Köln, den 3.9.2008
UNICEF befürchtet den Ausbruch von Krankheiten und Seuchen in den überfüllten Notunterkünften im indischen Bundesstaat Bihar und in Nepal. Nach schweren Regenfällen und Dammbrüchen harren seit fast zwei Wochen Hunderttausende Menschen in überfüllten, unhygienischen Lagern ohne ausreichendes Trinkwasser aus. Helfer rechnen damit, dass die Zahl der Obdachlosen weiter steigen wird. Kinder und schwangere Frauen sind besonders von ansteckenden Krankheiten wie Masern, Durchfall und Lungenentzündung bedroht und leiden unter der anhaltenden Hitze. In den Lagern müssen dringend weitere Wasserpumpen und Latrinen installiert werden. Es fehlt an Nahrung, Ärzten und Medikamenten.
UNICEF verteilt Plastikplanen für Notunterkünfte, Decken, Wasserkanister und Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung. Obdachlosen Familien werden die nötigsten Hygieneartikel und Moskitonetze zum Schutz vor Malaria zur Verfügung gestellt. UNICEF hat auch 30.000 Pakete mit einer Zucker-Salz-Mischung ins Katastrophengebiet gebracht. Dieses Mittel verhindert die vor allem für Kleinkinder lebensgefährliche Austrocknung bei Durchfallerkrankungen.
Nach Schätzungen der indischen Behörden mussten die Bewohner von 1.000 Dörfern im Bundesstaat Bihar aus ihren Häusern fliehen. UNICEF schätzt, dass allein in Bihar 1,4 Millionen Menschen in 13 Bezirken von den Fluten betroffen sind. Über 200.000 Häuser wurden zerstört. Weil der Fluss Kosi durch die Wassermassen seine Richtung änderte, wurden Gebiete überflutet, die normalerweise nicht von Überschwemmungen betroffen sind.
„Die Menschen waren völlig unvorbereitet“, sagt Mahesh Puri, Katastrophenhelfer von UNICEF in Bihar. „Das Schlimmste ist, dass viele von ihnen nicht wieder in ihre Häuser zurückkehren können“. Sie müssen in den kommenden Monaten mit Wasser, Nahrung, Schutzutensilien und Medikamenten versorgt werden.
In Nepal sind nach Schätzungen der Behörden über 100.000 Menschen von Überflutungen betroffen. Zudem suchen mehr als Zehntausend Menschen aus dem benachbarten indischen Bundesstaat Bihar Zuflucht in Notaufnahmelagern in Nepal.
UNICEF ruft zu Spenden für die Überschwemmungsopfer in Indien und Nepal auf:
Spendenkonto 300.000
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Stichwort "Nothilfe Indien/Nepal"
oder spenden Sie online
Rückfragen an:
UNICEF-Pressestelle, 0221/93650-315 oder presse(at)unicef.de
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