Die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen zählt zu den schwersten Kinderrechtsverletzungen. Weltweit werden jährlich etwa 1,8 Millionen Mädchen und Jungen zur Prostitution und zur Pornographie gezwungen. 1,2 Millionen Kinder werden wie Ware von Menschenhändlern verkauft. So lauten die Schätzungen aus der ersten globalen Studie über Gewalt gegen Kinder, die der Generalsekretär der Vereinten Nationen veröffentlicht hat.
Das ganze Ausmaß der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen ist noch immer nicht bekannt, weil die Täter im Verborgenen handeln und das Thema in den meisten Gesellschaften tabuisiert ist.
Die Vereinten Nationen, einzelne Staaten, internationale Gremien wie der Europarat und zahlreiche Nichtregierungsorganisationen haben in den vergangenen 15 Jahren wichtige Schritte unternommen, um Kinder zu schützen, effektive Präventionsarbeit zu ermöglichen und die Verbrechen international zu verfolgen.
Meilensteine im weltweiten Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung waren dabei die Weltkongresse in Stockholm 1996 und in Yokohama 2001. Der Dritte Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen, der vom 25. bis 28. November 2008 in Rio de Janeiro stattfindet, soll weltweit Kräfte bündeln, um Kinder in Zukunft besser zu schützen. Insbesondere neue Herausforderungen wie das Internet als anonyme Plattform zum Austausch von Kinderpornographie und zur Anbahnung von Kinderprostitution bedürfen neuer, internationaler Antworten.
Mit der Konferenz „Kinder sind unverkäuflich!“ wollen die Friedrich-Ebert-Stiftung, UNICEF und ECPAT den Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung voranbringen. Die Tagung soll für Experten die Gelegenheit bieten, im Ausblick auf den Weltkongress in Rio gemeinsame Positionen und ein Arbeitsprogramm zu entwickeln. Interessierte sind eingeladen, sich über das Thema zu informieren und sich zu engagieren.