24.01.07 - UNICEF gratuliert der Schauspielerin, Menschenrechtsaktivistin und UNICEF-Botschafterin Vanessa Redgrave zu ihrem 70. Geburtstag am 30. Januar. Bereits in den 60er Jahren erlangte Vanessa Redgrave, die aus einer berühmten englischen Schauspielerfamilie stammt, mit Filmen wie „Blow Up“ Weltruhm. Sie gilt als eine der renommiertesten Schauspielerinnen weltweit und wirkte in über 100 Filmen mit. Parallel zu ihrer künstlerischen Karriere engagierte sich die Oscarpreisträgerin immer in gesellschaftlichen Fragen.
Als 13-Jährige hörte Vanessa Redgrave die allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Radio und ist seither von der politischen und moralischen Bedeutung dieses Dokuments durchdrungen. Sie protestierte gegen den Einmarsch sowjetischer Truppen in Ungarn und engagierte sich gegen den Vietnam-Krieg und die Apartheid in Südafrika. Sie setzte sich für die Rechte der Palästinenser ein und warb für Schutz und Hilfe für die Zivilbevölkerungen in Kriegen auf dem Balkan, in Tschetschenien, in Afghanistan und im Irak. Seit 1991 arbeitet Vanessa Redgrave mit UNICEF zusammen und ist seit 1995 internationale UNICEF-Botschafterin.
„Vanessa Redgrave ist eine große Künstlerin, die sich nicht mit der Welt abfindet, wie sie ist, und sich einmischt. Sie besitzt den Mut zur Provokation und die Freiheit, sich nicht vereinnahmen zu lassen. Ihr Einsatz für UNICEF und für die Kinder in den Krisengebieten der Erde ist beispielhaft“, erklärte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.
Ausgehend von ihren Erinnerungen als Kind an die Bombardierung Londons in den 40er Jahren hat Vanessa Redgrave den Einsatz für die Menschenrechte und den Schutz von Kindern im Krieg zu ihrem wichtigsten Anliegen gemacht. „Als Kind im Zweiten Weltkrieg musste ich zwar nicht die ganze Gewalt erleben, die Europa und Asien überzog. Aber ich war jemand, den man heute „Binnenflüchtling“ nennt und habe in Kellern und Bunkern Schutz vor den Bomben gesucht.“
In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärte sie im vergangenen Jahr: „Die Allgemeinen Menschenrechte sind noch immer ein Versprechen für uns alle. Sie sind keine utopische Idee, sondern eine praktische Grundlage. Doch hat beinahe jede Regierung auf der Welt beinahe jedes Versprechen in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gebrochen, unter die sie ihren Namen gesetzt hat.“
Vanessa Redgrave hat es immer als ihre Aufgabe angesehen, ihre Popularität zu nutzen, um öffentlich zu wirken. „Ich sage häufig: `Wir müssen alles Erdenkliche tun´. Das ist einer meiner Grundsätze – wobei erdenklich natürlich ein relativer Begriff ist. Was mir möglich erschien, kam anderen oft unmöglich vor. Ich betrachte es als Privileg, dass ich dazu in der Lage bin, Menschen zu helfen.“
Im April 1991, während des ersten Golfkrieges, organisierte Vanessa Redgrave in der Londoner Albert Hall eine Veranstaltung und warb um Unterstützung für die Zivilbevölkerung. Unmittelbar nach Ende des Krieges reiste sie in den Irak und drehte einen Film über die Kinder in Flüchtlingslagern und die UNICEF-Hilfe und rief zusammen mit anderen Künstlern in Hamburg, Manchester, Birmingham und Los Angeles zur Hilfe auf.
Am 30. Januar 1993 organisierte Vanessa Redgrave zusammen mit Jürgen Flimm am Hamburger Thalia-Theater die internationale Veranstaltung zur Erinnerung an die Machtergreifung Adolf Hitlers vor 60 Jahren „We will never forget – we will never let it happen again“, an der auch Günter Grass, Roger Moore, Mario Adorf und Bono („U2“) teilnahmen. Im gleichen Jahr besuchte sie in Zusammenarbeit mit UNICEF während des Bosnien-Krieges Flüchtlinge in Belgrad, Zagreb, Ljubljana, Sarajevo und Skopje. Sie half auch, Besuche von anderen Künstlern vorzubereiten, die während des Krieges in Konzerten und Aufführungen in Ex-Jugoslawien auftraten.
Vanessa Redgrave unterstützte die Arbeit von UNICEF in Deutschland in vielen Auftritten und Pressekonferenzen und rief zu Spenden auf - so zum Beispiel während des Kosovo-Krieges 1999, des Krieges in Afghanistan 2001 und im Irak-Krieg 2003. Im vergangenen Jahr stellte sie gemeinsam mit Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul den Bericht zur Lage der Kinder in Krisengebieten vor und sprach vor 2.000 bewegten Zuschauern auf der Veranstaltung zum 60. Geburtstag von UNICEF. Gemeinsam mit ihrem Sohn Carlo Nero produzierte Vanessa Redgrave unter dem Titel „Wake up World“ einen persönlichen Film über die Geschichte von UNICEF und interviewte dazu zahlreiche Zeitzeugen.
Politik im Sinne von Parteipolitik ist Vanessa Redgrave heute immer weniger wichtig. „Ich möchte mich nicht als Linke oder Rechte sehen. Diese Unterscheidung gehört zu einem gewissen Denken in meinem Leben, wo das dominierte“, sagte sie im Sommer 2006. „Die wirklich schöpferische Leistung des Lebens liegt doch darin, sich gegenseitig zu helfen, Dinge zu verstehen, die man vorher nicht verstanden hat.“
Bereits als junge Frau brillierte Vanessa Redgrave am Theater in London. Mit 29 Jahren gelang ihr der internationale Durchbruch mit dem Film „Blow up“. Seither hat sie in mehr als hundert internationalen Filmen mitgewirkt. 1979 erhielt sie für ihre Darstellung der Jüdin und Widerstandskämpferin Julia in dem gleichnamigen Film einen Oscar. Fünf weitere Oscar-Nominierungen folgten. In Cannes wurde sie zweimal als beste Darstellerin ausgezeichnet und erhielt den Golden Globe. Einen Emmy bekam sie ebenfalls. Auch als Bühnenschauspielerin war und ist Vanessa Redgrave bis heute erfolgreich. Zuletzt trat sie im September 2006 in Deutschland auf der Ruhr-Triennale in Bochum auf - mit einem literarischen Programm zusammen mit Armin Müller-Stahl und in einer Matinee über das Gefangenenlager Guantanamo.
Gerne stellen wir Fotos von Vanessa Redgrave in ihrer Arbeit für UNICEF zur Verfügung. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die UNICEF-Pressestelle, Rudi Tarneden, 0221/93650-235 oder 315.
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