
22.8.2006. Nach den massiven Zerstörungen des Krieges leiden die Menschen im Süden des Libanon unter Trinkwassermangel. UNICEF-Mitarbeiter berichten, dass in 10 von 12 Gemeinden, die sie in den vergangenen Tagen besuchten, die Wassersysteme durch die Kämpfe stark beschädigt oder völlig zerstört sind.
„Überall wo wir hinkommen, fragen wir die Menschen, was sie am dringendsten brauchen und die Antwort ist immer gleich: Wasser“, sagte UNICEF-Wasserexperte Branislav Jekic. Die Wasserknappheit verhindert auch den Wiederaufbau. „Die Menschen wollen in ihre Dörfer und Städte zurück. Aber ob sie dort auch bleiben können, hängt von der Trinkwasserversorgung ab.“
Andere Helfer kommen zu ähnlichen Ergebnissen. In der Region um die Stadt Tyros zum Beispiel sind in 42 von 72 Dörfern die Wassersysteme defekt. Als Sofortmaßnahme verstärkte UNICEF die Verteilung von Trinkwasser. Seit Beginn der Krise am 12. Juli wurde eine Viertelmillion Flaschen mit Trinkwasser in die am schlimmsten betroffenen Gebiete geliefert, darunter Bint Jubail, Ait el Shaab und Tibnin.
UNICEF bringt jetzt jede Woche 50.000 Liter Trinkwasser mit LKWs in den Südlibanon, ab dem kommenden Wochenende wird diese Menge verdoppelt. Zusätzlich will UNICEF diese Woche weitere 40 große Wassertanks mit 5.000 Liter Fassungsvermögen nach Nabatiyah sowie in die Dörfer entlang der israelischen Grenze bringen.
Seit Beginn der Krise hat UNICEF 51 Wassertanks mit jeweils 5.000 Liter Kapazität bereitgestellt sowie 284.800 Trinkwasserflaschen. UNICEF lieferte Medikamente für 70.000 Menschen, 16.500 Kinder wurden gegen Masern geimpft, 9.000 gegen Kinderlähmung. 101.000 Flüchtlinge erhielten Seife, Windeln für 91.000 Kinder wurden verteilt. Weiter erhielten 21.000 Kinder in Notunterkünften Spielsachen. Mit Flugblättern und Plakaten warnt UNICEF die zurückkehrenden Flüchtlinge vor der gefahr durch Minen und Blindgänger.
UNICEF ruft zu Spenden auf:
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Stichwort: Libanon