Heute um 11.00 Uhr stellen UNICEF-Botschafter Harry Belafonte und der stellvertretende UNICEF-Exekutivdirektor Kul Gautam in Berlin den alljährlichen Bericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2005“ vor.
Der Jahresbericht des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen liefert in diesem Jahr Daten und Fakten, wie sich die Auswirkungen von Armut, Kriegen und AIDS wechselseitig verstärken und wichtige Errungenschaften für Kinder zunichte machen.
Wir bieten Ihnen dazu einen kostenlosen Radio O-Ton-Service an.
Hier finden Sie sendefähige O-Töne (MP3-Dateien) aller Teilnehmer der Pressekonfenrenz:
Übersetzung:
„Ich denke, der größte Terrorismus in der Welt ist der Terror von Armut und Ignoranz – Das ist Terror. Wir sprechen vom physischen Terror der Gewalt so wie die Erfahrungen mit dem 11. September. Das ist die Wurzel woraus dieser Terror entsteht. Diese Gewalt entsteht durch Armut und Gleichgültigkeit. Terrorismus ist ein Akt der Gewalt gegen die zivile Gesellschaft der immer durch Armut genährt wird."
Harry Belafonte, weltberühmter Musiker und UNICEF-Botschafter über Armut. Der einstige Weggefährte von Martin Luther King kämpft gegen dass, was er den Terror der Gleichgültigkeit nennt: Hunger, mangelnde Hygiene und Gesundheitsversorgung, dauernde Kriegsangst und AIDS. Die Hauptleidtragenden: Kinder! Kul Gautam, stellvertretender Exekutivdirektor von UNICEF, nennt die wichtigsten Fakten, die im UNICEF Jahresbericht zur Situation der Kinder in der Welt 2005 detailliert aufgeführt sind.
Übersetzung:
„Die Hauptursachen für die Kinderarmut ist, dass wir weltweit nicht genug investieren in Gesundheit, Bildung, Ernährung und Hygiene der Kinder. Das sind die Hauptfaktoren der Armut. Warum sind Menschen arm? Sie sind nicht produktiv, weil sie nicht ausgebildet sind, weil sie nicht die Fähigkeiten haben, weil sie nicht gesund sind und nicht das Durchhaltevermögen besitzen."
Vor allem die Aids-Epidemie macht viele Fortschritte für Kinder wieder zunichte. Nach der rasanten Ausbreitung der Immunschwächekrankheit in den 80-ziger und 90-ziger Jahren leben heute im südlichen Afrika Millionen Kinder in Haushalten mit kranken oder sterbenden Eltern. UNICEF befürchtet, dass die Zahl der AIDS-Waisen auch dann weiter zunimmt, wenn es gelingt, die Epidemie endlich einzudämmen.
Übersetzung:
„Heute haben die Kinder in vielen Teilen Afrikas eine kürzere Lebenserwartung als ihre Eltern und Großeltern. Es gibt heute mehr als 15 Millionen Kinder auf der Welt die Waisen sind, weil sie durch AIDS einen oder beide Elternteile verloren haben. Können Sie sich die Zahl 15 Millionen vorstellen? Das sind alle Kinder Deutschlands!"
Der UNICEF-Jahresbericht zeigt, dass die sozialen Unterschiede nicht nur zwischen der Nord- und der Südhalbkugel gewachsen sind, sondern auch innerhalb der Staaten. Millionen armer Familien profitieren zum Beispiel kaum vom Wirtschaftswachstum in China oder Indien.
Und auch in den wohlhabenden Industrienationen wachsen immer mehr Kinder unter schlechten sozialen Bedingungen auf, wie Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland erklärt.
„In den Industrieländern geht es um relative Armut: da geht es um Alkoholismus, es geht es um Drogen, es geht darum dass die Eltern arbeitslos sind und darum, dass die Kinder viel vermissen müssen was andere Kinder kriegen."
Im Jahr 2000 haben sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verpflichtet, die sogenannten Millenniumsziele zu erfüllen. Bis zum Jahr 2015 soll zum Beispiel die Zahl der Menschen in Armut halbiert sein. Und alle Jungen und Mädchen sollen die Grundschule abschließen können. Die Kindersterblichkeit soll auf ein Drittel reduziert werden. Insgesamt acht Ziele wurden formuliert, von denen aber nur wenige erreicht werden, kritisiert Garlichs:
„In fast allen Bereichen liegt die Welt zurück diese Ziele zu erreichen. Das sind ja Ziele für das Jahr 2015 und UNICEF ist der festen Überzeugung, dass man mit den Kindern beginnen muss um diese Ziele zu erreichen, also dafür sorgen muss dass Kinder gesund aufwachsen, dass sie in die Schule kommen und dass sie aus dem Armutszirkel ausbrechen können durch eigene Kraft, wenn man sie dazu in die Lage versetzt."
UNICEF will, dass Kinder im Mittelpunkt des Kampfes gegen Armut und Unterentwicklung stehen. Deshalb ist es wichtig, den Druck auf die Staaten aufrecht zu erhalten, damit sie ihren Verpflichtungen nachkommen. Das ist natürlich auch Aufgabe der UNICEF-Botschafter wie Harry Belafonte. Er wirbt aber auch dafür, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leistet:
Übersetzung:
„Ich denke die Leute müssen beginnen nach Quellen zu suchen, denen sie vertrauen können und aus denen sie dann Informationen schöpfen. So kann man Armut und Gleichgültigkeit ausrotten. Ist das geschehen, gibt es eine Basis für einen gesellschaftlichen Dialog, durch den sich Missstände ausräumen lassen. Deshalb liegt UNICEF genau richtig, wenn sie über Armut reden. Wenn die Hälfte der Kinder in Armut lebt, so wie die neue Statistik zeigt, dann muss die Welt davon erfahren."
Gerne stellen wir Ihnen weitere Informationen und Fotos zur Verfügung. Sie erreichen die UNICEF-Pressestelle unter der Durchwahl 0221/93650-315 oder -234
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