11.10.2005 - Tausende verletzte Kinder im pakistanischen Erdbebengebiet brauchen dringend medizinische Hilfe. Die Kinder leiden vor allem an zum Teil komplizierten Knochenbrüchen, Kopfverletzungen und inneren Verletzungen. Es werden Infusionsmittel, Antibiotika, Spritzen, Verbandszeug und Schienen benötigt. Viele Kinder stehen unter Schock und benötigen psychologische Hilfe. UNICEF-Arzt Dr. Tamur Mueenuddin berichtet aus der nahe am Epizentrum gelegenen Stadt Mansehra von zahlreichen schwer verletzten Kindern. Jeden Tag fliegt die pakistanische Armee mit Hubschraubern 200 Menschen aus der Umgebung in die Provinzstadt Mansehra. „Hier müssen allein 2.000 Kinder operiert werden. Wenn dies nicht geschieht, drohen Infektionen. Fünf Ärzteteams arbeiten rund um die Uhr“, sagt Dr. Mueenuddin.
Die Dörfer in der Umgebung von Mansehra sind völlig zerstört. Überlebende übernachten bereits seit Tagen ohne ausreichenden Schutz bei kalten Temperaturen im Freien. Das örtliche Krankenhaus ist überlastet. Eltern suchen verzweifelt nach ihren Kindern. Nächtliche Regenfälle erschweren die Hilfsarbeiten zusätzlich.
UNICEF unterstützt pakistanische Notärzteteams mit Medikamenten, technischem Gerät und logistischer Hilfe. Gleichzeit werden Plastikplanen, Zelte, Wassertanks und Materialien zur Wasseraufbereitung, Medikamente, Decken, Kinderkleidung, Hygieneartikel und Zusatznahrung mit Flugzeugen und Lastwagen nach Mansehra und in andere Orte des Katastrophen-gebiets gebracht.
Trotz großer Hilfsanstrengungen der pakistanischen Regierung und der internationalen Gemeinschaft sind auch am vierten Tag nach dem verheerenden Erdbeben vom Samstag noch viele zerstörte Ortschaften im Norden Pakistans von der Außenwelt abgeschnitten.
UNICEF ist als Teil des nationalen Katastrophenmanagements für die Koordination der internationalen Hilfe in den Bereichen Wasserversorgung, Ernährung und Schulen verantwortlich. UNICEF führt in Pakistan seit 1947 eines seiner größten Länderprogramme durch und arbeitet eng mit den nationalen Behörden und Nichtregierungsorganisationen zusammen.
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