25. April 2011 – „Ich bin so erleichtert, dass es meinem Baby gut geht“, sagte Mariko Matsuno. Sie hält ihre fünf Monate alte Tochter auf dem Arm. Es ist das erste Mal seit dem verheerenden Erdbeben, dass ihr Kind untersucht wird.
„Ich wollte sie in ein Krankenhaus bringen. Aber dann kam das Erdbeben“, sagt Frau Matsuno. UNICEF sprang gemeinsam mit dem Japanischen Komitee in die Bresche und richtete eine provisorische Klinik im Gesundheitszentrum der Stadt Rikuzentakata in der Präfektur Iwate ein.
Obwohl es ein kalter und regnerischer Nachmittag ist, bringen Mütter ihre kleinen Kinder schon vor den Öffnungszeiten in die Klinik. „Erzählen sie mir ruhig ihre Probleme, ich werde mein Möglichstes tun, um zu helfen“, sagt Tomaharu Ohki. Die Mütter konsultieren immer gern denselben Doktor, damit er die Entwicklung ihrer Babys genau nachverfolgen kann. „Ich bin froh, Dr. Ohki zu haben, denn ich kenne ihn schon sehr lange“, sagt Hiromi Wada, Mutter von Shuzo, 4 Monate, und Hinata, 10.
Seit dem Erdbeben weint Shuzo nachts. Frau Wada machte dies Angst, zumal sie durch Stromausfälle das Gesicht ihres Sohnes nicht richtig sehen konnte, wenn sie nachts zu ihm ging. „Ich hatte auch Angst um meinen kleinen Bruder“, sagt Hinata und umarmt ihn. Nach ihrem Besuch beim Arzt fühlen sich Mutter und Sohn nun erleichtert.
Dr. Ohki ist augenblicklich der einzige Kinderarzt in Rikuzentakata. Schon vor der Katastrophe gab es im Nord-Osten Japans nur halb so viele Pädiater wie sonst im Land. Ein Kollege und fünf Gesundheitshelfer wurden bei dem Erdbeben getötet. Sie hinterließen eine tiefe Lücke.
Für Dr. Ohki und seine beiden Helfer war es schwer, die Klinik am Laufen zu halten. Sein Team aber ist entschlossen, es zu schaffen. „Ich wollte diese regulären Untersuchungen für Mütter und Babys beibehalten. Das hilft uns, wieder zur Normalität zurückzukehren“, erklärt er.
UNICEF und das Japanische Komitee haben auch in anderen betroffenen Gebieten lokale Behörden dabei unterstützt, den Gesundheitsdienst für Mütter und Kinder aufrecht zu erhalten. Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Ernährungsberater haben Kinder und Schwangere in Notunterkünften und provisorischen Kliniken besucht.
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