UNICEF und Morgan Stanley Stiftung organisieren „J8“-Gipfel mit 74 Jugendlichen aus G8-Staaten und Entwicklungsländern vom 3.-9. Juni 2007
30.01.07 - Unter dem Motto „Du bist der Gipfel“ rufen UNICEF und die Morgan Stanley Stiftung Jugendliche dazu auf, sich mit dem Kampf gegen Armut und AIDS, dem weltweiten Klimawandel und den weiteren Themen des G8-Gipfels im Juni in Heiligendamm auseinanderzusetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel startete heute in Berlin zusammen mit der UNICEF-Patin und Fußballnationalspielerin Steffi Jones und fünf jungen UNICEF-JuniorBotschaftern den Wettbewerb zur Teilnahme am „Junior 8“-Gipfel. 74 Jungen und Mädchen aus den G8-Staaten und Entwicklungsländern werden dann parallel zum G8-Treffen in Heiligendamm an der Ostsee über die drängendsten globalen Fragen beraten und eine eigene Resolution erarbeiten. „Junior 8“-Teilnehmer werden den G8-Regierungschefs im direkten Gespräch erklären, wie sie sich die Welt der Zukunft vorstellen. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, die bei „Junior 8“ mit diskutieren wollen, können sich ab sofort im Internet unter www.junior8.de mit schriftlichen Beiträgen, aber auch mit Aktionen, Filmen, Ausstellungen und weiteren Beiträgen bewerben.
„Armut und Gefahren wie AIDS oder die globale Klimaveränderung, die beim G-8-Gipfel auf der Tagesordnung stehen, haben direkte Auswirkungen auf das Leben von Millionen von Kindern. Deshalb ist es wichtig, dass sich junge Menschen früh für diese Themen interessieren und den Politikern ihre Meinung sagen“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel und rief zur Teilnahme an dem Wettbewerb auf.
„Die Regierungschefs stellen Weichen für die Zukunft der Welt. Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, diese Welt mitzugestalten. Die Politiker sollten ihnen zuhören und ihre Ideen ernst nehmen, denn Kinder beschäftigen sich sehr intensiv mit den Problemen unserer Zeit“, sagte Fußball-Weltmeisterin Steffi Jones, die seit langem für UNICEF aktiv ist.
„Erwachsene wissen nicht immer, was das Beste für uns ist. Deshalb müssen wir uns einmischen“, so forderte der 13-jährige UNICEF-JuniorBotschafter Paul Müller aus Köln seine Altersgenossen zum Mitmachen auf.
Paul: "Kinder sind die Zukunft. Erwachsene wissen nicht immer, was das Beste für uns ist. Politiker meinen, sie setzen sich ein und machen doch nichts. Deshalb müssen wir uns einmischen."
Sarah: "Was wissen die Politiker über Kinder? Wir sind näher dran. Daher müssen wir uns für unsere Rechte und die Rechte der Kinder überall einsetzen."
Kim-Anh: "Wir können andere Kinder und Jugendliche besser für die Kinderrechte animieren als Erwachsene es können. Daher engagieren wir uns."
Nana Yaa: "Ich wünsche mir von den Politikern, dass die Kinderrechte endlich umgesetzt werden. Sie stehen nur auf dem Papier, gelten nicht überall und umfassend."
Mit dem „Junior 8“-Gipfel vom 3. bis 9. Juni in Wismar geben UNICEF und die Morgan Stanley Stiftung Jugendlichen Gelegenheit, eine Woche lang intensiv miteinander und auch direkt mit den Regierungschefs über die wichtigsten Probleme der Welt zu sprechen. Nach Gleneagles in Schottland und St. Petersburg in Russland findet 2007 bereits zum dritten Mal ein Jugendgipfel parallel zum Treffen der G8 statt. In Gleneagles haben die G8 unter anderem einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder und eine Erhöhung der Mittel im Kampf gegen HIV und AIDS zugesagt. Die J8-Delegierten 2007 werden die G8-Vertreter an ihre Versprechen erinnern und neue Themen ansprechen.
Im vergangenen Jahr qualifizierte sich eine Gruppe des Essener Gymnasiums Überruhr für die Teilnahme am J8-Gipfel in Russland. Gemeinsam mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern erarbeiteten die Essener Schülerinnen und Schüler eine Resolution, die sie den Staats- und Regierungschefs übergaben. „Ich hatte den Eindruck, dass die Staats- und Regierungschefs sehr an unseren Forderungen und Lösungsvorschlägen interessiert waren“, sagte der damals 14-jährige Janusch Krasberg, der in St. Petersburg für die deutsche Delegation an der Sitzung mit den Staatsspitzen teilnahm. Beim heutigen Termin im Kanzleramt übergab Janusch der Bundeskanzlerin einen Brief des damaligen J8-Teams, in dem die Jugendlichen ihre Forderungen noch einmal unterstreichen.
Am J8-Treffen in diesem Juni werden jeweils acht Jugendliche aus den G8-Staaten und insgesamt zehn Jugendliche aus Entwicklungsländern teilnehmen. Bewerben können sich in jedem G8-Land Gruppen von jeweils bis zu acht Jungen und Mädchen, die am Stichtag 9. Juni 2007 zwischen 13 und 17 Jahre alt sind.
Die Jugendlichen sollen sich mit einem oder mehreren J8-Themen auseinandersetzen, die auch auf der Tagesordnung des G8-Treffens stehen. Teilnahmebedingung ist auf jeden Fall ein Aufsatz zu mindestens zwei der Themen. Die Bewerber können aber zusätzlich auch einen Film drehen, eine Ausstellung entwerfen oder Aktionen an ihren Schulen starten und darüber berichten. Gefragt sind Kreativität und Interesse an den Themen des G8-Gipfels. Außerdem brauchen die Teilnehmer gute Englischkenntnisse. Eine Jury aus Jugendlichen und Erwachsenen wird aus den besten Einsendungen die Gewinnergruppe auswählen. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 22. März 2007.
„Perspektiven für Afrikas Wirtschaft“ – Warum ist insbesondere in Afrika Armut so verbreitet? Wie können die Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung verbessert werden?
„HIV und AIDS“ – Wie kann die Krankheit wirksam bekämpft werden?
„Neue Herausforderungen für die Weltwirtschaft – der Schutz geistigen Eigentums und die soziale Verantwortung von Unternehmen“ – Wie können Firmen ihre Erfindungen vor billigeren Kopien schützen? Was bedeutet ein „Kopierschutz“ für die Versorgung der Ärmsten mit lebenswichtigen Medikamenten – zum Beispiel gegen AIDS?
„Klimawandel und effektive Energienutzung“ – Wie können wir mit dem Klimawandel und den Folgen umgehen, Energie einsparen und Vorräte besser nutzen?
Informationen und Bewerbungen unter www.junior8.de> und unter www.j8summit.com.
Auskünfte bei der UNICEF-Pressestelle, Tel.: 0221-93650-315, E-Mail: presse@unicef.de
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