Bangladesch nach dem Zyklon Sidr
21.11.2007 - Während die Hilfe für die Opfer des Zyklons Sidr in Bangladesch anläuft, ruft UNICEF zu mehr Unterstützung auf. Fünf Tage nach dem verheerenden Zyklon Sidr stehen Millionen Menschen in Bangladesch vor dem Nichts. Fast die Hälfte der Betroffenen sind nach Schätzung von UNICEF Kinder und Jugendliche, darunter 400.000 Kleinkinder. Sie sind besonders von Hunger und Krankheiten bedroht. Bereits vor der Naturkatastrophe waren fast 50 Prozent der Kinder untergewichtig. Viele Kinder stehen auch unter Schock. „Ganze Dörfer sind dem Erdboden gleich gemacht. Die Familien brauchen schnellstens Nahrung, Wasser und Notunterkünfte. Die Gemeinden brauchen aber auch langfristige Hilfe, um die Lebensgrundlagen wieder aufzubauen“, sagte der Leiter von UNICEF Bangladesch, Louis-Georges Arsenault nach der Rückkehr aus den Krisengebieten an der Küste des Golfs von Bengalen. UNICEF Deutschland hat 200.000 Euro für Soforthilfe bereitgestellt.
In den am stärksten betroffenen Gebieten sind bis zu 90 Prozent der Häuser völlig zerstört. Tausende Schulen, Gesundheitsstationen und andere öffentliche Einrichtungen sind nicht mehr funktionsfähig. Weil tagelang der Strom ausgefallen war, sind die Impfstoffe unbrauchbar geworden, da sie nicht mehr gekühlt werden konnten. Unter den offiziell bisher mehr als 3.400 Todesopfern sind viele Kinder. Viele ertranken oder wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Bisher wurden über 6.000 Verletzte registriert. Behörden und Hilfsorganisationen rechnen mit weiter steigenden Opferzahlen.
Zwar haben viele Menschen dank der rechtzeitigen Evakuierung überlebt. Doch die Überlebenden wissen nicht, wohin sie zurückkehren sollen. Die meisten Familien zählen zu den ärmsten in Bangladesch, denen nach der Naturkatastrophe nichts geblieben ist. In den Trümmern suchen sie nach brauchbaren Überresten, um Notunterkünfte zu errichten. Zwar erhalten viele mittlerweile etwas Reis, doch reicht dies nicht aus, um die nächsten Tage und Wochen zu überbrücken. Ein Drittel der betroffenen Ortschaften ist weiter ohne Strom.
UNICEF unterstützt die Versorgung der Obdachlosen. UNICEF organisiert die Verteilung von 180 Tonnen hochproteinhaltigen Keksen und 10.000 Familienpaketen mit Kleidung, Hygieneartikeln und Kochgeschirr. Weiter wurden über 7 Millionen Tabletten zur Wasseraufbereitung sowie Kanister und Plastikplanen bereitgestellt. UNICEF hilft auch beim Nachschub mit Medikamenten und beim Wiederaufbau der Kühlkette für Medikamente und Impfstoffe. Weiter werden in Notaufnahmelagern Spielzonen für 30.000 Kinder eingerichtet.
UNICEF bittet dringend um Spenden für die Opfer in Bangladesch:
Spendenkonto 300.000
Bank für Sozialwirtschaft / BLZ 370 205 00
Stichwort: Bangladesch
Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die UNICEF-Pressestelle, Rudi Tarneden, 0221/93650-235 oder -315.
UNICEF Deutschland
Konto 300 000
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Köln