Köln, den 24.6.2008
Mit 94,7 Millionen Euro Einnahmen erzielte UNICEF Deutschland im Jahr 2007 das drittbeste Ergebnis seiner Geschichte. „Spenden aus Deutschland sind eine der wichtigsten Stützen der UNICEF-Arbeit. Trotz der Führungskrise am Ende des Jahres war das Deutsche Komitee für UNICEF 2007 das erfolgreichste der insgesamt 36 Nationalkomitees in den Industrieländern“, sagte der neue UNICEF-Vorsitzende Dr. Jürgen Heraeus heute bei der Vorstellung des UNICEF-Geschäftsberichts 2007 in Köln. Mit dem neuen Bericht informiert das Deutsche Komitee für UNICEF ausführlicher als in den Vorjahren über die Finanzen und die weltweite Arbeit von UNICEF für Kinder in Not und den Einsatz für Kinderrechte.
Knapp drei Monate nach der Wahl der neuen Spitze sieht der Vorsitzende das UN-Kinderhilfswerk in Deutschland wieder auf einem guten Weg. Der weltweite Einsatz für Kinder sei wieder in den Mittelpunkt gerückt. „Ohne Spenden der Bundesbürger für UNICEF ginge es vielen Kindern in Entwicklungsländern und Krisengebieten sehr viel schlechter. Der neue Vorstand hat mehr Transparenz versprochen und löst dieses Versprechen jetzt ein“, sagte Heraeus, der im April zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. „Die Nothilfe für die Opfer des Wirbelsturms in Myanmar hat gezeigt, wie wichtig den Menschen in Deutschland der Einsatz von UNICEF für die Kinder ist – für diese große Unterstützung danke ich allen Spendern.“ Innerhalb weniger Wochen waren mehr als zwei Millionen Euro für die UNICEF-Nothilfe in dem asiatischen Land zusammen gekommen.
„UNICEF legt alle Fakten auf den Tisch und zeigt, dass die Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Wir danken allen Spendern und Grußkartenkäufern herzlich. Jede Spende für UNICEF ist unverändert steuerlich absetzbar“, sagte Carmen Creutz, die die ehrenamtlichen Arbeitsgruppen im Vorstand des Deutschen Komitees für UNICEF vertritt. Bundesweit engagieren sich nach wie vor rund 8.000 Menschen ehrenamtlich in 130 UNICEF-Gruppen.
Die Einnahmen von UNICEF Deutschland liegen 2007 um 3,97 Millionen Euro unter dem Rekordergebnis des Vorjahres (das nur im Tsunami-Ausnahmejahr 2005 noch übertroffen wurde). 69,6 Millionen Euro der Einnahmen 2007 waren Spenden. 21,2 Millionen Euro kamen aus dem Verkauf von Grußkarten. Insgesamt kauften die Deutschen rund 16 Millionen Grußkarten, so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt – 63 Prozent davon wurden von den ehrenamtlichen Arbeitsgruppen verkauft. Von den Einnahmen wurden 76,3 Millionen Euro an die internationalen UNICEF-Programme weitergeleitet. Dies waren 80,6 Prozent der Mittel. In 2007 floss damit nahezu der gleiche prozentuale Anteil der Gesamteinnahmen wie im Vorjahr (80,9 Prozent) in die internationale Programmarbeit in rund 150 Ländern. In keinem anderen Land wurden so viele Grußkarten gekauft und Spenden an UNICEF gegeben wie in Deutschland.
Mit deutschen Spenden konnte UNICEF 2007 gezielt Projekte in mehr als 50 Ländern fördern. Zum Beispiel erhielten hunderttausende Kinder im südlichen Afrika mit Spenden aus Deutschland in den vergangenen drei Jahren erstmals Zugang zu Schulbildung. In Westafrika finanzierten deutsche Spenden lebensrettende Impfkampagnen und Moskitonetze zum Schutz vor Malaria. In Indien halfen sie, Kinder vor Ausbeutung zu schützen. In Haiti, Kambodscha und weiteren Ländern ermöglichten sie Aufklärungsarbeit über HIV und Hilfe für von AIDS betroffene Kinder und Jugendliche. In vielen Krisengebieten – wie Afghanistan, Sudan oder Nordkorea – konnte UNICEF mit Spenden aus Deutschland Not leidende Kinder unterstützen.
Der neue Vorstand hat in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit wichtige Entscheidungen getroffen, um gegenüber den Spendern und Partnern mehr Transparenz zu schaffen. Verbesserungen in den Strukturen und Abläufen sorgen für größere Klarheit und ermöglichen mehr Kontrolle. Der jetzt vorgelegte Geschäftsbericht wurde wesentlich erweitert und komplett neu gestaltet. Er gibt detaillierte Informationen zu den Hilfsprogrammen, die mit deutschen Spendengeldern gefördert werden, sowie zur Arbeitsweise und Organisation von UNICEF. Mit der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Bilanz veröffentlicht der Bericht alle wichtigen Angaben des Jahresabschlusses. UNICEF erstellt den Jahresabschluss bereits seit 2001 freiwillig gemäß den strengen Vorschriften des Handelsgesetzbuches und lässt ihn von externen Wirtschaftsprüfern kontrollieren. Bislang wurden die Zahlen aber nicht detailliert veröffentlicht.
Die Gesamtkosten von UNICEF Deutschland lagen 2007 bei 19,4 Prozent und sind im Vergleich zum Vorjahr 2006 nur geringfügig gestiegen. Der Kostenanteil von 19,4 Prozent enthält alle Ausgaben, die in Deutschland anfallen – dazu zählen nicht nur die Verwaltungskosten und Kosten für Personal und Spendenwerbung, sondern auch alle Ausgaben für satzungsgemäße Bildungs- und Informationsarbeit. Dazu gehören zum Beispiel die Arbeit für Kinderrechte, die wie bei der Kampagne „Kinderrechte ins Grundgesetz“ von ehrenamtlichen UNICEF-Gruppen getragen wird, sowie die Förderung von wissenschaftlichen Studien zur Situation der Kinder in Deutschland.
Im Herbst dieses Jahres wird UNICEF Deutschland eine weitere Aufschlüsselung der Gesamtkosten auf die einzelnen Tätigkeitsbereiche wie satzungsgemäße Informationsarbeit, Spendenwerbung, Grußkartenvertrieb und die Verwaltungskosten vorlegen. Diese Aufschlüsselung will UNICEF in den kommenden Monaten in enger Abstimmung mit dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen neu erarbeiten.
Zwischen Dezember 2007 und Mai 2008 sanken die Einnahmen von UNICEF Deutschland um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Welle der Kündigungen unter den Fördermitgliedern konnte gestoppt werden. Einige hundert Fördermitglieder, die aufgrund der Diskussion in der Öffentlichkeit ihren Beitrag haben ruhen lassen, unterstützen bereits wieder die UNICEF-Arbeit. „Viele einzelne Spender haben mir geschrieben, dass sie aufgrund des kompletten Neubeginns an der Spitze von UNICEF ihre Unterstützung fortsetzen werden. Diese Signale machen mich zuversichtlich, dass viele der ehemaligen Fördermitglieder demnächst die UNICEF-Arbeit für Kinder wieder mit ihrer Spende unterstützen werden“, sagte Dr. Jürgen Heraeus.
Rückfragen und Interviewwünsche bitte an die UNICEF-Pressestelle,
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Den vollständigen Geschäftsbericht und weitere Zusatzinformationen zur Arbeit von UNICEF Deutschland finden Sie auf der UNICEF-Sonderseite zum Geschäftsbericht 2007.
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