19.8.2008
Rund 158.000 Menschen sind nach UN-Schätzungen im Kaukasus auf der Flucht, 40 Prozent von ihnen sind Kinder unter 16 Jahre. Die Stadt Gori im Norden Georgiens wurde von nahezu allen Einwohnern verlassen. Fast 67.000 Menschen haben allein in den Sammellagern um die georgische Hauptstadt Tiflis Zuflucht gesucht. Um das Überleben der Kinder zu sichern und die Situation der Flüchtlingsfamilien in Georgien erträglicher zu machen, ruft UNICEF jetzt dringend zu Spenden auf. Gleichzeitig betont UNICEF seine Sorge darüber, dass Hilfsorganisationen so gut wie keinen Zugang nach Südossetien haben und die Zivilbevölkerung dort nicht unterstützen können.
Gemeinsam mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk, dem Welternährungsprogramm und dem Internationalen Roten Kreuz verfolgt UNICEF seit Beginn des Konflikts die Entwicklung der humanitären Situation, um so schnell wie möglich dort helfen zu können, wo die Menschen Unterstützung brauchen. In der vergangenen Woche hat UNICEF bereits Trinkwasser und die nötigsten Hygieneartikel an mehr als 3.500 Frauen und Kinder in den Auffanglagern rund um Tiflis verteilt. UNICEF benötigt allein für die Soforthilfe in Georgien umgerechnet 3,2 Millionen US-Dollar. Die in dem Krisengebiet tätigen internationalen Organisationen haben sich heute darüber hinaus mit einem gemeinsamen Hilfsappell in Höhe von 58,6 Millionen US-Dollar an die internationale Gemeinschaft gewandt. Die Mittel werden für die Unterstützung der von dem Konflikt betroffenen Menschen in Georgien in den kommenden sechs Monaten gebraucht.
Als Erstes will UNICEF die Lage der Flüchtlinge in den mittlerweile mehreren hundert provisorischen Lagern und Sammelunterkünften verbessern. Oft gibt es dort kein sauberes Trinkwasser. Es fehlt an Toiletten. UNICEF hat bei der Versorgung der Flüchtlinge mit Wasser und den nötigsten sanitären Anlagen die Federführung unter den internationalen Hilfsorganisationen übernommen. Wo es akut an Trinkwasser mangelt, wird die Verteilung von Trinkwasser in Flaschen fortgesetzt. Zudem sollen Tankwagen Wasser zu Auffanglagern bringen. Andernorts wird man Wasserreinigungstabletten verteilen, um verschmutztes Wasser trinkbar zu machen.
Außerdem will UNICEF dafür sorgen, dass Mädchen und Jungen schnell wieder zur Schule gehen. Dafür sollen „Schulen in der Kiste“ mit Heften, Stiften, Tafeln und Kreide bereitgestellt werden. Damit ist dann schon in den Lagern provisorischer Unterricht möglich. Zugleich sollen Schulen und Kindergärten, die durch die Kämpfe beschädigt oder zerstört wurden, so schnell wie möglich wieder repariert werden. Zur psychologischen Betreuung der Kinder werden in den Auffanglagern kinderfreundliche Erholungsräume eingerichtet. Dort sollen Mädchen und Jungen unter Anleitung spielen und malen können, um so über ihre oft traumatischen Erlebnisse während des Krieges hinwegzukommen. In Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation und dem Welternährungsprogramm kümmert sich UNICEF zudem um die Gesundheitsversorgung sowie um Zusatznahrung für mangelernährte Kleinkinder.
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