AIDS-kranker Kinder in Industrieländern und der unsicheren Nachfrage in Entwicklungsländern sind viele Pharmaunternehmen offenbar bisher nicht interessiert, auf diesem Gebiet zu forschen.

 

Aufklärung und Schule für alle

 

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Nur Wissen schützt vor AIDS. Die Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern müssen dafür sorgen, dass alle Kinder in die Schule gehen und wirkungsvoll über AIDS aufgeklärt werden.

Vor allem die Regierungen im südlichen Afrika müssen mehr tun, um die Bildungskatastrophe in ihren Ländern zu bekämpfen. Sie müssen Mädchen die gleichen Chancen geben wie Jungen. Die Geberländer müssen sie dabei gezielt unterstützen. Der Beitrag der Bundesregierung fiel bisher gering aus: Die Investitionen in den Bereich Grundbildung beliefen sich 2003 auf 76,5 Millionen Euro, das ist nur ein Prozent der deutschen Entwicklungshilfe. Wirksame Aufklärung über Ansteckungswege und alle notwendigen Schutzmaßnahmen ist nicht nur in Entwicklungsländern wichtig. Sie muss weltweit zum festen Bestandteil von Unterrichtsplänen werden.

 

Entwicklungshilfe aufstocken

Deutschland muss die Entwicklungshilfe aufstocken, um von AIDS betroffene Kinder stärker zu unterstützen. Bisher kommt nur ein Bruchteil der deutschen Entwicklungshilfe Gesundheitsdiensten und der Betreuung von Waisen zugute.

Das wichtigste Finanzierungsinstrument im Kampf gegen AIDS, der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, ist chronisch unterfinanziert. Der Beitrag Deutschlands liegt mit Zusagen in Höhe von 88 Millionen Euro im Jahr 2006 weit hinter dem der USA, Frankreichs und Italiens zurück. Bis 2015 will die Bundesregierung vier Milliarden Euro in den Fonds geben. Insgesamt stellt die Bundesregierung seit 2003 rund 300 Millionen Euro jährlich für die Bekämpfung von AIDS zur Verfügung. Dies sind rund fünf Prozent der Entwicklungshilfe. Der Betrag soll im kommenden Jahr auf 400 Millionen Euro angehoben werden.

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