20. November 2008
Anlässlich des 19. Jahrestags der UN-Kinderrechtskonvention am heutigen 20. November ruft UNICEF Regierungen und Behörden, Internetprovider und Tourismusindustrie, Fachleute, Reisende und Eltern dazu auf, weltweit entschlossen gegen Kinder-pornografie, Kinderhandel und Kinderprostitution vorzugehen. Am kommenden Dienstag (25.11.) beginnt im brasilianischen Rio de Janeiro der dritte Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen. Dies ist das erste globale Forum seit 2001 für Regierungen und Nichtregierungsorganisationen, um die Strategien gegen sexuelle Ausbeutung auszuwerten und verstärkt grenzüberschreitende Schritte für bessere Prävention, Kinderschutz und Strafverfolgung zu vereinbaren.
Nach vorsichtigen Schätzungen von UNICEF werden jährlich etwa 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit als Prostituierte oder auch als Pornodarsteller missbraucht. Bereits 2003 gab es nach einem Bericht der deutschen Bundesregierung drei Millionen kinderpornografische Bilder im Internet. Zuletzt haben sich die vom BKA registrierten Fälle, in denen solche Bilder über das Internet beschafft wurden, in nur einem Jahr auf über 11.000 verdoppelt. Dies ist sicher nur die Spitze des Eisbergs.
Politiker, Kinderschutzexperten, Jugendliche und Vertreter der Wirtschaft werden in Rio gemeinsam an einem Aktionsplan arbeiten. Rund 3.000 Delegierte werden erwartet, darunter 300 Kinder und Jugendliche. UNICEF-Vorstandsmitglied Ekin Deligöz (MdB) wird mit der deutschen Regierungsdelegation nach Rio reisen, die von Staatssekretär Gerd Hoofe aus dem Bundesfamilienministerium geleitet wird. „Von Rio muss ein starkes Signal ausgehen, dass die Welt diese täglichen und millionenfachen Verbrechen an Kindern nicht hinnimmt. Eltern, Lehrer und Kinder müssen gestärkt werden – in den ärmsten Ländern wie hier in Deutschland. Sie brauchen Informationen und Hilfsangebote, damit Kinderpornografie und sexuellen Übergriffen, die im Internet angebahnt werden, endlich ein Riegel vorgeschoben wird“, so Ekin Deligöz. Sie ist Mitglied der Kinderkommission des Deutschen Bundestages, die zur Delegation gehört.
Der Weltkongress wird veranstaltet von der brasilianischen Regierung in Zusammenarbeit mit UNICEF, der Kinderschutzorganisation ECPAT (End Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking of Children for Sexual Purposes) sowie der Gruppe der Nichtregierungsorganisationen für die Rechte des Kindes.
UNICEF-Vorstandsmitglied Ekin Deligöz steht in Rio für Interviews zur Verfügung und wird regelmäßig per Weblog auf www.unicef.de über den Weltkongress berichten.
Für Interviewabsprachen mit Ekin Deligöz wenden Sie sich bitte an die UNICEF-Pressestelle, Tel. 0221-93650-315, presse@unicef.de.
Ausführliche Informationen zum Thema auf: www.unicef.de/weltkongress.html
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