30. März 2010
Die 17-jährige Rachel lag 48 Stunden unter den Trümmern, bis ein Nachbar sie mit bloßen Händen befreien konnte. Sie lebt jetzt mit ihrer Familie in einer Notunterkunft. Rachel wünscht sich für sich und alle Kinder in Haiti, dass sie bald wieder zur Schule gehen können und das Land wieder aufgebaut wird.
UNICEF ruft anlässlich der morgigen Haiti-Wiederaufbaukonferenz in New York zu massiven Anstrengungen für die Kinder auf. In Haiti leiden rund 1,5 Millionen Kinder unter den Folgen des Erdbebens vom
12. Januar. UNICEF befürchtet, dass die
jetzt beginnende Regenzeit zur Aus-
breitung von Krankheiten führen kann.
Das Kinderhilfswerk fordert, bessere Lebensbedingungen für Kinder in den Mittelpunkt der Bemühungen um den Wiederaufbau zu stellen.
Dank der internationalen Hilfe nach dem verheerenden Erdbeben wurden Seuchen bislang verhindert. Die meisten der rund
1,5 Millionen Obdachlosen erhielten provisorische Unterstützung. Doch in den kommenden Wochen droht sich nach Einschätzung von UNICEF die Lage der Erdbebenopfer wieder zu verschlechtern.
Allein in Port-au-Prince sind sieben Camps
mit mehr als 45.000 Menschen von Über-
schwemmungen und Erdrutschen bedroht.
„Die Krise in Haiti ist noch nicht vorbei“, sagte Rudi Tarneden, Sprecher von UNICEF Deutschland, der gerade aus Haiti zurückgekehrt ist. „Jetzt geht es weiter darum Leben zu retten. Gleichzeitig müssen Grundlagen für einen Neuanfang gelegt werden. Dazu gilt es die Zivilgesellschaft und öffentliche Einrichtungen zu stärken. Eine Rückkehr zur Normalität vor der Katastrophe reicht nicht aus.“
UNICEF weist darauf hin, dass die Ausgangssituation für Hilfsmaßnahmen in Haiti extrem schwierig ist. Politische Instabilität, das Fehlen funktionierender öffentlicher Einrichtungen und extreme Armut verschärfen die Notlage der Menschen. Bereits vor der Naturkatastrophe starben in Haiti so viele Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Krankheiten wie sonst nirgendwo in der westlichen Hemisphäre; ein Viertel der Kinder war unterernährt. Über die Hälfte aller Kinder im schulpflichtigen Alter gingen nicht zur Schule.
Um Haiti zu einem besseren Platz für Kinder zu machen, ist langfristig internationale Hilfe notwendig. Kinderschutzsysteme sowie Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsdiensten müssen geschaffen werden. Eine Befragung von über 1.000 Kindern ergab jetzt, dass für viele die Rückkehr in die Schule oberste Priorität hat. „Ich möchte, dass die Rechte der Kinder respektiert werden…Und ich möchte, dass alle zur Schule gehen können“, sagte Erdbebenopfer Daphmika (15 Jahre).
UNICEF hilft den Menschen in Haiti mit einem umfassenden Nothilfe- und Wiederaufbauprogramm. Schwerpunkte sind der Kampf gegen Hunger und Unterernährung bei Kindern, der Schutz der Kinder vor Ausbeutung und Gewalt und die Einrichtung von Kinderzentren und Notschulen. Zudem deponiert das Kinderhilfswerk in allen Landesteilen derzeit Hilfsgüter, um rasch auf verschärfte Notlagen zum Beispiel nach schweren Regenfällen oder Stürmen reagieren zu können.
UNICEF hat 215 Experten nach Haiti entsandt, die mit einer Vielzahl von Partnern zusammenarbeiten. UNICEF koordiniert die internationale Hilfe in den Bereichen Wasserversorgung, Kinderernährung, Bildung und Kinderschutz und unterstützt folgende Maßnahmen:
Wasser und Hygiene:
Gesundheit:
Ernährung:
Bildung:
Kinderschutz:
Fotos und Bildmaterial stellen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen und Interviewwünschen an die UNICEF-Pressestelle, Tel. 0221/93650-315 oder presse(at)unicef.de.
