15.8.2008
Der Krieg im Kaukasus trifft vor allem die Zivilbevölkerung. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind über 100.000 Menschen auf der Flucht. „Das Ausmaß der Gewalt hat die Bevölkerung völlig überraschend getroffen“, sagte Benjamin Perks, stellvertretender Leiter von UNICEF in Georgien.
Zwar haben Russland und Georgien inzwischen einem Friedensplan zugestimmt, doch die Kämpfe um die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Süd-Ossetien halten weiterhin an.
UNICEF arbeitet von der georgischen Hauptstadt Tiflis aus sowie aus der benachbarten Nord-Ossetischen Stadt Vladikavkaz. „Wir versuchen alles, um die Versorgung der Kinder zu gewährleisten und ihnen ein Stück Sicherheit zu geben“, sagte Benjamin Perks.
Während viele Vertriebene in Sammelunterkünften oder bei Verwandten untergekommen sind, sind die Kapazitäten der inzwischen 48 Flüchtlingslager in Tbilisi und Umgebung bereits erschöpft. Humanitäre Hilfe ist auf dem Weg, aber in vielen Gebieten ist der Zugang nahezu unmöglich. Bei ihrer überstürzten Flucht konnten die Familien meist nur wenige Dinge mitnehmen. Es besteht die Gefahr dass Kinder von ihren Angehörigen getrennt wurden. Die Bombardements, Heckenschützen und Panzer sind für Kinder eine traumatisches Erlebnis. Besonders schwierig ist die Situation von Heimkindern und behinderten Kindern, die keine Familie haben. UNICEF fordert Russland und Georgien auf, die Kämpfe sofort einzustellen.
Am Montag startete UNICEF gemeinsam mit dem UNHCR und dem Welternährungsprogramm eine erste Erkundungsmission nach Gori. UNICEF konzentriert seine Hilfe auf die Wasserversorgung und Hygiene für die Flüchtlinge. Zwei Flüge der Vereinten Nationen brachten erste Hilfsgüter für 30.000 Menschen, Decken, Wasserkanister, Kochutensilien und Zelte.
Durch den Konflikt hat sich die Versorgung der Bevölkerung in Abchasien und Süd-Ossetien noch mehr verschlechtert. Strom und sauberes Wasser waren auch vor der Eskalation schon knapp. Es fehlt an Gesundheitseinrichtungen und Medikamenten. Besonders unter den ethnischen Minderheiten ist die Mütter- und Säuglingssterblichkeit hoch. Mehr als 4.000 Kinder sind in Heimen untergebracht, weil ihre Eltern zu arm sind, für sie zu sorgen. In Georgien stellen UNICEF und seine Partner Impfstoffe, Medikamente, ärztliche Instrumente, Materialien zur Wasserreinigung, Zusatznahrung sowie Schulmaterial bereit.
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