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Die Kinder Japans

Von Maria von Welser, stellvertretende Vorstandsvorsitzende UNICEF Deutschland

Fast werden sie vergessen, die Kinder Japans in dieser Katastrophe. Dabei ist ihr Leid unermesslich. Der Schock nach dem Erdbeben, die Flutwelle, in der ihre Kinderzimmer, Elternhäuser einfach fortgerissen wurden. Radioaktivität bedroht sie viel stärker als Erwachsene. Sie frieren in Notunterkünften, verstecken sich verzweifelt unter einer Decke, wenn die Erde wieder bebt.

Ich war im letzten Jahr sieben Wochen in Japan als ARD-Studioleiterin. Habe die liebenswürdige Art der Menschen dort erlebt, im Umgang miteinander und mit ihren Kindern.

Das hat mich sehr berührt. Wenn ich mir jetzt nur vorzustellen versuche, wie die Japaner in diesem Drama und Leid versuchen Würde zu bewahren, Freundlichkeit und Rücksichtnahme – das kommt mir fast unmenschlich vor.

Viele Deutsche sind voller Mitgefühl, wollen helfen, Kinder ausfliegen lassen, sie aufnehmen, gar adoptieren. Das aber wäre in dieser Situation falsch. Die elternlosen Kinder brauchen jetzt neben warmer Kleidung und Essen vor allem psychologische Unterstützung. Hilfsorganisationen wie UNICEF müssen helfen, noch überlebende Erwachsene zu finden. Eltern, Verwandte, Nachbarn, gute Freunde. Damit die schwerst traumatisierten Kinder wenigstens ein bisschen Normalität erleben dürfen.

Wir können nur mit Spenden helfen, die sofort nach Japan gehen. Und beten – auf dass es endlich vorbei sein möge mit täglich neuen Schreckensmeldungen.

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