
Über drei Millionen Menschen sind unmittelbar von den Folgen des verheerenden Erdbebens in Haiti betroffen. Viele Menschen bieten UNICEF ihre Unterstützung an, um den Mädchen und Jungen zu helfen. Hier einige Antworten auf häufig gestellte Fragen:
UNICEF vermittelt weder Pflegefamilien noch Adoptionen. Denn Adoptionen sind kein Instrument der Entwicklungspolitik oder gar der Katastrophenhilfe.
Bei Auslandsadoptionen handelt es sich um individuelle Lösungen für Kinder, die in ihrer Heimat keine Chance mehr haben eine Familie zu finden und für die in ihrem Interesse geeignete Eltern im Ausland gesucht werden.
Dies kann für verlassene Kinder eine echte Chance sein. Aber es ist im Interesse der Kinder wichtig, dass fachliche und rechtliche Grundsätze zum Schutz des Kindeswohls eingehalten werden.
Diese sind u.a. in der Haager Konvention für Auslandsadoptionen verankert. Informationen hierüber geben die Landesjugendämter und staatlich anerkannte Vermittlungsstellen. Wie auch die Bundeszentralstelle für Auslandsadoptionen warnt UNICEF allerdings gegenwärtig vor überstürzten Auslandsadoptionen aus Haiti.
Nach dem verheerenden Erdbeben geht es darum, die Kinder da zu versorgen, wo sie sind. Die Suche nach Angehörigen von unbegleiteten Kindern und nach Pflegefamilien für Waisen im Land hat Vorrang vor allen anderen Überlegungen.
Gegenwärtig kann in Haiti kaum jemand sicherstellen, dass die Identität und die Familiensituation der Kinder wirklich geklärt sind und wirklich keine Verwandten mehr sich um das Kind kümmern können.
UNICEF setzt alles daran, die vom Erdbeben betroffenen Kindern und ihren Familien mit dem Nötigsten zu versorgen. UNICEF-Mitarbeiter fahren Kinderheime ab, um die Versorgung mit Nahrung und Wasser sicherzustellen. UNICEF hat auch Pakete mit Kinderkleidung, Unterwäsche, Sandalen und Decken für 50.000 Kinder in Heimen bereitgestellt.
Zusammen mit dem Roten Kreuz und anderen Partnerorganisationen organisiert UNICEF die Registrierung unbegleiteter Kinder und die Suche nach Angehörigen. Diese Kinder werden vorübergehen in einer Schutzeinrichtung untergebracht.
Damit Kinder aus Heimen oder auch unbegleitete Kinder, die in Notunterkünften gefunden werden, nicht einfach verschwinden, unterstützt UNICEF mobile Teams der Polizei. Sie sollen am Flughafen und an der Grenze zur Dominikanischen Republik sicherstellen, dass ausreisende Kinder vollständige Papiere haben.
Gemeinsam mit Partnerorganisationen wurden bis Anfang Februar auch 23 Kinderschutzzonen in Notlagern eingerichtet, um insbesondere kleinen Kindern einen Raum relativer Normalität zu geben.
Sie können Mädchen und Jungen in Not langfristig unterstützen - als UNICEF-Fördermitglied. In Haiti kümmert UNICEF sich beispielsweise neben der akuten Nothilfe auch darum, den betroffenen Mädchen und Jungen den Schulbesuch zu ermöglichen. Bereits für einen Monatsbeitrag von 8 Euro kann UNICEF zwei Kinder mit Heften, Stiften und weiterem Schulmaterial versorgen. Jetzt anmelden
Patenschaften für einzelne Kinder vermittelt UNICEF aus vielen Gründen nicht. UNICEF will die Lebensbedingungen möglichst vieler Kinder verbessern und nicht einzelne Kinder besonders hervorheben - weder in der Projektarbeit noch in katalogartiger Werbung. Spenden ohne persönlichen Kontakt verursachen zudem weniger Verwaltungskosten. Deshalb rät auch die Zeitschrift „Finanztest“ zur Förderung von Projekten statt zu Patenschaften für einzelne Kinder.
Unterstützt UNICEF einzelne Schulen, Dörfer oder Krankenhäuser?
UNICEF wird in den vom Erdbeben betroffenen Regionen in Haiti Hunderttausende Kindern erreichen können - gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen und vielen verschiedenen Einrichtungen für Kinder. Um jetzt effektiv zu helfen, braucht UNICEF dringend flexibel einsetzbare Spenden ohne Zweckbindung. So kann UNICEF schnell auf die aktuellen Bedürfnisse der Kinder reagieren und ihre Lage dauerhaft verbessern. Zu den Schwerpunkten wird es hier gehören, die Wasserversorgung und das Bildungssystem langfristig wieder aufzubauen. Auf unserer Homepage halten wir Sie über die weitere Planung der UNICEF-Aktivitäten auf dem Laufenden.
UNICEF Deutschland kann leider keine Sachspenden entgegennehmen. Denn um die Kinder möglichst schnell und effizient zu versorgen, kauft UNICEF alle benötigten Hilfsgüter zentral ein - wo immer möglich, direkt im Land oder in der Region oder über das zentrale Warenlager in Kopenhagen. Die zentrale Organisation stellt sicher, dass UNICEF unter großem zeitlichen Druck und extrem schwierigen Bedingungen in dem riesigen Katastrophengebiet sofort helfen kann. Interessierte Unternehmen können sich unter www.unicef.org./supply als Lieferant bewerben.
Der Wunsch, in Haiti mitzuhelfen, ist angesichts der erschütternden Bilder und Nachrichten sehr verständlich. Wir können Ihnen jedoch leider keine Arbeitsmöglichkeit vermitteln. Sehr freuen würden wir uns jedoch, wenn Sie in Deutschland mit eigenen Aktionen und Aktivitäten Spenden für die Opfer des Erdbebens sammeln. Wenden Sie sich dazu auch an Ihre lokale Arbeitsgruppe. Die Adresse finden Sie unter www.unicef.de/aktiv.html.
45 Euro = 30 Kanister für sauberes Trinkwasser
58,50 Euro = 150 Päckchen nahrhafte Erdnusspaste
230 Euro = eine Notapotheke mit Schmerzmitteln und Verbandszeug