30. Januar 2009
Knapp zwei Wochen nach Beginn der brüchigen Waffenruhe ist die Situation der Kinder im Gazastreifen weiter unakzeptabel. UNICEF ruft die internationale Gemeinschaft auf, alles zu tun, um insbesondere die Not der Kinder so rasch wie möglich zu lindern. „Viele Kinder im Gazastreifen haben das Gefühl, dass sie der Welt gleichgültig sind. Sie brauchen dringend unsere Hilfe“, erklärte der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Jürgen Heraeus. „Die Kinder in Gaza können nicht länger warten.“
Gleichzeitig fordert UNICEF beide Konfliktparteien auf, die Waffenruhe einzuhalten und umgehend den grundsätzlichen Respekt für die Rechte der Zivilbevölkerung wieder herzustellen. „Die Grenzübergänge müssen geöffnet werden, damit Helfer freien und ungehinderten Zugang bekommen - schlicht weil die Menschen dies brauchen“, sagte Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Wenn angesichts der akuten Not humanitäre Hilfe weiter nur tröpfchenweise in den Gazastreifen gelangt, ist dies eine kollektive Bestrafung der Bevölkerung und vor allem der Kinder, die nur neue Verzweiflung und neue Wut erzeugen kann.“
Nach Angaben der Vereinten Nationen reichen die Transporte, die gegenwärtig in den Gazastreifen gelangen, nicht zur Versorgung der rund 1,5 Millionen Menschen dort aus. Auch werde immer noch Helfern die Einreise erschwert. Am Montag werden die UN in Genf einen Aufruf für den Wiederaufbau des Gazastreifens veröffentlichen. Allein UNICEF benötigt dort in den kommenden sechs bis neun Monaten rund 25 Millionen Euro zur Sofort- und Wiederaufbauhilfe für die Kinder.
UNICEF verurteilt den rücksichtslosen Gebrauch ziviler Einrichtungen als Schutzschild während des Gaza-Krieges genauso wie deren unterschiedslosen Beschuss. Die Auswirkungen dieser Kriegsführung auf die Kinder waren katastrophal. Über 400 Kinder starben während der jüngsten Kämpfe, fast 2.000 wurden verletzt, viele davon schwer. Schätzungsweise 840.000 Kinder und Jugendliche waren von den dreiwöchigen Bombardements in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt betroffen. Viele Kinder auf beiden Seiten des Konflikts leiden unter Angst, können nicht schlafen oder lernen, sind zurückgezogen, apathisch oder aggressiv.
UNICEF unterstützt besonders die Wiederaufnahme des Schulbetriebs im Gazastreifen, um den Kindern die Rückkehr zur Normalität zu erleichtern. In den kommenden Wochen sollen auch 30 Familienzentren eingerichtet werden, die psychosoziale Hilfe für Familien und Kinder leisten. Unter anderem mit Spenden aus Deutschland hat UNICEF in den vergangenen Jahren ein Netzwerk aus 24 Jugendeinrichtungen geschaffen. „Die palästinensischen Kinder müssen erfahren, dass ihre Rechte etwas zählen und dass sie eine Perspektive haben. Nur so kann die Gewaltspirale im Nahen Osten durchbrochen werden“, sagte Heraeus.
UNICEF hat von den Vereinten Nationen den Auftrag, die soziale und medizinische Grundversorgung der Kinder in den palästinensischen Autonomiegebieten sicher zu stellen. Auch während des Krieges hat UNICEF Hilfe geleistet. Diese wird in den kommenden Wochen ausgeweitet. Aktuelle Beispiele:
Spendenkonto 300.000
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Gaza
Rückfragen und Interviewwünsche
UNICEF-Pressestelle, Rudi Tarneden, 0221/93650-315.
Sendefähiges Bildmaterial und aktuelle Fotos vorhanden.
UNICEF Deutschland
Konto 300 000
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft Köln