10. Mai 2012
Der Internationale UNICEF-Botschafter Sir Roger Moore ist für die UNICEF-Kampagne „Wasser wirkt“ noch einmal in seine alte Rolle als James Bond geschlüpft. Im Gespräch erklärt er warum.
Sir Roger, wie genießen Sie Ihren Drink – „Geschüttelt, nicht gerührt“, wie James Bond?
Ich bin nicht so wählerisch bei meinen Drinks. Hauptsache sie schmecken. Übrigens habe ich in meinem “Leben als Bond” niemals selbst einen Martini mit diesen Worten bestellt. Im neuen UNICEF-Spot mache ich das zum ersten Mal – ganz exklusiv sozusagen. In den Bond-Filmen bekam ich dreimal einen Martini auf die Bar gestellt: In “Der Spion, der mich liebte”, “Moonraker-streng geheim” und “Octopussy”. Ich persönlich rühre nur meinen Tee. Aber ich weiß, das ist nicht wirklich spannend.
Laut amerikanischem Filminstitut ist der Spruch „Geschüttelt, nicht gerührt“ einer der besten Filmzitate der vergangenen 100 Jahre. Haben Sie dafür eine Erklärung?
Vielleicht weil der Spruch nichts bedeutet? Es ist nur Smalltalk. Wir alle lieben doch Smalltalk, wenn er pfiffig ist. Er bricht das Eis zwischen zwei Menschen. Heute ist der Satz zum geflügelten Wort geworden. Jedes Kind kennt ihn.
Sie brechen für UNICEF die Tradition und bestellen im neuen UNICEF-Spot einen Drink mit den Worten „Geschüttelt, nicht gerührt” – warum?
Mir hat die Rolle als James Bond sehr viel Spaß gemacht – aber es war eben nur eine Rolle. Bei UNICEF geht es um das wirkliche Leben. Wir wollen den am meisten benachteiligten Kindern ein besseres Leben ermöglichen. Im UNICEF-Spot bestelle ich einen Drink und bekomme schmutziges Wasser. Für Millionen Kinder in den Entwicklungsländern ist das Alltag. Sie müssen Wasser aus dreckigen Pfützen und Teichen trinken – sie haben keine andere Wahl. Dabei braucht man keine Geheimwissenschaft, um diesen Kindern zu helfen. Die Lösung ist ganz einfach. Chlor-Tabletten, Handpumpen und das Händewaschen mit Seife retten Leben. Mit der UNICEF-Kampagne „Wasser wirkt“ will UNICEF sauberes Trinkwasser und sanitäre Anlagen für 500.000 Kinder in einigen sehr abgelegenen und benachteiligten Regionen dieser Welt sicherstellen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen! Jeder sollte das tun!
Glauben Sie, dass Sie mit Ihrer Botschaft Jugendliche erreichen?
Kinder und Jugendliche haben ein ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit. Sie suchen nach Wegen, um ihre Solidarität mit den Kindern auf der „Schattenseite“ des Lebens auszudrücken. Dazu brauchen sie Argumente und Strategien, damit sie gehört werden und die nötige Aufmerksamkeit bekommen. Helfen Sie uns, den Spot zu verbreiten.
Sie haben vor kurzem gesagt, James Bond sei überflüssig geworden. Welches Skript wäre denn heute zeitgemäß?
Heute funktioniert das „Schwarz-Weiß Denken“, das in vielen James Bond-Filmen dargestellt wird, nicht mehr. Gut gegen Böse – das ist nicht mehr so einfach. Die Welt und ihre Herausforderungen sind komplexer geworden. Es wäre schön, wenn in Filmen mehr damit gespielt werden würde. Die Probleme der Welt müssen genauer beleuchtet werden und man sollte nach Lösungen suchen.
Übrigens: Ich persönlich verabscheue Gewalt in Filmen. Schon als Bond habe ich den Lärm bei der ganzen Ballerei gehasst.
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