
Khalil kommt aus der Nähe von Wajir im Norden Kenias. Seit Tagen hat der 14-Jährige kaum etwas gegessen: In seiner Heimat herrscht seit Monaten eine verheerende Dürre. In den letzten zwei Monaten sind mehr als 50 Kühe seiner Familie verendet. „Wir leben von schwarzem Tee und kochen Baumrinde aus“, sagt der Junge. „Der Sud schmeckt bitter, mir wird davon schwindlig. Aber wenigstens spüre ich dann den Hunger nicht mehr so.“2,5 Millionen Menschen sind in Kenia auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen, 20.000 Kinder bereits so stark mangelernährt, dass sie dringend Hilfe brauchen.
Auch Farhai Ahmed, 25, macht sich große Sorgen um ihre Kinder. Weil es auf dem Land nichts mehr zu essen gab, hat die Familie in einem neu entstandenen Slumviertel der Stadt Kotulo Zuflucht gesucht. Verwandte bringen ihnen ab und zu einen Sack Mais. Doch die hygienische Situation in der hastig errichteten Siedlung ist schlecht, es fehlt an Trinkwasser und Latrinen. Viele Kinder sind geschwächt und damit anfällig für Infektionskrankheiten. Auch Farhais zweijähriger Sohn ist ausgezehrt und leidet unter anhaltendem Durchfall. Die junge Mutter hat kaum noch Hoffnung: „Wenn es nicht bald regnet, sterben meine Kinder.“
Im Krankenhaus von Wajir setzen die Helfer alles daran, mangelernährte Kinder mit spezieller Zusatznahrung wieder aufzupäppeln. „Die Mütter sind tagelang unterwegs, um Hilfe für ihre Kinder zu erhalten“, berichtet Nooria Ibrahim, eine der Helferinnen. „Doch oft kommt jede Hilfe zu spät. Seit November sind hier schon sechs Babys verhungert.“ UNICEF versorgt das Krankenhaus von Wajir und andere Einrichtungen im Norden Kenias mit Zusatznahrung für die Kinder - darunter therapeutische Milch und nahrhafte Erdnusspaste. UNICEF stellt Zucker und Pflanzenöl bereit, damit die Helfer nahrhaften Brei für die Kinder kochen können. UNICEF bringt aber auch Medikamente in die Region und hilft, Brunnen und Wasseranlagen für Zehntausende Menschen in Stand zu setzen. Für diese lebensrettende Hilfe ruft UNICEF dringend zu weiteren Spenden auf.
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