
28.12.06 - UNICEF warnt angesichts der Kämpfe in Somalia vor wachsendem Leid und Elend unter der Zivilbevölkerung. Die Vertreibung islamistischer Truppen durch äthiopische Soldaten aus der Hauptstadt Mogadischu und weiteren Ortschaften hinterlässt ein gefährliches Machtvakuum. Damit droht das Land erneut zurück in Chaos und Anarchie zu fallen. UNICEF appelliert angesichts der Zuspitzung am Horn von Afrika an die internationale Gemeinschaft, eine politische Lösung zu forcieren und die humanitäre Hilfe für die Kinder zu verstärken. Die Konfliktparteien müssen die Kämpfe beenden und die öffentliche Ordnung sicherstellen. Größere Flüchtlingsströme sind in den letzten Tagen bisher glücklicherweise ausgeblieben. Weil aber die Gefahr von Plünderungen und Überfällen massiv steigt, müssen bereits überlebenswichtige Hilfsprogramme für die Not leidende Bevölkerung eingeschränkt oder zeitweise gestoppt werden.
15 Jahre nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges sind nach Schätzungen von UNICEF in Somalia allein 1,8 Millionen Menschen auf Hilfe von außen angewiesen; darunter 340.000 Kinder unter fünf Jahren. Teile des Landes waren in diesem Jahr zuerst von einer schweren Dürre und dann seit November von extremen Überschwemmungen heimgesucht worden.
Trotz der angespannten Sicherheitslage leistet UNICEF als eine der wenigen in Somalia tätigen internationalen Organisationen weiter humanitäre Hilfe für Kinder und ihre Familien. Insgesamt sind dabei 60 somalische Mitarbeiter im Einsatz. In den Überschwemmungsgebieten in Lower und Middle Juba haben in den letzten Tagen 20.000 Familien Schutzutensilien, Wasserkanister, Seife und Zusatznahrung erhalten. Am Dienstag brachte UNICEF 100.000 imprägnierte Moskitonetze zum Schutz vor Malaria in den Süden des Landes nach Kismayo und Jamame. Weil die hygienischen Bedingungen nach den Überschwemmungen sehr schlecht sind, sind Cholera und schwerer Durchfall ausgebrochen. Medikamente zur Behandlung von Cholerapatienten wurden nach Mogadischu und Kismayo gebracht. Weil wegen der Kämpfe Flüge innerhalb des Landes eingestellt sind, mussten 40 Tonnen Hilfsgüter zur Versorgung von Flüchtlingen auf gefährlichen Straßen nach Baidoa gebracht werden.
Nach Untersuchungen von UNICEF ist Somalia eines der härtesten Länder für Kinder.
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Stichwort: Somalia
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