
Agossi ist 14 Jahre alt und lebt in Cotonou, der Hauptstadt von Benin. Ihre Eltern sind tot, das Mädchen lebt seit Jahren bei einer Tante. Agossi ist aufs Arbeiten dringend angewiesen; denn ihre Tante verlangt täglich Geld für die Unterkunft. Die 14-Jährige versucht, mit dem Verkauf von Jutetaschen auf dem riesigen Dantokpa-Markt etwas zu verdienen - sonst setzt es zu Hause Prügel. „Ich setze alles daran, meinen Vertrag zu erfüllen“, sagt Agossi.

Mit Unterstützung vieler Spender hilft UNICEF in Benin, arbeitenden Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen und sie vor Gewalt zu schützen. Denn gerade Kinder wie Agossi sind in Gefahr, Opfer von Menschenhändlern zu werden. Angebliche Gönner versprechen den auf dem Dantokpa-Markt schuftenden Kinder bessere Arbeit. Doch oft landen sie in noch schlimmeren Arbeitsverhältnissen. Einige werden sogar als Hausmädchen oder Plantagenarbeiter bis ins Ausland verkauft.
UNICEF unterstützt in Benin Projekte, die Kindern wie Agossi direkt helfen und ihnen bessere Zukunftsperspektiven geben. Agossi kommt zum Beispiel jeden Tag in die Anlaufstelle „SOS Vidomégon“, ein schlichter Container mitten zwischen den Marktständen. Schwestern des Salesianer-Ordens kümmern sich hier um die Kinder, viermal wöchentlich findet Unterricht statt. einer alten Nähmaschine übt Agossi, auch Kleidung für den Verkauf zu nähen. „Das ist der einzige Ort, wo ich vor niemandem Angst haben muss“, sagt die 14-Jährige. „Ich werde hier wie ein Mensch behandelt, nicht wie ein Tier.“

Viele arbeitende Kinder in Cotonou kommen vom Land. In Benin ist es Tradition, dass Kinder eine Weile bei Verwandten in der Stadt wohnen. Als so genannte „vidomégons“ verdienen diese Hausmädchen hier etwas Geld und können zur Schule gehen. Doch auch dubiose Vermittler versuchen, das Vertrauen armer Familien zu gewinnen und Kinder mitzunehmen. Oft kehren sie nie in ihr Dorf zurück.
UNICEF hat in den letzten Jahren in 1.100 Dörfern geholfen, Kinderschutz-Komitees zu gründen, damit die Kinder gar nicht erst in Gefahr geraten. Sie besuchen gefährdete Familien, helfen ihnen im Alltag und warnen sie vor unseriösen Angeboten. UNICEF stattete die ehrenamtlichen Helfer mit Fahrrädern sowie Megaphonen und Plakaten für die Aufklärungsarbeit aus. In vielen Dörfern würde mittlerweile kaum noch eine Familie ihr Kind einem Fremden anvertrauen.
Im Januar 2006 verabschiedete das Parlament in Benin auch auf Druck von UNICEF ein neues Gesetz, um den Kampf gegen den organisierten Kinderhandel zu stärken. Zusätzliche Polizisten, die UNICEF mit ausgebildet hat, kümmern sich darum, dass Verbrechen an Kindern strikter verfolgt und bestraft werden. Seit 2002 konnten bereits 60 Prozent mehr Kinderhändler überführt und der Justiz übergeben werden.
Cotonou:
Anlaufstellen für arbeitende Kinder
Regionen Cotonou, Bohicon und Zakpota:
Übergangszentren für Opfer des Kinderhandels
Region Lokossa:
Ausbildung zusätzlicher Polizisten für Kinderschutz
Landesweit:
Unterstützung von 1.100 Dorfkomitees
Für 15 Euro erhalten drei arbeitende Kinder in Nepal je eine Schultasche mit Heften, Stiften und weiterem Material.
Für 35 Euro kann UNICEF ein als Prostituierte missbrauchtes Mädchen in Kambodscha eine Woche lang in einem Zentrum betreuen.
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