13. Juli 2009
Hunderttausende Kinder im Nordwesten von Pakistan sind dringend auf Hilfe angewiesen. Nach Schätzungen von UNICEF sind die Hälfte der rund zwei Millionen Menschen, die vor den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen geflohen sind, Kinder und Jugendliche.
UNICEF leistet umfassend Nothilfe für die Flüchtlingskinder: Um den Ausbruch einer Masernepidemie zu verhindern, wurden 200.000 Kinder gegen die gefährliche Krankheit geimpft. Mit Unterstützung von UNICEF erhalten 230.000 Menschen in Lagern und in den Gemeinden sauberes Wasser. Bisher wurden fast 50.000 Kinder und über 20.000 Mütter auf ihren Ernährungszustand hin untersucht. 11.000 mangelernährte Kinder haben bereits Hilfe erhalten.
Die lokalen Behörden und die Hilfsorganisationen sind durch die Massenflucht an den Grenzen ihrer Möglichkeiten angelangt. Die Kinder müssen kontinuierlich mit Nahrung und sauberem Trinkwasser versorgt werden und medizinische Hilfe erhalten. Die Flüchtlinge leiden unter der Hitze. Mit dem Beginn des Monsunregens werden sich die hygienischen Verhältnisse weiter verschlechtern.
„Es ist sehr schwierig, die Not leidenden Menschen zu versorgen, da die meisten nicht in organisierten Lagern, sondern in den Gemeinden Zuflucht gefunden haben“, sagt der Leiter der UNICEF-Nothilfeprogramme Louis Georges Arsenault. Viele Gemeinden haben ihre Einwohnerzahl verdoppelt oder gar verdreifacht.
Die Familien halten sich in überfüllten Gebäuden auf, wo es oft keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder ausreichenden Latrinen gibt. Durch die unhygienischen Bedingungen steigt das Krankheitsrisiko insbesondere für Kinder. Viele leiden bereits an Durchfall und Mangelernährung.
Die Regierung hat die ersten Flüchtlinge inzwischen aufgefordert, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Doch die meisten haben Angst vor neuen Kämpfen und warten ab. „Wenn die Menschen nicht vor Beginn der Pflanzzeit zurückkehren, werden sie die Ernte in diesem Jahr verpassen. Das ist kritisch“, sagt Louis Georges Arsenault.
UNICEF befürchtet, dass für rund 700.000 Kinder das neue Schuljahr ab September nicht beginnen kann. Denn inzwischen dienen mehr als 3.700 Schulgebäude den Flüchtlingen als Notunterkünfte.
UNICEF ruft dringend zu Spenden für die Flüchtlingsfamilien in Pakistan auf:
Bank für Sozialwirtschaft Köln
BLZ 370 205 00
Spendenkonto 300.000
Stichwort: Pakistan
Rückfragen und Interviewwünsche an die UNICEF-Pressestelle, Rudi Tarneden, 0221/93650-235 oder -315. E-Mail: presse(at)unicef.de