Berlin, 19. September 2008
Bei seiner zentralen Aktion zum Weltkindertag in Berlin forderte das Aktionsbündnis Kinderrechte - Deutsches Kinderhilfswerk, Deutscher Kinderschutzbund und UNICEF - einen Richtungswechsel für Kinder in Politik und Gesellschaft. Unterstützt wurde das Bündnis dabei von dem Schauspieler und UNICEF-Paten Dieter Pfaff und Hundert Berliner Schülern, die sich mit der Frage „Was sind uns Kinder wert?“ an Passanten vor dem Brandenburger Tor wandten. So protestierten sie dagegen, dass die Interessen von Kindern in Deutschland vernachlässigt werden.
Die Belange von Kindern und Jugendlichen spielen in unserer immer älter werdenden Gesellschaft eine untergeordnete Rolle. So wachsen immer mehr Mädchen und Jungen in Armut auf. Chancengleichheit in Schule und Ausbildung gibt es für Kinder aus bildungsfernen Familien nicht. Im Bundeshaushalt, in der Stadt- und Verkehrsplanung der Gemeinden oder auch in der Rechtsprechung kommen sie meist zum Schluss.
„Die Kinderrechte sind nicht nur ein Versprechen, sondern eine völkerrechtlich bindende Verpflichtung. Das Wohl der Kinder muss Vorrang haben – im Bundestag, im Gerichtssaal, im Gemeinderat“, sagte Anne Lütkes, Vorstandsmitglied von UNICEF Deutschland.
„Nur ein tief greifender Wandel im Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern kann den eklatanten Gegensatz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufheben, mit dem heute immer mehr Kinder in Deutschland leben müssen“, sagte Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks.
Prominente wie Katja Riemann, Oliver Bierhoff und Wolfgang Stumph, Politiker wie der Bundestagspräsident Norbert Lammert, die Minister-präsidenten Wolfgang Böhmer, Peter Harry Carstensen und Jürgen Rüttgers, vier Bundesministerinnen - Ursula von der Leyen, Annette Schavan, Ulla Schmidt und Heidemarie Wieczorek-Zeul - haben die Frage „Was sind uns Kinder wert?“ beantwortet.
Unter www.unicef.de/was-sind-uns- kinder-wert.html sind alle Aussagen nachzulesen. Jeder kann sich beteiligen und seine Antwort hier veröffentlichen.
„Politik muss mit Kindern und für Kinder gestaltet werden – nicht über die Köpfe der Kinder hinweg“, forderte Hubertus Lauer, Vorstandsmitglied des Deutschen Kinderschutzbundes.
Nach der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen haben alle Kinder der Welt dieselben unteilbaren Rechte. Sie haben Anspruch auf Versorgung und Pflege, auf Erziehung und Förderung, auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung am öffentlichen Leben. Nach Artikel 3 der Kinder-rechtskonvention hat das Kindeswohl bei allen Entscheidungen, die Kinder betreffen, Vorrang. Deutschland hat das Abkommen 1992 ratifiziert.
Für Rückfragen:
UNICEF, Helga Kuhn, 0221/93650-315,
Deutsches Kinderhilfswerk, Michael Kruse, 030/308693-11,
Deutscher Kinderschutzbund, Paula Honkanen-Schoberth, 030/2148090
UNICEF Deutschland
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