16. August 2009
Anlässlich der internationalen Weltwasserwoche weist UNICEF darauf hin, dass der Mangel an sauberem Trinkwasser vor allem für Kinder in den ärmsten Ländern tödliche Folgen hat. Nach Angaben von UNICEF sterben täglich 4.500 Kinder in Entwicklungsländern durch schmutziges Wasser und mangelnde Hygiene. Zwar haben mittlerweile 87 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu trinkbarem Wasser, doch fast eine Milliarde Menschen weltweit sind immer noch nicht ausreichend versorgt. Besonders schlecht ist die Situation in Afrika südlich der Sahara. Zur Weltwasserwoche, die jährlich vom Stockholmer Internationalen Wasserinstitut veranstaltet wird, kommen vom 16. bis 22. August internationale Experten und Entscheidungsträger zusammen. UNICEF leitet bei der Konferenz mehrere Seminare zu Themen wie sanitäre Versorgung in Schulen und zu Durchfallerkrankungen.
„Wassermangel trifft Kinder am härtesten. Wir brauchen größere Anstrengungen, um das Überleben von Millionen Mädchen und Jungen zu sichern“, sagte UNICEF-Geschäftsführerin Regine Stachelhaus. „Der Klimawandel verschärft die Wasserknappheit in den ärmsten Regionen der Erde. Regierungen müssen besser dafür sorgen, dass trinkbares Wasser als Allgemeingut auch den ärmsten Bevölkerungsschichten zur Verfügung steht.“
UNICEF hat 2008 seine Aktivitäten zur Verbesserung der Versorgung mit Trinkwasser und sanitären Einrichtungen von bislang 90 auf über hundert Länder ausgedehnt. Schwerpunkte der UNICEF-Programme sind Initiativen zur Hygieneaufklärung, die bessere Versorgung entlegener ländlicher Regionen und die Ausstattung von Schulen mit sanitären Anlagen. In seinem Jahresbericht zu den Aktivitäten in den Bereichen Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene (WASH) dokumentiert UNICEF, dass seine Maßnahmen zur Versorgung mit Trinkwasser im Jahr 2008 24 Millionen Menschen erreichten. 15,9 Millionen Menschen wurde in akuten Notsituationen nach Naturkatastrophen oder Krisen mit Trinkwasser geholfen; 8,1 Millionen durch Entwicklungsprogramme. Mit Maßnahmen zur besseren sanitären Ausstattung erreichte UNICEF 2008 13 Millionen Menschen.
Seit 1990 hat sich die Versorgung mit Trinkwasser deutlich verbessert. Aktuell haben 5,7 Milliarden Menschen sauberes Trinkwasser zur Verfügung; das sind 1,6 Milliarden mehr als im Jahr 1990. Doch in den vergangenen Jahren haben Wirtschaftskrisen und zunehmende Naturkatastrophen Millionen Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, hart getroffen und oft von jeder Versorgung abgeschnitten. So hatten 2008 rund 884 Millionen Menschen nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung, rund 340 Millionen von ihnen leben in Afrika südlich der Sahara. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Wassermangel und Armut: die Zahl der Menschen ohne ausreichende Trinkwasserversorgung deckt sich in etwa mit der Zahl derer, die von einem Einkommen von unter 1,25 US-Dollar pro Tag leben müssen.
Noch größere Defizite gibt es bei der Versorgung mit sanitären Anlagen. 2,5 Milliarden Menschen müssen ohne ausreichende sanitäre Einrichtungen auskommen. Darunter sind 1,2 Milliarden Menschen, die ihre Notdurft ausschließlich im Freien verrichten müssen - oft an öffentlich zugänglichen und einsehbaren Plätzen. Zwar ist seit 1990 der Anteil der Menschen, denen selbst einfache Latrinen nicht zur Verfügung stehen, von 31 Prozent im Jahr 1990 auf 23 Prozent in 2006 gesunken. Doch vor allem in Südasien und im südlichen Afrika bestehen nach wir vor die größten Probleme. Das Millenniums-Entwicklungsziel, bis zum Jahr 2015 die Zahl der Menschen ohne sanitäre Grundversorgung zu halbieren, ist noch in weiter Ferne. Denn seit 1990 wuchs die Weltbevölkerung um über eine Milliarde auf heute 6,8 Milliarden an. Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Weltbevölkerung jährlich um rund 80 Millionen Menschen wächst. 90 Prozent dieses Wachstums findet in Entwicklungs-ländern statt, in denen Trinkwasser häufig knapp ist und sanitäre Einrichtungen fehlen.
Zahlreiche Krankheiten gehen auf ungeklärte Abwässer und fehlende Latrinen zurück. Besonders hoch ist das Gesundheitsrisiko überall dort, wo viele Menschen auf engem Raum leben - wie in den Slums der Megastädte und in Notunterkünften, die nach Naturkatastrophen oder in Kriegssituationen errichtet werden. So breiten sich in Flüchtlingslagern Darmkrankheiten wie Durchfall oder Cholera sowie Wurmerkrankungen sehr schnell aus.
UNICEF ist in mehr als 150 Ländern der Erde aktiv. UNICEF kann in Notsituationen schnell helfen und gleichzeitig nachhaltige Verbesserungen fördern. Die Arbeit von UNICEF im Bereich Wasser und Hygiene unterstützen Firmenpartner in Deutschland wie Danone Waters (Volvic), Gardena, BRITA und Fleurop - insbesondere Programme in Äthiopien, im Sudan und in Vietnam.
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