UNICEF zum 80. Geburtstag von Sir Roger Moore am 14. Oktober 2007
8.10.2007 - UNICEF gratuliert seinem internationalen Botschafter Sir Roger Moore zum 80. Geburtstag. Der Sohn eines Londoner Polizisten wurde durch seine Rolle als Geheimagent „James Bond“ zum Weltstar. Zur moralischen Institution wurde er durch seinen Einsatz als internationaler UNICEF-Botschafter. Seine Schaupieler-Kollegin Audrey Hepburn brachte ihn 1991 zu UNICEF, wo er seine wichtigste Rolle als „Nervensäge für Kinder“ fand, wie er es einmal ausdrückte. „James Bond ist nur ein Film – UNICEF ist das wirkliche Leben. Hier geht es um Humanität und um Kinder. UNICEF ist meine beste Mission, das Wichtigste, das ich in meinem Leben gemacht habe“, erklärte er. „Roger Moore war als „James Bond" in der Filmwelt ein Held. Als UNICEF-Botschafter wurde er zum Helden im wirklichen Leben für Millionen Kinder", sagte UNICEF-Geschäftsführer Dietrich Garlichs.
Für die vergessenen Kinder
Dem UNICEF-Botschafter Roger Moore war es von Anfang an wichtig, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die wenig sichtbare, alltägliche Not der ärmsten Kinder in den Entwicklungsländern zu lenken. Wer den Geruch der Armut gerochen habe, so sagte er einmal, werde dies nie vergessen. Oft hob er hervor, dass täglich rund 30.000 Kinder „ohne Namen und ohne Gesicht“ an Hunger oder Krankheiten sterben. Auch aus diesem Grund sei er damals UNICEF-Botschafter geworden: „Ich wollte Namen und Gesichter finden, keine Statistiken“. Moore nutzte deshalb jede sich bietende Möglichkeit, UNICEF-Projekte bekannt zu machen und Spenden zu sammeln. So startete er zum Beispiel 1994 die erfolgreiche Kampagne „Check Out for Children“, die vier Millionen US-Dollar Spenden von den Gästen der Sheraton-Hotels einbrachte. Gemeinsam mit Kiwanis International sammelte er 63 Millionen US-Dollar für UNICEF zur Bekämpfung von Jodmangel.
Roger Moore engagiert sich aber nicht allein als Spendensammler. Er sieht seine Aufgabe auch darin, die Öffentlichkeit gegen Ausbeutung und Missbrauch von Kindern und im Kampf gegen AIDS zu mobilisieren: „Männer auf der ganzen Welt müssen begreifen, dass der Missbrauch von Kindern oder die Nutzung von Kinderpornographie schwere Verbrechen sind. Kinder sind keine Ware“, erklärte er anlässlich des Weltkongresses gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Dezember 2001 im japanischen Yokohama. Bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland gab er mit der FIFA den Startschuss für eine Aktion gegen AIDS: „Wir Stars müssen Vorbilder sein und den jungen Menschen sagen, wie sie sich schützen können. Aufklärung ist unsere einzige Waffe“.
Auch in Deutschland unterstützt Sir Roger UNICEF seit vielen Jahren. 1997 setzte er Sabine Christiansen in Bonn die blaue UNICEF-Botschafter-Kappe auf. Zuletzt war „007“ im Juni 2007 anlässlich des G8-Gipfels in Heiligendamm in Aktion: Er gab 74 Jungen und Mädchen aus den Industrie- und Entwicklungsländern „Geleitschutz“ zum Kanzleramt, wo sie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel diskutierten. Er riet ihnen cool zu bleiben: „Junge Menschen haben Rechte und deshalb sollen sie auch gehört werden“, sagte er. Einen Wunsch gab er in seiner selbstironischen Art den Jugendlichen noch mit auf den Weg: „Vergesst trotzdem die Alten nicht.“
Weg eines Weltstars
Eigentlich wollte Roger Moore Zeichner werden. Ab 1941 besuchte er die Londoner Kunstschule und arbeitete anschließend in einem Trickfilmstudio. Ende der 40-er Jahre schlug er sich in kleineren Produktionen als Statist durch. Nach dem Schauspiel-Studium an der Royal Academy of Dramatic Art ging er 1953 nach Hollywood, wo er „Ivanhoe“ und „Maverick“ drehte. Detektiv „Simon Templar“ (1962-1969) begründete endgültig seinen Ruf als schlagfertiger Gentleman. Bewaffnet mit feinsinnigem Humor und flotten Sprüchen ging er 1971/72 in der Kultserie „Die Zwei“ mit Tony Curtis auf Verbrecherjagd. Als „James Bond“ war der smarte Draufgänger gleich sieben Mal in den Diensten Ihrer Majestät: „Leben und Sterben lassen (1973), „Der Mann mit dem goldenen Colt (1974), „Der Spion, der mich liebte“ (1977), „Moonraker“ (1979), „In tödlicher Mission“ (1981), „Octopussy“ (1983) und „Im Angesicht des Todes“ (1985).
Für sein soziales Engagement wurde Roger Moore 2003 in Großbritannien zum Ritter geschlagen. Im gleichen Jahr überreichte Bundespräsident Johannes Rau Sir Roger in Berlin das Bundesverdienstkreuz.
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