19. November 2009
UNICEF zieht zum 20. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention eine kritische Bilanz zur weltweiten Lage der Kinder. Bis heute werden nach Einschätzung von UNICEF Millionen Kindern elementare Rechte auf Überleben, Bildung, Schutz und Beteiligung vorenthalten. So fehlen jedem zweiten Kind auf der Welt grundlegende Dinge zum Überleben und zu ihrer Entwicklung wie ausreichende Nahrung, Schulbildung oder sauberes Wasser. Viele dieser Kinder sind auch besonders von den Folgen der globalen Finanzkrise, von Unterernährung, dem Klimawandel und wachsenden sozialen Gegensätzen bedroht.
Anlässlich des Jubiläums der Kinderrechte legt UNICEF eine Sonderausgabe seines Jahresberichts „Zur Situation der Kinder in der Welt“ vor. Unter dem Motto „Hand drauf! - Kinderrechte verwirklichen“ rufen am 20.11. gleichzeitig in über 50 Städten UNICEF-Gruppen zu verstärktem Einsatz für benachteiligte Kinder auf.
Die UN-Kinderrechtskonvention hat weltweit das Bewusstsein für Kinderrechtsverletzungen geschärft und Gesetzesänderungen ausgelöst. Sie hat auch dazu beigetragen, dass Kinder heute ernster genommen werden. Doch bis heute ist die Verpflichtung der Regierungen, das Wohl von Kindern bei allen sie betreffenden Entscheidungen vorrangig zu behandeln, nicht eingelöst. Dabei erfordern gerade die aktuellen Herausforderungen entschlossenes Handeln für die Kinder:
„Der Einsatz für die Rechte der Kinder ist unsere fundamentale Verantwortung und eine Chance. Investitionen in Gesundheit, Bildung und Schutz von Kindern sind die wirksamsten Maßnahmen für Frieden, Gerechtigkeit und verantwortliches Handeln zukünftiger Generationen“, sagte Hilde Johnson, stellvertretende Exekutivdirektorin von UNICEF.
„Auch die deutsche Gesellschaft muss kindergerechter werden und allen Kindern helfen, ihre Fähigkeiten zu entfalten. Der 20. Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention wäre ein guter Anlass, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen“, sagte Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland.
UNICEF weist mit seinem Jahresbericht darauf hin, dass die Lebensbedingungen für Kinder im südlichen Afrika und in Asien am härtesten sind. Doch kommen Verletzungen der Kinderrechte überall auf der Welt vor: in reichen genauso wie in armen Ländern. Bestimmte Gruppen von Kindern sind dabei besonders bedroht:
Deutschland hat die Kinderkonvention 1990 unterzeichnet und 1992 ratifiziert. Viele wichtige Reformen stehen damit in Zusammenhang - so zum Beispiel das gemeinsame Sorgerecht, das Verbot der Prügelstrafe, die Modernisierung des Unterhaltsrechts und die Strafverfolgung von Sextouristen, die Kinder im Ausland missbraucht haben.
Bis heute gilt die Konvention in Deutschland allerdings nur unter Vorbehalt. Dies führt in der Praxis dazu, dass Flüchtlingskinder und Kinder ohne Aufenthaltstitel nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung haben und ab 16 Jahren im Asylverfahren wie Erwachsene behandelt werden. UNICEF begrüßt, dass die neue Bundesregierung im Koalitionsvertrag die Bedeutung der Kinderrechte ausdrücklich hervorhebt und sich für die Rücknahme dieses Vorbehalts ausspricht.
UNICEF setzt sich zusammen mit vielen anderen Kinderrechtsorganisationen dafür ein, dass die Kinderrechte für alle Kinder gleich gelten und fordert deren Aufnahme ins Grundgesetz.
UNICEF stellt sendefähiges Filmmaterial und Fotos zur Verfügung.
Jeder kann über das multimediale Petitionstool „Hand drauf!“ seine Stimme für die Kinderrechte abgeben und in soziale Online-Netzwerke verschicken.
Rückfragen und Interviewwünsche an die UNICEF-Pressestelle, Rudi Tarneden, 0221/93650-235 oder -315. E-Mail: presse@unicef.de
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